samedi, octobre 28, 2006

Meine Auberge Espagnol (III):

Jetzt bin ich also tatsächlich auch einer dieser Luxusstudenten und bewohne zum Spottpreis ein kleines Zimmer mit eigenem Bad und Dusche, das eher Studentenhotel als -wohnheim ist.
Dass es Luxus ist, erkennt man daran, dass sowohl WC als auch Dusche hygienisch einwandfrei sind: keine Selbstverständlichkeiten im Land der eher fressfixierten Franzmänner. An der Wand hängt sogar einer dieser festinstallierten Hotelföns, der unverzüglich mit dem Ausstoß heisser Luft beginnt, sobald man die Puste-Einheit aus der Halterung nimmt. Auf dem Nachttisch steht ein Telefon mit eigener Nummer, ich bekomme Handtücher und Klopapier vom Haus. Zweimal die Woche wird mir hinterhergeputzt, so dass die Frage nach dem Aufheben müßig wird, wenn mir mal was runterfällt und ich grad nicht so recht Böcke hab. Die Getränke-und-Süßigkeiten-Automaten bieten ein attraktives Programm auf preislichem UB-Niveau; für 1,50 EUR pro Tag kann ich im hauseigenen Restaurant im Untergeschoss frühstücken, und eine 6kg-Maschine kostet im Waschraum plus Trockner und inklusive Waschpulver 3,50 EUR. Im Treppenhaus, dessen Fenster bunt wie die katholischer Kirchen sind, hängen Werke ehemaliger Residenten des Bildkunst-Sektors, und im Erdgeschoss ist in den Stein eine Widmung graviert, die sich um das Wohl keines Geringeren als König Juan Carlos' des XV. (oder so) höchstselbst sorgt. Auch der Fahrstuhl mit seinen chromfarbenen Knöpfen und der Spiegel-Rückwand lässt nix anbrennen und geniesst mein ganzes Vertrauen, wenn ich mich beim Verlassen des Hauses zur Rezeption aufmache, um meinen Schlüssel dem Nestor in die Hand zu geben, der mir daraufhin ergebent hinterherbücklingt. Na gut, das war übertrieben; man sollte es nicht gleich zu weit treiben, das schadet der Glaubwürdigkeit.


Jedenfalls: Weiss gar nicht, womit ich das alles verdient haben soll.

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