lundi, novembre 27, 2006

Pariser Pharmacies: Legaler Flash auf LED-Basis

So, und hier ist nun ein rund dreiminütiger Film über ein besonders funky Apothekenschild* nahe den Galeries Printemps. Ich hab vergessen, mir die genaue Straße zu merken, wodurch die Quellenangabe ja leider gleich halb so viel wert ist, aber ich hoffe, dass ichs nachholen kann, wenn ich demnächst mal wieder in der Gegend bin. Um eine gewisse Eingebundenheit in die Zusammenhänge einer eigentlich völlig herkömmlichen Aussenwelt herzustellen, hab ich aber immerhin noch ein wenig was von der Straße aufgenommen und auch mal in den Laden selbst reingefilmt.

Alle "Pharmacie"-Schilder in Paris blinken, soweit ich weiss, aber dieses hier ist wirklich besonders schön. Es hatte auch noch ein paar mehr Moves drauf als nun im Film untergekommen sind und schien ziemlich begierig, sie mir alle vorzuführen, aber dann irgendwann musste es halt doch mal gut sein. Hab ja schließlich auch noch andere Dinge zu tun als blinkende "Pharmacie"-Schilder zu filmen, also ehrlich!


* wobei, "Apotheke" ist keine ideale Übersetzung; die Pharmacies sind hier eher ein Mittelding zwischen Apotheke und Drogerie

dimanche, novembre 26, 2006

Freitags in Paris:
Leere Köpfe und ein neues Lieblingsmuseum

Ich hab jetzt neue Sachen von H&M und war im Louvre. Grund: Es tat sich gestern Morgen um ca. 8 ein Tagesstrukturloch auf, als aufgrund von Gründen, die mit einer beginnenden Grippe begründet wurden, sowohl mein CM*/TD** „Hugo von Hofmannsthal“ als auch der TD** „Kunstmärchen“, beide bei Herrn Pésnel, ausfielen. An der Sorbonne wird man über so ein Faktum übrigens vom Dozenten höchstpersönlich telefonisch informiert.

Nadine und Amelie litten unter der gleichen Leere, die haben nämlich diesen Teil des Stundenplans auch, und schlugen vor, man könne ja wohl in irgendeins der ca. sechs, sieben Stadtzentren fahren und sich den Frust aus der Seele rauskaufen. Gute Idee fand ich das, ich wollte mir nämlich schon seit bestimmt drei Wochen diese einen Totenkopfsocken und noch diese anderen, und nen Schal, kaufen. Es ist ein echter Schal de Gaulle, nebenbei.

Gesagt, getan. In Paris ist übrigens, ich nehme mal an: nicht anders als in Kiel auch, schon voll der Vorweihnachtsbaum am Brennen. Eine Tatsache, die ich in einen faszinierenden, weil unglaublichen Schaufensterfilm umgemünzt hab. Gibt den in zwei Varianten, rot und pink, einmal mit doofer Musik, das andere Mal mit noch dooferer Musik. Tanzende Töpfe: Das darf eigentlich einfach nicht sein, noch nicht mal in der Phantasie!



Mit dem H&M bei den Galeries Printemps war ich allerdings unzufrieden, weil die nicht alle beide Sockendesigns, mit denen ich geliebäugelt hatte, da hatten, stattdessen jedoch Jacken und T-Shirts, die beim Anprobieren sehr hässliche Seiten offenbarten. Pech gehabt, die Les Halles haben nämlich auch einen H&M, der is gar nicht weit weg, und die haben die beliebäugelten Socken bestimmt, was ich weiss, weils ja dort war, wo das Liebäugeln einst begann. Da jedoch nich ich, sondern immer noch Nadine & Amelie das Wohin und Wann vorgaben, zwischenstoppten wir noch zweimal nicht grad nennenswert bei Zara und C&A. Die Läden lohnen sich hier genausowenig wie dort, kann ich nur sagen. Ziemlich unplausibel, was für komisch aussehende Sachen in dem einen für sehr, sehr ernste Preise vertickt werden. Und beim anderen kann man nur noch sagen, hier, hallo, Hopfen und Malz***!

Die Frauen waren gefrustet, weil sie nichts fanden, ich war froh, weil ich in Les Halles das vorfand, was ich vorzufinden mir erhofft hatte. Wir alle fuhren diesen unterschiedlichen Grundeinstellungen zum Trotz gemeinsam zum Franprix in der Rue de Pyrenées nahe Nadines & Amelies Homebase am Place Emile Landrin und kauften uns eine Fertiglasagne zum gemeinsamen „Spachteln“. Ja richtig, eine Fertiglasagne, das muss auch mal so gesagt werden, wer denkt, so Paris das ist nur die besten Weine und die hauteste Cuisine, der irrt, denn Profanness rult auch hier! Ich gab uns überschwänglich eine Runde „Liègois Chocolat“ aus, oder für unserem Artikulationsapparat etwas freundlicher ausgedrückt, Schokopudding mit Sahne. War „Leaderprice“ zwar (ne Billigmarke), aber sehr lecker - ultra-schokoladois! Die Sahne war egal, dem Gesamt-Geschmacksbild aber keineswegs abträglich.

Unterdessen die Lasagne in ihrem eigenen Fertigsud schmorte, scheiterten wir daran, uns eine weitere Vorlesung von Prof. Dr. Meier reinzutun („IV. Christian Fürchtegott Gellert: Empfindsamkeit“). Da kamen die Pietisten vor, das weiss ich noch, und über die wusste ich auch was, aber aus ner anderen Vorlesung, so dass es nicht gilt. Mehr is leider nicht mehr rumgekommen, sollte wohl eben einfach nicht sein. Den Rest des Nachmittags tranken wir Kaffee, aßen Dominosteine, schauten Musiksender oder auch nur dem Schneetreiben des Fernsehers zu und wurden langsam trübsinnig.

