mercredi, janvier 31, 2007

Métro-CD: L'aigle a atterri!*

So: Ich hab jetzt geschafft, was mir vom ersten Moment meiner Ankündigung an wohl niemand ernsthaft zugetraut hatte: Nämlich die Tracklist für meine Pariser Métro-CD fertiggestellt, inklusive einer kleinen Dokumentation! Und weil ich so noch ein wenig mit Photoshop herumspielen konnte, hab ich gar noch ein Cover-Artwork gestaltet! Sagt, was sagt ihr dazu? Ist das nicht apart? Liegt alles jetzt grad, in diesem Augenblick, in eurem Postfach**!! Ist doch angekommen? Noch ohne Fahrschein jemand? Dann bescheid sagen! Und ne StudiVZ-Fotoserie mit Thema "Métro" hab ich ausserdem noch erstellt, für die, die auch das Bild zu Ton und Text haben wollen. Wobei ich vielleicht noch auf ne andere Plattform wechseln werde. Denn die Qualität ist ja beim VZ eigentlich nicht so supertoll. Ausserdem sind ja auch einige von euch gar nicht eingeschrieben (ihr seht, ich gehe immer noch davon aus, dass ihr alle interessiert seid).

Daher auch die kurze Ruhephase meines Blogs die vergangenen Tage: Hatte halt zu tun. Das hat vielleicht gedauert, dieser Kram! Einem eher unerfahrenen User wie mir verlangt Photoshop eben noch ein wenig was ab, vermag ihm andererseits aber auch zu kindlichen Begeisterungsstürmen ob der vielen Möglichkeiten hinzureissen. Doch was scheinbar eingeschlafen war, war in der Tat nur das Auge des Hurrikans! LeBlog***: extremer denn je zuvor! Noch härtere Sprüche, noch mehr Dieter Bohlen DSDS Felix Magath****.

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* Kleine Französischstunde für euch - soll so viel heissen wie: 'Der Adler ist gelandet!' Hab ich aus dem Wörterbuch heraus übersetzt!

** Schätzungsweise mal ausgenommen derer, die "video lust selbst besorgen" oder der "schlagsahne im arsch" wegen hier sind. Allen denjenigen, die in keine der beiden Kategorien (also: bereits versorgt oder aber geil****) hineinpassen: Entscheidet euch - entweder geil oder versorgt!

*** A propos: Ich sag jetzt übrigens bis auf Weiteres nur noch "der Blog", alles andere klingt für mich irgendwie unnatürlich. Ich betone das deswegen extra, weil ich im Duden gesehen hab, dass man nämlich auch "der" als Variante sagen darf. Daher bleib ich vorerst dabei. Auch wenn ich selbstverständlich keine Insellösung möchte. Ich werde die Szene weiterhin intensiv beobachten. Aber über das Thema - auch das hab ich bei meinen Recherchen herausfinden können - wurde im Netz ja schon ausreichend diskutiert. An dieser Stelle also weiter nicht mehr als: Jetzt wisst ihr, auf welcher Seite ich stehe!

**** Ist Absicht: Ich sammle Schlüsselbegriffe, um die Besucherzahl mittelfristig auf ein stabiles Level zu hieven.

dimanche, janvier 28, 2007

Aus meinem Blogcounter-Konto

Einige der Suchbegriff-Kombinationen, die bisher User zu meinem Blog geführt haben:

1. coole albaner styler
2. meistgespieltes lied sommer 2006 wm
3. schlagsahne im arsch
4. video lust selbst besorgen (bzw. video selbst besorgen)

TOP Begriff aber: traumdeuten

vendredi, janvier 26, 2007

Le garcon sur glace

Heute Nachmittag war ich mit Nadine* und Cathleen, zwei Co-Deutschen, Schlittschuhlaufen am Tour Montparnasse**, das erste Mal seit bestimmt 15 Jahren wieder Schlittschuhlaufen!! Hier der Film dazu. Am Interessantesten ists leider, als ich gerade am Weitesten von der Kamera entfernt bin. Ich sag mal, zum Ice MC reichts wohl noch nicht. Aber den Vin Chaud im Anschluss hatte ich mir redlich verdient, jawohl!


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* Die zweite Kieler Nadine (nicht die von Nadine und Amelie!).

