samedi, octobre 28, 2006

Bei LIDL-Paris am 13.10.

Da ich ein starkes Interesse am deutschen Lebensmitteldiskountwesen hege – speziell wenn es darum geht, mit dessen Hilfe meine Einkäufe abzuhandeln – bin ich natürlich sofort Feuer und Flamme, als ich erfahre, dass auch Paris seine LIDLs hat. Die Vorbereitungen für einen Besuch zum nächstmöglichen Termin beginnen daher umgehend, wobei ich systematisch vorgehe:
Zunächst (1) besuche ich die französische Homepage des Konzerns (www.lidl.fr), suche dann (2) meine nächstgelegene (bzw. nächstgelegene sympathische) Filiale heraus. Im dritten Schritt (3) besuche ich die Filiale und kaufe dort ein.


Ich entscheide mich für die Filiale „24 Rue Labrouste“ im 17. Arrondissement. Die Verkehrsanbindung ist zwar schlecht – keinerlei Metro oder RER (Nahverkehrsbahn) in der Nähe – aber LIDL gibt mir auch eine Wegbeschreibung mit, und wir werden das Kind schon schaukeln.

Nach einem bestimmt einstündigen Fußmarsch über etwas mehr als 3 km (so die LIDL-Map) stehe ich vor einem derart vertrauten Anblick, dass mir ganz andächtig zumute wird: „LIDL, moins cher“. Völlig lakonisch, als machte es gar keinen Unterschied, ob es hier steht oder 900 km weiter nordöstlich – in die Sprache einer völlig fremden Zivilisation übersetzt freilich, aber dennoch.
Auch das Ladeninnere ist in punkto Aufbau und Produktpalette kaum von den deutschen Geschwistern zu unterscheiden. Und die Preise, Freunde, die Preise: Bis auf die CD-Rohlinge, die hier komischerweise vier bis fünf Euro mehr kosten als bei uns (aber auch das wird seinen Grund haben!), sind nur unbedeutende Differenzen feststellbar.
Ich stelle ausserdem fest, dass auch der französische LIDL ebenso wie seine deutsche Entsprechung (und im Gegensatz zu den übrigen Pariser Supermärkten) in seinen Süßigkeitenregalen die Weihnachtszeit bereits im Spätsommer beginnen lässt – ein wichtiger Teil der deutschen Kultur! Bewegt stehe ich vor den Regalen mit den „Marzipanstollen“ (sic! steht wirklich auf der Packung drauf) und denke zu ihnen und zu mir selbst: "Auch ihr seid wahrscheinlich weit weg von Zuhaus. Hätte ich nur etwas mehr als die zwei Euro zwanzig in meiner Tasche, ich würde euch alle mitnehmen!"

Ich kaufe schließlich, einem Drang gezollt, der wohl meiner Entzuckerung entgegenwirken soll, eine Tafel „Chocolat Dessert“ – dunkle Schokolade, die halbwegs günstig ist und halbwegs gut schmeckt.

Kurz nach Verlassen des Ladens finde ich ganz in der Nähe eine Bushaltestelle vor, steige in den Bus ein und lasse mich, heraus aus meinem Warentraum, wieder in die Stadt hineintragen. Hoffentlich à möglichst bientôt!

1 commentaire:

Anonyme a dit…

Diese Gefühle kenne ich gut, allerdings nur aus dem Urlaub. Ist schon erstaunlich wie sehr man sich freut, altbekanntes in der Ferne zu entdecken, auch wenn man eigentlich neuem gegenüber aufgeschlossen ist. Ob der europaweite Erfolg von Lidl wohl hauptsächlich an den Deutschen im Ausland liegt?!