Der Louvre: Amelie hatte wieder Besuch aus Deutschland, und man kann sich ja nicht mal an normalen Orten treffen. Wie dem auch sei, in den Louvre wollte natürlich auch ich mit, klaro, denn davon spricht die Welt. Müßig natürlich, dabei zu erwähnen, dass nur ich Eintritt zahlen musste. Aber die sechs Euro (nach 18 Uhr, sonst acht) wars mir trotz Müdigkeit und Trübheit wert, ich wollte das Ruder rumreißen und dem Tag irgendwie zum Ende hin noch eine positive Wendung geben.

Der Louvre ist das beste Museum der Welt. So nimmt es auch wenig Wunder, dass sich deren berühmteste Kunstwerke darum balgen und auch eventuelle intertextuelle Freundschaften vergessen sind, wenns darum geht, darin Platz und Namen zu bekommen. Beste Beispiele sind beispielsweise die „Venus von Milo“ und die „Mona Lisa“. Die Mona Lisa ist in der Tat recht prächtig, vorläufiges Urteil: ein Meisterwerk! Die Venus hingegen sieht etwas aus wie ein Kerl, und dann noch ohne Arme, was einen natürlich noch umso mehr abtörnt. Auch von Dürer hängt irgendwo was, hab ich auf Nachfrage erfahren, Wahnsinn, alle meine drei Lieblingskünstler in einem Haus: Milo, Lisa und Dürer!

Fotografieren konnte ich leider nix, weil ich am Vormittag bei dem leider gescheiterten Versuch, eines der blinkenden „Pharmacie“-Schilder zu filmen, die es in Paris überall gibt und von denen ich Fan von bin, meine letzten Batterien verbraucht hab. Im „Ed“, dem supergünstigen Supermarkt, wo wohl: bei Nadine & Amelie um die Ecke, gabs die Batterien zwar, hingegen nur theoretisch. Dafür stimmte aber der Preis.

War am Ende gar nicht so schlimm, denn es ist für jemanden wie mich eigentlich auch mal befreiend, einmal nicht die Möglichkeit zu haben, alles fotografieren zu können. Und angesichts meiner Videokastration hab ich denn ja auch ersatzweise mit meinem MP3-Player eine Audioaufnahme unserer ersten Näherung an die Mona Lisa gemacht. Geht rund 10 Minuten lang und ich rede nur Mist und lache selbst drüber. Als wäre ich betrunken! War aber nur müde plus zu viel Koffein im Blut plus Louvre-Euphoria. Dennoch, sobald ich rausgefunden hab, wie, werd ich, denk ich, mal den Mut zur Selbstentblößung haben und das veröffentlichen. Dann könnt ihr mir ja mal sagen: Klingt meine Stimme echt so komisch? Und vielleicht kann mir dann ja auch ma einer was zu Platons Höhlengleichnis erzählen.

Die Sache mit der Kamera war nicht zuletzt aber auch von daher verkraftbar, weil das mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch gewesen sein wird. Denn in den vielleicht drei Stunden haben wir maximal nur etwa anderthalb Flügel des Museums weggeschafft, und am nächsten Sonntag ist der erste im Monat, und da ist der Eintritt nämlich immer frei. Gelohnt haben sich die sechs Euro, das muss ich jetzt aber nochmal supernachdrücklich betonen, trotzdem, und zwar voll und ganz. Denn das Ding ist einfach nur der Hammer!

* CM: "cours magistral", so in etwa wie ne Vorlesung
** TD: "travail dirigé", am ehesten wie n Seminar
*** Hopfen & Malz: Ergibt als Abkürzung H&M, grad gemerkt! Ist das nicht lustig?!

vendredi, novembre 24, 2006

Abwasch

Ein Film von mir beim Abwaschen von benutztem Geschirr (6x Messer "Snitta" von IKEA & 1x Teller "365+" - s. auch 28.10.). Ist allerdings auch etwas Demo, also hab alles danach nochmal richtig mit Ziel Sauberkeit abgewaschen. Wollte ja keinen fünfminütigen Film und hab auch ein wenig gepost mit meinen besten Abwaschmoves &sw. Ich glaub, an irgendeinem Punkt des Films sag ich dann auch was, zum Spülmittel oder so. Überhören, ist unwichtig! Dachte bloß, ich müsste langsam mal was sagen, obwohl bis dahin ja eigentlich alles sehr gut auch für sich selbst sprach.

So, aber jetzt genug der Worte (mache anscheinend gerade wieder den gleichen Fehler).

jeudi, novembre 23, 2006

Schwere Zeiten für Hasen

Die Weihnachtszeit hat nicht nur Gewinner.

Va Banque (3)

Und so kompliziert wie sich die Dinge hier in sich selbst verwickeln, so plötzlich lösen sie sich auch wieder (eine meiner goldenen Pariser Erfahrungen bisher): Hab jetzt ein Konto bei Crédit Lyonnais! Musste zwar im Zickzack mehrmals durch halb Paris, um die exzentrischen Bedürfnisse meiner Bankbearbeiter zu befriedigen (Unmöglichkeit, meine Kontonummer nur anhand meiner Ausweisdaten rauszufinden; Notwendigkeit, extra nochmal in meiner ursprünglichen Anmeldefiliale am Place Gambetta vorbeizuschauen, um dem Grund der von mir nicht gewünschten Schließung meines damals eröffneten Kontos nachzugehen), aber das wars mir wert. Am Ende waren sie auch alle nett zu mir: Ganz verlegen von der Unterlegenheit ihres eigenen Bürokratiemodells, und beeindruckt von der schieren Masse an Kilometern, die dieser einzelne, zähe Deutsche da an einem Nachmittag zurücklegte. Das, denk ich, wars jedenfalls. Oder auch nicht. Bin ja schließlich nich Jesus (bzw. Jésus). Hauptsache, der gordische Knoten is jetzt zerschlagen. Obwohl, gordischer Knoten, irgendwie kann man das nicht so formulieren. Und kann man überhaupt sagen "Masse an Kilometern"?