** Es müsste eigentlich heissen: die Tour Montparnasse, weil Turm im Französischen ja weiblich ist. Aber abgesehen davon, dass ich dachte, dass das bloß verwirrt, klingts auch einfach scheisse (ich habs ausprobiert!).

mardi, janvier 23, 2007

Basilique de St. Denis Nachtrag:
Marie Antoinette

Ach, was ich noch vergessen hatte: Ich hab aus der Basilique ja auch noch ein Foto von Marie Antoinette* mitgebracht, wie se wirklich aussah. Nicht etwa wie Kirsten Dunst nämlich, sondern ungefähr so. Also, ich find, sie könnt ruhig mal lächeln. Setzt meiner Meinung nach ne etwas, Achtung: steinerne Miene auf. Höhö, *hüstel*!

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* M.A. und Louis XVI. wurden auch in der Gruft der Basilique begraben.

Auto-Korrektur

Ich glaub übrigens, also bin mir sehr sicher, dass ich mich geirrt hab, und es in Wirklichkeit definitiv "Label" heisst und nicht "Tag". Dementsprechend muss man, wenn mans Substantiv in ein Verb umwandeln will, auch "labeln" sagen und nicht "taggen". Schade.

Risiko-Tourismus (2) (oder: Licht und Schatten) - Die Basilique de Saint-Denis

Ja, die Rastlosigkeit. Betrifft auch mich seit Jahren immer wieder. Als Mann. Als Student. Als Poet. Und bisweilen auch als Tourist. Gestern wars Letzteres, und Zielscheibe meines Tourismus wurde die Basilique de St-Denis. Eigentlich wollte ich mir die ja ursprünglich gar nicht anschauen, weil erstens war ich schon in der Notre-Dame, und die sieht ja ganz genau so aus (gotisches Gedöns eben), und zweitens liegt die Basilique de St-Denis dummerweise im nördlichen Pariser Super-Ultra-Problem-Banlieue St. Denis. Krasse Gegend, hier kommen, meinen Informationen zufolge, rund 80% der extremsten französischen HipHopper* her. Die haben starke und von den vielen Tätowierungen ganz wund perforierte Arme, Autos, mit denen sie falls nötig schnell die Kurve machen können, und sind nur durch sehr sensible Pädagogen einigermaßen zu bändigen. Das wilde Leben eben. Paris Banlieue - where some men do what others only dream about.


Wie gesagt, ich hatte es wirklich nicht vor, aber am Ende fand ich mich zu meinem eigenen Schrecken dann doch mit ner Digitalkamera in der Hand vor der Basilique wieder. Und das kam so: Ich hatte nämlich die Nacht zuvor geträumt, ich führe mit einigen mir bekannten Begleiterinnen nach St. Denis, um dort eben die Basilique zu besuchen. Das war ja auch gar nicht gefährlich oder weiter wild, schliesslich wars ja nur im Traum. Nach einiger Zeit aber kam mir das alles ein wenig komisch vor. Viel zu normal und geordnet, viel zu gradlinig und detailliert irgendwie. So träumt man doch nicht, sagte ich mir, und versuchte ich mich selbst zur Raison zu tadeln. Bis ich dann auf Nachfrage bei meinen drei Begleiterinnen feststellen musste, dass es wohl doch kein Traum war. Ich hatte mich selbst überlistet! Da musste ich doch etwas lachen. Egal. Ich fotografierte einfach weiter, und filmte auch ein wenig. Hier zu sehen der Info-Film im Vorraum, der, sowie ichs übersehe, im rechten (also: südlichen?) Seitenschiff der Kirche lag. Er ist ganz lustig, weil so mit Synchronübersetzung in Gebärdensprache. Vorbildhaft übrigens auch die Infotexte in der Basilique selbst - die waren alle nicht nur ins Englische, Spanische und Deutsche übersetzt, sondern auch in (mutmaßlich französischer) Brailleschrift präsentiert, die diskret auf die Laminierung geplottet war. So solls doch sein, Murrfaktor gleich Null! Zu St. Denis kann ich sonst nur sagen: Die Gerüchte stimmen alle - Zerstörung und Kriminalität ist allpräsent, sie wird quasi zusammen mit der Luft geatmet. Diesen Menschen hier ist nichts heilig. Alles inspiriert sie zu Verbrechen. In welches Gesicht man auch schaut: verletzte Seelen, vom Faktor Angst** traumatisiert, und das permanente Aufblitzen krimineller Geistesblitze in den verengten Augen. Umgekippte Bauzäune, aus dem Asphalt gerissene Anti-Auto-Betonklötze, abgebrochene Zweige, Müll NEBEN statt IN den Papierkörben, geschlossene Ladengeschäfte. Und die Polizei hat auch nix Patentes in petto. Kapituliert.



