und Amelie größtenteils slouchy verbrachten Morgen und Vormittag (es gab french Frühstück sowie freshe Vorlesungen von Herrn Meier und Herrn Decker aus der Konserve) der nahe dem Place Emile Landrin (da wohnen sie, also: nicht Decker und Meier, sondern Amelie und Nadine) gelegene Cimetière Père Lachaise an der Reihe, auf dem sich die tote Prominenz die Klinke in die Hand gibt.Die Liste ist lang und geht von Honoré de Balzac über Molière und Frédéric Chopin bis zu Jim Morrison, der sie dann in letzter Konsequenz an Oscar Wilde weiterreicht. Der Reihenfolge der Genannten entsprach auch in etwa unser Weg. Ohne dass die uns dabei umgebenden zahlreichen Mit-Touristen und Ko-Flaneure auch nur annähernd einen Glimpse davon catchten, malten wir mit unserer Route ein S, oder gedrehtes C oder U, oder eventuell vielleicht auch irgendeinen gar noch komplizierteren Buchstaben oder eine geheime Botschaft auf das Areal des Lachaise, aus der Vogelperspektive betrachtet.
So wie meine Cité U ein Studentendorf, mutete der Père Lachaise wie so eine Art pantheonisch
konzipiertes Gräberdorf an. Grad noch ausserdem gefundene Parallele: Beiden sind nur für die besten ihrer Sorte!Grabmonument drängt sich hier jedenfalls an Grabmonument. Es entstehen Gassen, die nicht immer schön sind und in den schlimmsten Fällen gar ein wenig an Bilder englischer Industriesiedlungen des vorvorigen Jahrhunderts erinnern. Im schönsten (und häufigeren) Fall eignen sie sich aber wunderbar zum melancholisch eingefärbten Dahinflanieren (wobei ich leider an diesem Morgen, ich hatte wenig Sauerstoff, albern wie ein schlecht erzogener junger Hund hinter den beiden herwedelte). Auf jeden Fall: Ne Menge Stein!
Und von wegen ewige Ruhe: Vom regen Touristenverkehr mal abgesehen blieb in Anbetracht so manches Grabmales (das natürlich mitunter auch von Hinterbliebenenhand so hinverfügt wurde) der Eindruck, dass es auch im Reich der Toten einen ganz schönen Konkurrenzdruck gibt. Das war allerdings eher eine (wenn auch auffällige) Minderzahl: In den meisten Ecken gings ganz peacig zu.
Wie auch immer: Ich kenn jedenfalls einen, dem sein Grab glaub ich nich so gefallen hätte: Sein Name ist Oscar Wilde, und sein von einer unbekannten Bewunderin gespendetes Grabmal in Sphinxform ist mit fettigen Lippenstiftflecken, -flecküberbleibseln und anderen Kritzeleien fast voll deckend übersät (s. Foto). Ein echtes Kult-Grab, wie man bei RTL oder so wohl sagen würde. Also, ich wusste vorher nicht, dass das so aussieht. Wusstet ihr das?


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