Hmm. Jetzt lieber bloß nicht alles in Zweifel stellen. Wie sieht denn das aus?

lundi, novembre 20, 2006

Hat zwar nix mit Paris zu tun, aber wo ich schon mal beim Posten bin: Sehr lustiges Bild in einem Parallelblog gefunden! (und weils alle paar Tage mal aktualisiert wird: "picture of the day" vom 17.11.)

Va Banque (2)

Alta, war ja wohl klar: Konto bei BNP Paribas kostet nur 6,- EUR im Monat, und dafür kriegt man sogar ne Geldkarte, ne VISA-Karte, Internetbanking und kann kostenlos (!) den Service in allen (!) BNP-Filialen nutzen! Das Angebot is ja wohl echt n Knüller! Ich bin mit denen dann soweit so verblieben, dass ichs mir nochmal überlege und mich dann eventuell noch mal melde.
Ernsthaft: Vielleicht mach ich das sogar. Bevor Crédit Lyonnais noch einmal die Anmeldung verstümpert und ich überhaupt kein CAF mehr krieg, ist das auf jeden Fall das geringere Übel.

Zu allem Überfluss wurd ich eben unterwegs noch voll zugeregnet, und hab dann beim Franprix noch vergessen, mir einen Sechserpack Wasser mitzunehmen. Scheisstag. (Obwohl: Man soll ja niemals nich vor dem Abend pöbeln.)

PS: Ich finds zwar eigentlich grundsätzlich doof, mit so nem Hals drauf zu reagieren, wenn ein Unternehmen für angebotene Leistungen tatsächlich auch was haben will. Das nur zu meiner moralischen Integrität und alles, will jetzt nicht verwöhnt wirken oder so. Ist ja immerhin z.B. möglich, dass die Wettbewerbsbedingungen für Banken hier in Frankreich komplett anders sind. Oder irgendwie so. Aber 6 EUR monatlich sind dann doch schon etwas krass. Bei Crédit Lyonnais wärens nur 11,- EUR im Jahr gewesen! Vielleicht geh ich da gleich einfach noch mal hin. Die Banken haben hier nämlich meist mindestens bis 17.30 auf!

Va Banque

Gleich hab ich meinen Termin in der Bank. Mal schauen, obs also nun wenigstens BNP Paribas schafft, mir ein Konto einzurichten, nachdem Credit Lyonnais auf meinen wirklich sehr deutlich artikulierten Wunsch, das Konto von der Agence Place Gambetta zu Porte d'Orleans zu transferieren, mit Schließen des Kontos beantwortet hat.
So langsam wird nämlich auch meine Zeit knapp, mein CAF zu beantragen, für das man auf jeden Fall ein französisches Konto braucht.

dimanche, novembre 19, 2006

Homestory bei Marie Antoinette

Nachdems bisher mit den wenigen Lesungen und Kinobesuchen eher ein lasches Eindippen denn Eintauchen in die Kultur der Stadt war, geht am Samstag endlich mal richtig was los: Es geht nach Versailles! Amelie hat Besuch aus Deutschland, der touristisch bespielt werden muss, und Nadine kommt auch mit, und so wurde mir mitgeteilt (weil: vier Räder hat der Wagen), dass meine Anwesenheit ebenfalls eventuell geduldet werden würde.

Versailles war mir vorher schon ein Begriff durch den Unmut gewisser Deutscher gegen bestimmte Verträge (zähle mich aber selbst zu den Guten, weswegen ich mich nie so recht damit beschäftigt hab), ferner durch schöne Fotos, nicht zuletzt aber auch durch den Film „Marie Antoinette“, den wir im August zur Frustbewältigung von der furchtbaren Wohnungssuche in einem Kino nahe dem Jardin du Luxembourg gesichtet haben. Buntes Bonbonkino, war gut! Nun gehts also hinter die Kulissen! Schön, mal dem Rock'n'Roll Lifestyle Kirsten Dunsts am nämlichen Ort selbst nachspüren zu können und zu schauen, was denn da so geht.

Treffpunkt ist um 11 Uhr vor dem Brunnen am Place St.-Michel. Ich hab mir vorgenommen, darüber nicht zu viele Worte zu verlieren, denn wer ein richtig lässiger Metropolenbewohner sein will, der bestaunt seine Stadt ja nicht, sondern benutzt sie, so wien Kleidungsstück. A propos: Wollte längst mal zu H&M, neue Socken und Schal kaufen!

Werde richtig sauer, als ich merke, dass Amelie und Nadine als Kunstgeschichts-Studentinnen und „Carte-Imagin'R“-Besitzerinnen sowohl fürs eine wie auch fürs andere, also Zugfahrt und Eintritt (die mich zusammen fast 20 EUR kosten) NICHTS zahlen müssen. Ist das fair?! Alter!!

Versailles, Bahnhof: Es ist kalt, und ich will zu McDonald's. Blöderweise hab ich aber noch n paar Frischkäse-Stullen dabei, die ich mir vorm Losfahren zuhause „geschmiert“ hab. So ein Ärger, denn ein „einfach so trotzdem“ passt nicht zu meinem streng geometrischen charakterlichen Zuschnitt. Da hilft keine Ausflucht: Selbst Kaffee hatte ich kurz vor Ausflugsantritt schon, so dass mir auch nicht eben mal in der Schlange für einen natürlich „petite“ Jacques-Prévert-Kaffee einfallen kann, dass die Cheeseburger heute doch aber mal sehr günstig sind.