Nun von der Gesellschaft zur Kultur: Als etwas störend an historisch patinierten Bauwerke dieser Fasson empfinde ich ja, dass diese im Innern stets gänzlich anders als von Aussen aussehen. Das bringt einen immer, mehr oder minder unfreiwillig, dazu, sich doch beide Perspektiven mal antun zu müssen. Faktor Zeit, und nicht selten auch: Geld! Für den Fall der Basilique kann ich nur sagen, dass diese sich schwer tut, den Glanz des äusseren Putzes auf der Innenseite zu reproduzieren. Superdämmer darin, echt, ey danke für die schönen Fotos! Seis drum - ihre Portion Ruhm bekommt die Basilique eh durch die Geschichte: Denn erstens war sie seit dem 14. Jahrhundert fast 500 Jahre lang Grabstätte der französischen Könige, und zweitens gilt sie (ca. 1130 in Grundzügen erbaut) als erstes gotisches Bauwerk*** überhaupt! Spätestens wenn man das erfährt, fängt man an, authentischen Respekt zu empfinden und die Nase in Richtung "Kilomètre Zéro"**** zu rümpfen, an dem die Notre-Dame sich aufbaut und platziert und aufgeblasen Meriten empfängt, von denen sie zumindest einen Teil an ihren eigentlich nicht weniger bedeutungsvollen kleineren Nachbarn im Norden abzugeben verpflichtet wäre.


Nun noch einige lehrreiche Bemerkungen zum Titel "Basilique", die ich dem Audioguide entnehmen konnte: Streng genommen ist die Basilique de St-Denis nämlich gar keine Basilika, sondern eine im Laufe der Jahrhunderte zur Kathedrale aufgestiegene Abteikirche. Eine "Basilika" zeichnet sich durch eine Handvoll recht genauer architektonischer Merkmale aus, die ich mir leider nur unvollständig merken konnte. Wenn eine Kirche jedoch alle diese Merkmale nicht mitbringt, sich aber trotzdem unbedingt so schimpfen soll, kann ihr der Titel "Basilika" immer noch als eine Art Ehrentitel durch den Papst verliehen werden. Und so ists auch hier geschehen. Cooler Trick, oder? Genaueres, also das Wann und Wieso, kenn ich leider auch diesmal nicht. Ziemlich enttäuschend vielleicht, aber: Es liegt an euch, das hier durch mich ererbte Halbwissen vielleicht doch noch zu was Ganzem zu vervollständigen!

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* Französische HipHopper: z.B. Booba, Joey Starr oder Mac Tyer aka Sokrate. Zweitgrößter Hip-Hop-Markt der Welt hinter den USA. Die machen genau son Heckmeck wie die Amis, bloß dass es eben reichlich tuntiger klingt. Höhö!

** Faktor Angst: Fear is the mother of violence.

*** Die gotische Bauweise gilt im übrigen, trotz der internen teils ziemlich mauen Lichtverhältnisse, als architektonische Ausdrucksweise einer Theologie des Lichtes, in deren Sinne das Licht als eigentliche Manifestation göttliche Schönheit angesehen wurde. Umgesetzt wurde das, wie auch hier, durch zum Teil riesige und vor allem atemberaubend superbunte Fenster, die aus den Fassaden regelrechte "Wände aus Licht" machen sollten. Auch das sagte mir der ausgesprochen lehrreiche Audioguide!

**** Kilomètre Zéro: Pariser Referenzpunkt für Entfernungsangaben und somit gewissermaßen die offizielle Mitte von Paris! Befindet sich vor dem Haupteingang der Kathedrale Notre-Dame

lundi, janvier 22, 2007

Bloggen 2007

Hallo! Hab jetzt mal angefangen, auch Tags zu verwenden, praktische Sache sowas! Einfach auf einen Tag draufklicken, um alle damit assoziierten Beiträge zu sehen! Man kann bestimmt auch noch so viel mehr damit machen, aber für mich ist das schon sensationell genug! Werd mich in der nächsten Zeit mal hinsetzen, möglichst alle vorherigen Beiträge zu vertaggen. Kann natürlich n wenig dauern, wie das so ist, wenn ich was ankündige (ich weiss, ich weiss, die tracklist für den Paris-Sampler...), aber ich glaub, das wird gehen, macht nämlich echt Spaß! Yeah Freunde, DAS ist modernes Bloggen!