Am Schloss von Versailles: Der Eiffelturm ist ja zugegebenermaßen schon recht hoch, aber dass sein Schatten noch bis hierher reicht, wer hätte das gedacht: Ungeachtet des Schlosses in ihrem Rücken haben sich die Souvenirhändler auf Eiffelturm-Miniaturen und -Schlüsselanhänger in allen Größen spezialisiert. Natürlich zu einem „good price“! Abgesehen davon gibts nur noch ganz fürchterliche Trikolore-Plastikflieger in Vogelgestalt, bei deren Vorführung reihenweise Touristen beinahe ums Leben kommen. Es hat im übrigen keinen Zweck mich drum zu bitten, von denen Fliegern mal einen mitzubringen. So n Schrott kauf ich nämlich nicht, auch nicht für andere. Und auch nich für "good price". So.

Die Schlangen sind gar nicht so lang, man rutscht schnell durch. Ist ja auch ein scheißkalter Tag, da verbringt man wohl auch in Frankreich den Tag an anderen Orten als idyllischen Schlossarealen. Vor Reingehen nochmal Toilette. Ich komme leider zu spät auf die Idee, dass man sich für den Ausflug ja auch mal den „Marie Antoinette“-Soundtrack hätte besorgen und am nämlichen Objekt selbst hätte ausprobieren können.

Bevors rein geht, werden noch die Taschen durchröntgt, und man selbst muss durch so einen Metalldetektor-Scherz-Türrahmen wie auf dem Flughafen (zumindest glaub ich das, dass das so einer ist, bin ja noch nie geflogen). Während Amelie ihr Wurstbaguette leider nicht mit reinnehmen kann und daher an der Abgabe abgeben muss, krieg ich meine zwei Schmierkäsebrote durchgeschmuggelt, hihihi! „Am Zoll vorbei“! Das tut gut, das ist dafür, dass ihr nix zahlen müsst!

Moderne Museumspädagogik: Im ansonsten ja für die Nebensaison nicht so günstigen Eintrittspreis (13,50 EUR) ist ein kostenloser sogenannter „Audioguide“ (in 8 Sprachen wählbar, darunter natürlich auch deutsch) bereits enthalten, bestehend aus Kopfhörer plus Abspieleinheit. Man tippt einfach die dem Raum zugehörige Nummer ein und bekommt von einem Radiosprecher erklärt, was im jeweiligen Raum zu der und der Zeit gerade mal so abging. Sehr lehrreich! Selbst dann gut, wenn man sich mal vertippt und das erst merkt, wenn man schon wieder halb ausm Raum raus ist. Also ich konnte jedenfalls den Informationsfluss ganz problemlos auch mit den anderen Exponaten verknüpfen - makellose Anpassungsleistung meines Verstandes!

Beim Durchlaufen der Räume verfestigt sich in mir der Eindruck, dass die französischen Könige ziemlich verwöhnte Rotzlöffel waren. Trotz teilweise immerhin schon über 300 Lenzen ist aber alles noch schön bunt. Direkt verglichen mit dem Film von Sofia Coppola fällt der vorherrschende Farbeindruck aber schon etwas ab, alles nur halb so knallig und nicht im Ansatz so gut beleuchtet. Versteh nicht, wie die französischen Könige erst alles ganz knallfarben anstreichen und dann vergessen, das auch mal durch eventuellen Lichteinfall überhaupt richtig zur Geltung kommen zu lassen. Also ich versteh das nicht.


Mein Zwang, alles mögliche irgendwie Hervorstechende einfach erst einmal wahllos zu fotografieren, ist in einem barocken Schloss natürlich besonders unangebracht. So ist bereits kurz nach der Hälfte der Besichtigungsdistanz kaum noch Platz auf meiner Digicam. Da ich mich jedoch nur von einer Handvoll Bilder definitiv trennen mag, bleibt mir nichts anderes übrig, als mit der Auflösung runterzugehen. Sorry, fotodürstende Folks, von nun an nur noch in 1024 x 768. Irgendwie krieg ichs im zweiten Abschnitt hin, mich zusammenzureissen, und so habe ich am Ende der Besichtigung tatsächlich noch 20 Bilder frei!

Wir gehen an die frische Luft. Der berühmte Garten des Schlosses steht dem Areal der Cité U nur in wenig nach, ist sogar deutlich größer, und die Gärtnereien sind etwas more tricky. Auf Lustwandeln haben wir trotzdem keine Lust, weil es sehr kalt ist und überall gebaggert und gebaut wird – Nebensaison, da muss der Park wieder in Ordnung gebracht werden!

Wir werden Zeugen einer vor dem Schloss stattfindenden Hochzeit. Die arme Braut trägt leider ganz und gar kein Thermo-Brautkleid, und bei der Kälte für die Fotografen trotzdem ganz überglücklich zu schauen, fällt ihr sichtlich nicht so leicht.

Auf einer Bank essen wir. Meine Begleitungen haben sich inzwischen auch ihre Baguettes wiedergeholt, und ich werde mit der Tatsache konfrontiert, dass meine zwei Frischkäsebrote in der Tasche von der Mineralwasserflasche kaputtgeknetet worden sind. Ich mache mich trotzdem drüber her, McDonalds ist jetzt weit, und ich hab Hunger. Irgendwo in Hörweite wird geballert. Herumsitzen inmitten anderer Touristen, zerquetschtes Frischkäsebrot essen, den Blick auf Schloss und Park, und das alles untermalt von Geballere. Ziemlich bizarr. Und ein gutes Schlussbild.

Damit endet unser Ausflug. Fazit: Guter Ort, doch zu viele Bauarbeiten und kalt. Man könnte im Sommer nochmal wiederkommen.

Auf der Rückfahrt wundern wir uns, wie sehr sich Paris und Kiel eigentlich ähneln.

PS: Tut mir leid, habe leider nur ein sehr lahmes Video gedreht. Aber das ist vielleicht gut, um mal zu sehen, dass nicht immer alles blinken und prunken muss in som Märchenschloss.

vendredi, novembre 17, 2006

Meine Auberge Espagnol (IV)

Hab einen Film gemacht, wie ich im Wohnheim mit dem Fahrstuhl in den 4. Stock fahre und von dort aus in mein Zimmer gehe. Der ist insgesamt leider ein wenig verwackelt, ich versuch demnächst mal für Ersatz zu sorgen, so dass man auch was erkennt (und das Licht auf den Fluren und im Treppenhaus anbleibt). Aber n kleinen Eindruck, wies hier ungefähr aussieht, bekommt man schon.

jeudi, novembre 16, 2006

Christoph Hein in der Cité U

Vorgestern abend war der große Christoph Hein zur Lesung aus „Landnahme“ (2004, Suhrkamp) im Maison Heinrich Heine der Cité U! Eintritt, wie immer, logisch, natürlich frei. Sehr lohnend und unterhaltsam, sowohl Text als auch Lesung waren echt gut! Genaugenommen war es eine deutsch-französische "lecture-rencontre": Er selbst las den Originaltext, seine Übersetzerin aus der gerade erst im Oktober erschienenen französischen Übersetzung (Editions Métailié; hat auch schon irgendeinen Preis gewonnen oder ist zumindest nominiert). Christoph Hein sah zwar ein wenig aus wie der Nasenbrillenmann (graue Haare und ganz dunkler Schnurrbart plus irgendwie unpassende Brille) und redete auch ganz nasal, war aber sehr sympathisch, so ein wenig mit dem Charme eines gebildeten Oberstudienrats (was sich an einem Autor seines Ranges irgendwie ganz gut macht).

Schade und einziger Kritikpunkt war bloß, dass keine alkoholischen Freigetränke gereicht wurden; der ironisch leichte Tonfall des Heinschen Duktus hätte so sicherlich noch besser mit den eher bildungsbürgerliche Bedürfnisse befriedigenden ernsteren Passagen kontrastiert. Aber nun gut. Dann eben ohne; ging ja.

PS: Zur Unterstützung sowohl des Studienrat- wie auch Nasenbrillenaspektes eignet sich das Bild in seinem Wikipedia-Eintrag sehr gut.

mercredi, novembre 15, 2006

Batman in Paris

Und einen hab ich noch. Denn ich hatte mir ja eigentlich dringend vorgenommen, mir den ersten "Batman"-Film anzusehen, um dann zu erzählen, wie "Hast du jemals im blassen Mondlicht mit dem Teufel getanzt?" auf Französisch geht. Dann hatten wir aber doch keine Lust auf den Film, der eh auf Englisch gewesen wäre. Aber als Ersatz hab ich eben gerade noch was gezeichnet. Es heisst "Batman in Paris":

mardi, novembre 14, 2006

Traumdeuten mit Sigmund Freud

Möchte euch eins übrigens doch nicht vorenthalten: Ich hatte heute Nacht einen seltsamen Traum über Sigmund Freud, in dem ich träumte, dass seine Forschungen zwar nicht mehr auf dem neuesten Stand seien, er aber dafür immerhin noch verdammt gut aussähe.

Was soll ich davon halten?

Nu Games On Da Block: Meiern bei Meier

Da schlugen mir Nadine und Amelie doch eines Tages vor, mal bei ner Idee von denen mitzumachen: Dem ca. zwei oder drei Wochen (unter meiner Beteiligung!!) zuvor begonnenen Vorhaben, sich mangels Ergiebigkeit der hiesigen akademischen Veranstaltungen digitale Hilfe per online konservierter Vorlesungen von Prof. Dr. Meier zu holen, sollte ein auf reiner Koinzidenz fußendes Wortspiel zum einen oder anderen weiteren Spaßfaktor up verhelfen: Meiern bei Meier! Sich mal wirklich buchstäblich am hochprozentigen Stoff des Geistes berauschen!
Ein guter Witz, der nicht von mir war: Ich überlegte kurz, sagte dann aber trotzdem zu.

Am Sonntagabend stiegs dann. Nadine und Amelie mixten ein teuflisches Gebräu aus Pastis und französischem Mineralwasser zusammen, das aufgrund der ungewohnten chemischen Zusammensetzung nervös reagierte, aber im Sinne der Abwechslung doch begrüßenswert zwischen zwei Farbschattierungen hin- und heroszillierte und leise zischte, wenn man mal versehentlich ans Glas stieß. Mein Beitrag war nen Sixpäck Würfel, den ich vorher extra unter Aufnahme sowohl von Kosten als auch Mühen im Spielzeugladen „Apache“ in den "Les Halles" gekauft hatte. Falls jemand hier ist, ders nich weiss: Die "Les Halles" sind der Sophienhof von Paris. Die Würfel brauchten wir dann aber gar nicht, denn Meiern bei Meier geht ja anders, und zwar so: Zu Beginn oder im Laufe der ersten Minuten der Vorlesung sucht sich der Beteiligte einen Begriff aus, der bei deutlich vernehmlicher Artikulation durch den Professor als Stichwort gilt. Dann trinkt er. Wer am Ende gewonnen hat, ist unklar, aber meist zählt das auch gar nicht mehr so, weil alle immer irgendwie Sieger sind.

Thema der diesmaligen Sitzung war die „Lyrik der Frühaufklärung (Barthold Heinrich Brockes)“. Mit „Jahrhundert“ und „Aufklärung“ waren zwei essentielle Begriffe schnell an meine etwas geistesgegenwärtigeren Mitkonkurrentinnen vergeben, weswegen ich mich mangels Ideen zunächst auf kein konkretes Wort, sondern ein abstraktes Konzept kaprizierte (welches aber ein Schlüssel zum Verständnis der Meierschen Rhetorik ist): die Relativierung. Ein Stilmittel, welches man sich von den akademischen Lehrern der Sorbonne übrigens auch wenigstens ab und zu mal wünschen würde. Aber Seitenhiebe beiseite.