++Eilmeldung++Eilmeldung++Eilmeldung++

Es scheint so, als würde auch die Stadt Paris jetzt mit dem Abnehmen der Weihnachtsdekoration beginnen. Vom Fortschreiten der Arbeiten konnte ich mich heute an einigen Orten persönlich überzeugen. Mit dem definitiven Abschluss der Aktion ist höchstwahrscheinlich innerhalb der nächsten Tage zu rechnen. Eigentlich ein wenig schade. Aber nun auch mal nötig.

samedi, janvier 20, 2007

Paris Trivia Revisited //
David gewinnt mal wieder gegen Goliath: Kiel ist größer als Paris

Überhaupt mal interessant zu erfahren, in was für einem Wurzelzwerg von Stadt ich eigentlich grad wohne, jedenfalls wenn man mal nicht die Einwohnerzahl oder regionale, überregionale, literarische, kulturelle (usw.) Bedeutsamkeit, sondern nur die Fläche das Wort reden lässt: Helsinki beispielsweise, in dem sich grad mein Freund Tom zur Fertigschreibung seiner Diplomarbeit befindet, ist etwa sechsmal so groß wie Paris, Hamburg etwa achtmal. Doch das ist noch nicht der eigentliche Knaller: Selbst Kiel, also unser aller Home of Förde's Grace, ist, laut Wikipedia jedenfalls, tatsächlich um ca. 13 km² größer als Paris, und das bei einem Zehntel der Einwohnerzahl. Da bin ich nun doch erstmal etwas baff. Aber jetzt versteht ihr vielleicht auch, weshalb ich um die Weihnachtszeit und Neujahr herum immer grenzpathologisch "à la parisienne" gerufen habe, um dann mit geschlossenen Augen die Holtenauer Straße zu überqueren. Weil es nämlich dann doch nicht die wenigen Gemeinsamkeiten, sondern die Unterschiede sind, die einen hier oder dort am Ende einholen. Weil man eben irgendwann einfach nicht mehr kann! Denn ein Zehnfaches der Einwohnerzahl bei vergleichbarer Grundfläche bedeutet ja (natürlich noch etwas relativiert durch Viehburger Gehölz und natürlich der Kieler Förde) auch eine spürbar größere Einwohnerdichte! Aber immerhin, am Ende bleibt: In der einen, vielleicht ja auch noch einer anderen, bis dato unbekannten und auch wieder völlig überraschenden Beziehung befindet sich unser Kiel tatsächlich auf Augenhöhe mit der Stadt der Liebe und der Lichter. Seid stolz, denn auch ihr seid Kiel! Geilomeilo!

Dass allerdings die Metropolregion von Paris in einer ganz anderen Liga spielt als der City-Orbit Kiels, steht natürlich nicht ausser Frage. Der ist in der Größenordnung nämlich in etwa vergleichbar mit der Rhein-Ruhr-Region (wieder nach Wikipedia).

PS:
@Sara und Steffi**: Na, wie erscheint euch jetzt eure Idee, einmal die gesamte Eckernförder Straße runterzugehen? In echt ist die nämlich bestimmt ungefähr Champs Elysees plus x lang.

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* Wobei zweierlei Flächenangabe bei Wikipedia natürlich überhaupt buchstäblich zweierlei sein kann, so wie Stadtgrößen natürlich auch nur schlecht direkt miteinander vergleichbar sind. Aber ich finds trotzdem irgendwie ne Sensation, dass sich Paris und Kiel in etwa den gleichen flächenmäßigen Dimensionen bewegen. Wobei mein Empfinden der Sensation natürlich vor allem auch in einem einfältigen Verständnis von "Metropole" wurzelt, das bis vorhin noch davon ausging, dass eine solche in jedem Fall auch riesengroß sein müsse. Wieder was gelernt!

** Sara und Steffi: zwei Tusen aus Kiel

Zusammenfassung #1 //
Der Heimflug: Tout Rempli am Charles de Gaulle und eine Papaya für George W. Bush

Alles voll am Charles de Gaulle am Morgen des 22. Dezember 2006. Etwas mehr als eine Stunde noch bis zum Abflug (9.10 Uhr) und ca. 40 Minuten noch bis zum Checkin-Stopp (8.40 Uhr), das schien mir ausreichend. Da vom Fliegen noch völlig unbefleckt, halte ich auch diese Überfülle an Menschen, die alle mit gleichem Recht eine bevorzugte Behandlung zum Erreichen ihres Reiseziels erwarten, zunächst für ganz normal. Ich stromer sogar noch ein wenig umher und rücke noch ein paar Gepäckstücke in meiner Tasche an den rechten Ort, weil, könnt ja sonst sein dass wir wegen irgendsonem dummen Fehler alle in den Tod gerissen werden, wenn sich irgendwas etwa mitm Hebel verhakt, auf dem "Emergency" steht oda so.