Am Anfang erwies sich meine Idee als einigermaßen konkurrenzfähig, wenn auch durchgehend begleitet vom dissonanten Schnarren der Uneindeutigkeit, denn Relativierungen gibt es ja solche und solche. Als mit zunehmendem Auftauchen von „Jahrhundert“ und „Aufklärung“ dann aber die Stichwortgabe von aussen merklich nachließ und ich selbst auch nicht allzu konzentrationsfähig war, wechselte ich kurzerhand zum etwas konkreteren Begriff „Welt“ über, dem ich wenig später noch „Gott“ hinzugesellte. „Gott“ und „Welt“ - ich fühlte mich wahnsinnig originell! Der Erfolg meiner Wahl war dann aber doch größer als mir lieb war, denn kurz darauf setzte Prof. Meier zu einem ausgedehnten Exkurs über die Leibnizsche Theodizee an. Dabei übrigens kein Vorwurf an Herrn Meier, der seine Sache hervorragend machte und eine wirklich tadellose Leistung zeigte. Später ließ ich „Welt“ dann zwar noch fallen. Aber da wars auch schon wieder egal.

In der kurzen, aber dringend benötigten Pause gingen wir zu McDonald's, um die Rufe unserer Körper nach künstlichen Geschmackszusätzen und wirklich total vollständig gesättigten Fettsäuren verstummen zu lassen. Zum Glück liegt McDonald's – wie eigentlich alles, was man zum Leben braucht – einfach einmal bei Nadine und Amelie um die Ecke. Selbst wenns mal nicht direkt ums Leben geht, sondern um daran angrenzende und leider noch viel zu wenig erforschte Phänomene, ist der Cimetière Père Lachaise und die an ihn angekletteten Esoterik-Buchgeschäfte lediglich in Rufweite. Also, ich wiederhole: Es ist wirklich alles da! Draußen fiel mir jedenfalls auf dem Rückweg von Mäcces ein Werbeplakat einer französischen Bank auf, das ein eigenartiges Zinsmodell präsentierte. Dieses stellte sich bei näherem Hinsehen zwar als falsche Interpretation heraus, weil mein Blick bereits etwas getrübt war. Aufgrund seiner Aussergewöhnlichkeit und Innovativität und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten möchte ich es aber dennoch kurz vorstellen: Es funktionierte in etwa analog zur „BayernCard“ der Hypo-Vereinsbank (die jedes zehnte geschossene Bundesligator des FC Bayern mit zusätzlichen 0,1% Zinsen p.a. aufs Konto belohnt). Nur war in diesem Fall der Zinssatz nicht von den Launen und Formschwankungen von Sportlern abhängig, sondern von den Aussentemperaturen (denn auf dem Plakat war ein Thermometer abgebildet)! Genau: Je höher die Quecksilber-Säule, desto mehr Geld gibts! Was im Klartext heisst: Zuverlässig investieren in die globale Erwärmung – Industrie und Verbraucher versöhnen sich endlich und kämpfen gemeinsam für ein Ziel! Ein Traum wird wahr? Aus einer unangenehmen eine angenehme Wahrheit?
Mir egal! Auf jeden Fall ist es, und das ist der Zweck der Erwähnung: meine Idee! Und die solls bleiben. Für Mißbrauch und widerrechtliche Aneignung drohe ich prophylaktisch mit Anwalt. Sämtliche Namensrechte an entsprechenden Internet-Domains habe ich bereits sichern lassen. Der Goldfisch ist mein und bleibts auch! So.

Nach Beendigung des albernen Teenie-Spiels betrachteten wir noch ein wenig französische HipHop-Videos, die aufgrund verschiedenster und ausserdem wirklich unterschiedlicher Aspekte sehr interessant waren (DAS sind Styler! Altah!). Dann gings hopp ins Bett (bzw. für mich auf die Couch, denn ich wollte/sollte nicht mehr Métro fahren). In Anbetracht meines zukünftigen Reichtums hatte ich dann auch keine Probleme damit, zum gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen für Baguette und Croissants zu sorgen.

One Night In Paris

War Freitag abend das erste Mal ausgewesen im großen „P“! Mit einigen anderen Deutschen sollte es ins Bastille-Viertel gehen. Es ging gar das Gerücht umher, dass ein oder zwei Franzosen mit dabei wären, die dazu noch dort wohnen und sich daher in der Gegend auskennen würden! Die Folge: Helle Aufregung beim Rest des Teilnehmerfeldes, und de facto eine Grundkonfiguration nicht ohne Reiz!

Da nichts ist schlechter ist als schlecht vorbereitet zu sein, stärkte ich mich, bevor es losging, noch im Resto U (hat auch zwischen 18.15 und 20.30 auf!) mit einer „Formule Bleue“. Es gab ein Durcheinander aus Hackfleisch und Kartoffelbrei, und als Beilage Kartoffelbrei.
Wie gesagt: Nichts ist schlechter als schlecht vorbereitet zu sein.


Unser Treffpunkt (und beileibe nicht nur unser!) war die Treppe der „Opéra Bastille“, direkt am Ausgang der Métrostation „Bastille“. Das Paris-Kiel-Gefälle: Was bei uns allenfalls nach einem kleinen Restaurant in der Holtenauer Straße klingt, ist hier ein ganzes Viertel inklusive Oper und angeschlossener Métro - was für Dimensionen! Bang City Bang!

Aus der Station heraustretend, stellte ich erstmal angetan fest: Die Atemwolken vorm Gesicht waren wieder da! Wo warnse bloß so lange gewesen? Man weiss es nich, weg warnse einfach! Ich war auf jeden Fall der erste unserer Gruppe und musste diese vor den sehr zahlreichen anderen wartenden/abhängenden Citee-by-Night-Stylern entsprechend vertreten. Also steckte ich meine Ohrhörer ins Ohr und hörte coole, total abgefahrene Musik! Das brachte mich ihnen im Geiste schon ein ganzes Stück näher.


Schließlich waren wir beinahe komplett, nur die ortskundige Franzosen-Fraktion, so hieß es, stoße gleich noch dazu. Machte gar nichts, wir hatten keine Orientierungsprobleme, weil es ja bloß aus einer Richtung leuchtete und blinkte. Der Weg würde auch sowieso später noch leicht nachzuvollziehen sein: Einfach so lange geradeaus, bis es zwangsläufig nach halblinks geht. Dann da. Wir kamen auch an einer Gruppe von spontaneously young Breakdancers vorbei. Doch sorry leider, Jungs: Wir können nicht bleiben, denn wir kennen bereits unseren Weg!

Spontan kehrten wir in ein vom Straßenrand aus unseren Ansprüchen genügendes Lokal ein, das „La Poudrière“ (auf deutsch: „Pulverturm“ resp. „Pulvermagazin“!) in der Rue de la Roquette!
Das „La Poudrière“ charaktisierte sich anhand folgender Eigenschaften: Ziemlich voll, eine anthropogene Geräuschkulisse, die auch den sich im Hintergrund abspielenden Deltaradio-Sound (Strokes, RHCP, allerdings auch mal Sex Pistols; Tomte dagegen null!) in den Schatten stellte, und nicht zuletzt eine Luft, die Rauchen zum Pleonasmus machte. An den Wänden hingen mutmaßlich von ehemaligen Graffitikünstlern dahingeölte Skelett-Portraits in durchaus ansprechend hippem Style, bis auf dass sie zum Teil aussahen wie Zahnspangenträger. Skelette Zahnspangen?! Was hat denn das überhaupt noch für einen Sinn? Nevermind, wir wolltn hier eh nur trinken. Wie durch ein Wunder fanden wir noch eine zusammenhängende (!) Ansammlung von freien (!) Plätzen für sieben (!).

Die dann eintreffenden Franzosen waren ne ziemliche Enttäuschung! Vor allem war nur einer Franzose, und der war noch Deutscher und sah so aus, als stelle er gleichzeitig Adam Green und Pete Doherty mit Mitteln von H&M nach. Gesellig war er nur seinen Bekannten gegenüber, ging nach anderthalb Stunden mit seinem deutschen Kumpel und machte auch keine größeren Anstalten, sich zu verabschieden (von seinem verwelkten Begrüßungs-Händedruck aber mal ganz abgesehen!). Doofmann! Ein kleiner Reinfall also, der effektiv jedoch nicht so auffiel, da wir das bewährte Kieler Dreieck aufbauen und zu lässiger Kommunikation nutzen konnten: Es ging unter anderem über selbstbewusstes Kundenverhalten gegenüber den großen Firmen und die dadurch erhöhten Chancen auf Gratispakete, um den ersten Teil von „Batman“ (der am Montag um 15 Uhr in irgendeinem Kino läuft, wolln wir sehen!) sowie um Gerüchte, die um eine neuartige Sorte von After Eight mit Orangenfüllung rumorten, welche Amelie in Paris gesichtet zu haben glaubt. Also, ich glaube ihr kein Wort!

Auch ansonsten ging der Aufenthalt: ein kleines Heineken für 3,50 EUR, ein großes, Achtung: „Kronenbourg“ (irgendne Elsass-Plörre!) für 4,50 EUR, und das Bier schmeckte nach deutschen Maßstäben zwar n bisschen dünn, aber jedenfalls nicht nach Katze und schlug auch ein, was beides die Hauptsache ist. Da ich in Sachen Alkohol ja eine ordentliche Schule genossen hab und kein Kind von Traurigkeit bin, war ich nach den zwei Bier dann auch noch fähig zum U-Bahn-Fahren - vom Abschied bis zur erneuten Ankunft im Wohnheim lief alles reibungslos ab und war hervorragend koordiniert. Selbst vorm Rezepteur (oder wie man das nennt, wenn jemand an der Rezeption sitzt) hab ich mich nicht blamiert und den einstudierten französischen Satz zur Bitte um möglichst plötzliche Herausgabe des Zimmerschlüssels vorbildhaft gemeistert.

Zwei Dinge noch, mehr fürs Protokoll: Neben der Wiederentdeckung meiner alten Gewohnheit, bei Stimulation durch Musik, Alkohol und schlechte Luft (LeseLounge!!) mir auch mal nen Glimmstengel zu erbetteln, habe ich diesen bei der Gelegenheit auch gleich einige Male virtuos aus Versehen durch die Luft gepfeffert. Zweitens: Dem Vergleich mit den Kieler Institutionen „Exlex“, „Weltruf“, „Nachtcafé“ et al. hält „La Poudrière“ leider nicht stand. In Nachtleben also Kiel: 1, Paris: 0. Beweis erbringe ich gerne gegen Anwesenheit hier in der Weltstadt des Herzens, die in den Händen der Franzosen in den letzten ca. 1700 Jahren eine sehr gute Entwicklung genommen hat, kommt ma her alle!

Ähm, Kamera hatte ich leider vergessen. Wie gesagt, kommt halt selbst vorbei!

jeudi, novembre 09, 2006

Lustiges Frankreich

Auch anderer Länder Mütter haben lustige Söhne:












mardi, novembre 07, 2006

Willkommen!