Nach einem kurzem Intermezzo am Quick-Checkin-Schalter reihe ich mich mit der Bordkarte in der Hand heiter in die überlange Gepäckabgabe-Schlange ein. Irgendwann dämmerts dann auch mir. Vorübergehend aufkeimende Nervosität reift zur Panik, als es für rund 20 Minuten schier gar nicht vorangeht. "Typisch französisch" bzw. "typisch Charles de Gaulle", giftet es bereits vor mir. Jaja, Savoir Vivre eben - da wird hinten in der Gepäckabfertigung sicherlich noch der eine oder andere gute im Fluggepäck gefundene Rote entkorkt, bevors weitergeht*. Typisch französisch sicherlich auch, dass das überforderte Flughafenpersonal sich für jede ihrer Wasserstandsmeldungen und Aufrufe von der immer gereizteren Meute aufs Neue auffordern lassen muss, diese auch auf Englisch zu verkünden.

Auch wenn sich effektiv nix bewegt, muss ich wie Argus der Adler auf meine Position aufpassen, denn die Schlange ist auf meiner Höhe noch weit davon entfernt, sich aus amorph-breiiger Konsistenz zu einer Form zurechtzufinden, und von hinten drängt stetig Nachschub mit großem Hallo! Der Abstand zum Schalter ist immer noch derart groß, dass ich einen Hauch Erdkrümmung zu erhaschen meine. Fünfzehn Minuten vor Abflug bin ich dann beinahe gewillt, dem Impuls nachzugeben, einfach in die Hände zu schnippen** und zu sagen: "I want to go to Rio". Doch leider muss ich mich zügeln, die Fee meinte damals, es wären definitiv nur drei Wünsche. Würgoshit!

Kurze Zeit später gehts dann aber auch so, die Hamburger Bordkartenbesitzer werden rausgewunken und dürfen ihre Baggage an einem separaten, gewissermaßen VIP-Schalter abwerfen. Hihihi! Ich verabschiede mich von einigen meiner besonders wütend aussehenden Leidensgenossen mit hämischen Worten und laufe schnell weg.

Die Pieptür meistere ich mit Erfolg. Auch das französische Abtast-Kompetenzteam will nix von mir wissen. Da ich hier also weiter überflüssig bin, geh ich schon mal an Bord, wo ich von ein paar flotten Bienen in extrem leichter Kleidung willkommen geheissen werde; auch die angebotenen Zeitschriften sind genau nach meinem Geschmack. Schnell fühle ich mich zuhause. Ich finde meinen Sitzplatz leicht, denn das ist so ähnlich gemacht wie im Kino - Vertrautheit schafft eben Vertrauen, die Lufthansa weiss das. Übrigens bin ich natürlich kein Schlaffi und hab n Fensterplatz reserviert. Ich will alles sehen, und ich will mich sattsehen!

Nach meinem Geschmack könnts jetzt also losgehen, doch weil die Franzosen das Gepäck des letzten Fluggastes, auf den wir nun auch schon n paar Minuten warten, irgendwie verschlampt zu haben scheinen und erstmal suchen müssen, verzögert sich alles noch um weitere zwanzig Minuten. "Haha", denke ich da, "das muss ja ein blödes Gefühl sein: in Hamburg ankommen, und das Gepäck nicht da. Armer Arsch! Ein Glück bin ich nicht er!" Irgendwann findet sich auch Mr. Letzter Passagier unter den Pfiffen und Buhrufen der versammelten Mannschaft und Fluggäste ein. Er wird mit faulen Früchten beworfen und darf sich den gesamten Flug lang nicht hinsetzen, sondern muss sich ganz nach hinten ans Ende des Ganges verkrümeln und da hocken bleiben.