Jetzt isser endlich wirklich uff, der Blog: Hallo und Willkommen!

samedi, novembre 04, 2006

Eiffelturm, die dritte

Besuch aus Deutschland! Susi und Klemens sind von Freitag bis Montag auf Urlaub in Paris. Da ich zur Zeit ja auch gerade hier bin, die beiden kenne, und die beiden das beides auch wissen, war es eine naheliegende und gute Idee, den Anlass zu einem Treffen auszunutzen.

Man traf sich also vor der tollen großen Reiterstatue, die das Hôtel de Ville sich leistet zu unterhalten. Da Susi und Klemens bereits entschieden waren, auf den Eiffelturm zu gehen (denn das Wetter war gut und vor allem klar) und ich das ja eigentlich auch immer mal erledigt haben wollte, um es als großkotziges Posting in meinem Paris-Blog zu verwursten, bin ich auch einfach mitgekommen.
Und ich muss schon sagen: Hat sich echt gelohnt! Hätte nie geglaubt, dass die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Abend auf einem Turm so gut verbracht ist! Und doppelt gut daran, ausserdem so weit es geht die Treppen und nicht den Lift zu nutzen, ist nicht nur das gesparte Geld und das Bewusstsein, etwas Gutes für seinen Körper getan zu haben, sondern auch die Möglichkeit zu irren bladerunneresken Fotoreihen im Inneren des Stahlmonsters – wenn sich nämlich das große Licht im Himmel erst einmal aus-, und die vielen kleinen am Turm sich eingeschaltet haben. Der Abend gab zudem Gelegenheit festzustellen, dass auch das Original blinkt. Lehrreich. Wie macht es das bloß? Bisher war mir diese Eigenschaft nur von den kleineren Modellen aus Glas bekannt.
Und: Der Turm schaukelt tatsächlich! Es fängt irgendwann zwischen erster und zweiter Plattform mit dem diffusen Gefühl eines etwas unsicheren Gleichgewichts an, das man zunächst mal darauf zurückführt, dass man eventuell doch nicht so schwindelfrei ist, um dann, je höher hinaus es geht, umso klarer vom Turm zu kommen. Gute Aufteilung: Unten übernehme ich die Verantwortung und oben, da wo's brenzlig wird, der Turm.

Pikant übrigens: Die in der Dunkelheit entstandenen Bilder darf ich eigentlich gar nicht veröffentlichen, denn, wie ich noch am selben Abend bei Wikipedia lesen musste, besteht auf die Beleuchtung des Eiffelturms ein Copyright!
Na denn, ya mothafuckaz (ja, ganz recht, IHR seid gemeint): Kriegt mich doch!

mercredi, novembre 01, 2006

Ein Beepen, das süchtig macht:
Mein neuer "Passe NaviGO"

Es ist soweit: Ich darf meine Monatskarte, die „Carte Orange“, endlich auf meinem Pass NaviGO laden! Wurde aber auch Zeit!

Der Pass NaviGO ist hier in Paris (cool, ne, das ich das einfach so dahinsagen kann: „hier in Paris“?) sowas wie die neue Generation von Fahrkarten, die die Fuchteln ihres Einflusses, die sich bisher nur auf die „Abonnement Intégral“(Jahreskarten)- und „Carte Imagin'R“(Karten für Schüler und Studenten unter 26)-Besitzer senkten, nun auch auf die Wochen- und Monatskarten, die „Carte Orange“ ausdehnen will. Wird auf jeden Fall schon seit über einem Monat von den RATP (das sind die Nahverkehrsbetriebe hier) intensiv beworden, dass das sowas von „gagné“ ist usw.
Da ich mich weder mit Neuerungen allzu schwer tue noch besonders gut Nein sagen kann, hab ich mir natürlich gleich meinen persönlichen NaviGO bestellt – ganz toll, personalisiert mit Name, und sogar ein Foto ist mit drauf! Da meine herkömmliche „Carte Orange“ jedoch noch schon gekauft und in Benutzung war, lag der NaviGO noch einen halben Monat bei mir rum. Damit ist es jetzt vorbei!

Erklärung des Unterschieds: Die alte „Orange“ muss umständlich aus der Tasche gepfriemelt und durch einen Entwertungsschlitz geschickt werden, der sie auf der anderen Seite schlechtgelaunt wieder rausspuckt; verliert man sie, ist man der Trottel und muss sich eine neue kaufen; ausserdem steht man in den großen Stationen immer Schlange an den Drehkreuzen. Dagegen der NaviGO: Man zieht ihn einfach ganz smart über ein futuristisch designtes Scannerfeld, und wenn man grad mal in Kekslaune ist, kann man das sogar machen, ohne ihn aus dem Portemonnaie oder der Handtasche rauszunehmen. Bei Verlust macht man nie wieder folgendes Gesicht: :-(, sondern nur mehr jenes: :-), denn in dem Fall spielen sich alle Vorteile des virtuellen Trägermedientums des NaviGO aus: Den alten Pass lässt man sperren, so wie ne Kreditkarte, und kriegt nen neuen, auf dem die alte Monatskarte, weil auf dem persönlichen Konto gespeichert, natürlich wieder mit drauf ist. Ausserdem gibt es überall diese tollen „Reservé NaviGO“-Drehkreuze, durch die die Besitzer der analogen Karte, sie können sich anstrengen wie sie wollen, mangels Schlitz einfach nicht durchkommen: NaviGO, oder: Nahverkehr auf der Überholspur!
Das beste ist aber dieses satte Biepen, mit dem der Entwerter nach der NaviGO-Fütterung den Weg zu den Bahnsteigen freigibt; so schön, dass man am liebsten fast nochmal passieren will. Denn das macht einfach Freude!

Ferien!

Heut is Allerheiligen in Frankreich, oder, wie der Franzose sagt, "Tous les saints".