10.15 Uhr. Der papayaförmige, in weiss und gelb angestrichene Lufthansa-Jet wirft seine zwei Motoren an. Die Symbole zum Gurtanlegen leuchten auf, das Licht geht aus, die Sauerstoffmasken fallen aus der Decke: Es kann losgehen! Der Flug wird, so der Pilot, etwa eine Stunde fünf Minuten dauern. Sein Angebot, eine Abkürzung zu fliegen, die uns ungefähr die Hälfte der Zeit einsparen, uns allerdings auch über das berüchtigte, sogenannte "Hebriden-Dreieck" führen würde, wird von den Fluggästen mit 45 zu 43 Stimmen abgelehnt. Schade.

10.20 Uhr. Vor uns in der Warteschlange: Air Force One! Das weckt den Ehrgeiz unseres Piloten. Tatsächlich schafft er es, ihr im letzten Augenblick auf dem Weg zur Startbahn den Weg abzuschneiden. Die Fluggäste machen natürlich alle mit, zeigen den Mittelfinger und rufen "Merry Christmas, George!" oder auch nur "Fuck America!" bzw. "Die, America!". Bevor der verdutzte Ami überhaupt irgendwas begreift, sind wir auch schon weg und in den Wolken. Hähä!


In der Luft setzen augenblicklich Schwindel und hämmernde Kopfschmerzen ein, die bis ca. eine halbe Stunde nach der Landung bleiben sollten. Der Pilot fliegt sofort nach dem Start einige waghalsige Kurven, um, wie er sagt, mal die Grenzen der Maschine auszutesten, diese sei er nämlich noch nie vorher geflogen. Für den dräuenden Magen gibts derweil lecker Käsebrot und einen Schokoweihnachtsmann. Zu Trinken ordere ich Kaffee und Tomatensaft. Schaut mal, ich hab sogar einen Film und n paar Fotos gemacht:



Das Flugzeug wackelt beim Landeanflug bedenklich, und verliert, wie später in der Zeitung zu lesen ist, auch einige Gepäckstücke, da der Verschlusshaken der Gepäckklappe wohl irgendwie abgerissen sein muss. Da müssen die betroffenen Passagiere wohl, ob sie wollen oder nicht, hingehen und sich ihr Gepäck selbst wiederholen, denn so lang ist das Gepäckband natürlich nicht. So ein Ärger!

Die armen Beine: Kaum dürfen sie aufhören zu zittern, müssen sie sich auch schon am Gepäckband in den Bauch stehen lassen - zweifelhafte Gewinner der Evolution, dem janusköpfigen, geliebtgehassten Damoklesschwert der Natur!

Nach 20 Minuten besteht Gewissheit: Meine Tasche ist nicht da. Da das Lufthansa-Büro zum Glück kaum zwanzig Meter weiter ist, ist meine Wut noch schön frisch. Mit nur einem Handkantenschlag zertrümmere ich den Schreibtisch da drin, um mich nach dem Verbleib meines Gepäcks zu erkundigen. Freundlich werde ich darüber informiert, dass meine 'Siebensachen' noch in Paris sind. "Die kommen mit der nächsten Maschine", so die Dame, "heute abend, um 17.45 Uhr." Da bin ich aber nun nicht mehr da. Also Heimlieferung am nächsten Tag. Gut eigentlich, die Scheisstasche ist nämlich sauschwer! Top Gelegenheit, ohne großen Balast nochmal bei Sara in Neumünster vorbeizuschauen, die dort, wenn ichs recht verstanden hab, den Kindern vermitteln soll, dass der Weihnachtsmann seine Frau in eng anliegenden Hosen Werbung für Handys machen lässt. Ich weiss nicht, aber sollte das stimmen, dann wäre das nicht mehr MEIN Weihnachtsmann. Wohl eher so einer.

Meinen Bus in die Stadt finde ich dagegen schnell, alles gut zusammengehalten am Haburger Flughafen. Der patzige Busfahrer verschreckt und rührt mich, den zuletzt doch mit allzu samtenen Handschuhen Angefassten, zu gleichen Teilen: Ich bin wieder zuhause! Hier gehöre ich hin!

Achja: Und gleich am Hauptbahnhof treff ich dann noch Kathi! Und fahr noch nach Hause! Weihnachtsmarkt! Wiedersehensszenarien! Impulsive Pulloverkäufe!! Doch mehr dazu im zweiten Teil der Zusammenfassung!

* das gibt da auch irgendwie so n Gesetz: Ich schlags mal nach und informier euch, verehrte Leser, in den nächsten Tagen.

** in die Hände schnippen: natürlich nur im uneigentlichen Sinn; Gleichnis aus dem weiteren Verwandtschaftsumkreis etwa des einhändigen Klatschens.