samedi, mars 31, 2007

Vom dem großen Mann oben habe ich die Ohrhörermarke und den Körperbau. Von dem unten die wilde, ungestüme Leidenschaft fürs Lesen.

vendredi, mars 30, 2007

Pissoucis

Also echt mal: Auch im nunmehr sechsten Monat meiner Anwesenheit hier* kann ich es immer noch nicht verstehen, dass die Franzosen zwar ganz konsequent und stoisch ausschliesslich im Stehen pinkeln (und das nicht nur an denen für den Standgebrauch vorgesehenen Urinalen), es aber nicht hinkriegen, darin auch mal langsam Skills zu entwickeln. Alten eh!
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* um die mich, das gebe ich immerhin zu, hier niemand gebeten hat

jeudi, mars 29, 2007

Return Of The Mack (Once Again)

In genau einer Woche bin ich übrigens um diese Zeit, wenn nix schiefläuft, grad wieder in Hamburg und Umgebung! Für satte, wenngleich andererseits auch wieder viel zu kurze zwanzig, oder sagen wir lieber: neunzehneinhalb Tage wird mein unbeschwertes Gemüt wieder den Sonnenschein in eure tristen maritimen Lebenseinöden bringen! Krass, was?!

Tja, so sieht das aus. Wobei, ich lave mon cerveau ja heutzutage bevorzugt avec l'internet (hab gar kein TV) und sonst höchstens mit meinem Mini-FM-Radio namens "Fureur" (der eingefleischte "le-blog"-Fan erinnert sich natürlich noch - ärztlicher Rat...). Bzw., ähm, sag mal Holger: Hattest du mir das gestern eigentlich noch zurückgegeben? Wenn du auch eins haben willst, dann keine Panik, ich kann dir bestimmt noch ganz billig eins besorgen!

mardi, mars 27, 2007

Für lau dank ERASMUS (bzw. Europa): Konzertabend in der Maroquinerie

Als wüchsen uns hier nicht sowieso schon die Trauben ziemlich lässig in den Mund hinein, gabs vorgestern Abend für uns ERASMUS-Studenten noch n Extra-Schmanki: Kombi-Event zum 50. Geb. des Römer Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft sowie dem 20. des Erasmus-Programms, ein Gratis-Konzertabend! Danke!

Die erste Band waren die "Elderberries", so ne Art französische Hellacopters-Kopie. Schaut mal, der Sänger ist ganz klein, wie ein Mini-Me von David Lee Roth! Sie rockten wirklich ganz ordentlich, aber an den Anblick konnte ich mich nur schwer gewöhnen. An diesem Abend verfestigte sich mein Eindruck, nach dem Franzosen allgemein große Probleme mit dem Meistern des Konzeptes "Bandoptik" haben.

Danach spielten die deutschen "Mardi Gras.bb", die vor ein paar Jahren unserlandes einen moderaten Bekanntheitsgrad besaßen (und, ich weiss es nicht genau, womöglich sogar jetzt noch besitzen). Auch wenn sie durchaus n bisschen was Helmut-Zerlett-Studiomuckermäßiges hatten, sie unterhielten fein und nicht ganz unsympathisch mit ihren ganzen Bläsern und so, sogar nen Plattenjockey hatten se. Höhepunkt waren die drei letzten Zugaben, für die sich die akustische Fraktion (also Blasmänner & Perkussionisten, s. Video) nach den eigentlichen Zugaben einfach zum Jammen ins Publikum begab, während der Rest schon mal die Bühne für die dritte Band leerräumte. Die wir uns dann aber nicht mehr reintaten. Ehrlich mal, s war ja inzwischen auch schon fast halb zehn!

Einziger Wermutstropfen des Abends: das Bier. Ich, von allen guten Geistern verlassen, genehmigte mir nämlich gleich zwei "Kro"* (pro Becher drei Euro!!). Und des war, vermutlich in Anlehnung an Général de Gaulle, ziemlich schal.

Und hier noch ausschnittsweise die Elderberries und Mardi Gras.bb, per Bild zu euch (entschuldigt den abrupten Übergang, also: im Video)!!!


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* "Kro": legeres Szenesprech für "Kronenbourg", ein elsässisches, nicht allzu starkes, nicht allzu gutes Bier.

lundi, mars 26, 2007

Show des Scheiterns (I)

Gescheitert hingegen sind vorerst folgende Vorhaben:
- "Substitute" sehen (wär in der Tat auch nur Ersatz fürs "Sommermärchen" gewesen, das immer noch aussteht)
- Filmkurse an der Nouvelle Sorbonne besuchen (kommt zweieinhalb Monate nach Kursbeginn wohl einfach nicht mehr so gut)
- die Sonne reinlassen nach wochenlanger Krankheit (Sonne is bereits schleichend von selbst zurückgekehrt)

Dauerbrenner und immer noch heiss aber: meine Hausarbeit! Welchen Themas auch immer: Die wird sicher!

Wo das Wünschen noch hilft

Das Wunder ist tatsächlich geschehen! Der Star-Wars-Simulator des Euro-Disneyland Resort Paris konnte seine intriganten Fuchteln nicht länger als zwei Wochen auf dir halten. Denn dummerweise gingst du verloren in einem Land, in dem das Wünschen noch was hilft. Kleines blaues Nokia-Handy, dessen Akku kaum noch länger als drei Tage hält: Willkommen zurück in meinem Leben!

"Gehen Sie mal ins Museum"

Ja, Pariser Arztbesuch nun hinter mir, das bedeutet höchste Zeit für blogmäßige Verwurstung, wa? Arztbesuch in Paris, kann ich da nur fazitieren - ja hallo!

Wie mir ja bereits vorher in einschlägig frankophober Revolverliteratur angedeutet wurde, betrete ich, nachdem dieses Betreten tags zuvor telefonisch in beiderseitigem Einverständnis abgeklärt worden war, tatsächlich eine völlig handelsübliche, zur Praxis bloß umfunktionierte Wohnung* und nicht eine dieser Katakomben mit allgegenwärtig weissem Halo**, so wie bei uns. Allerdings eine, die vollgeräumt ist mit einer Überspitzung dessen, was allgemein so als Ärzte-Kunstgeschmack bekannt ist und ambivalent diskutiert wird. In diesem Fall, weils n Pariser Arzt ist, sogar noch mit Extra-Goldkante.

Auch an Dr. Adler, Médécine Générale, ist keine Spur von weiss zu sehen - in recht casual französischer Herren-Frezeitkleidung empfängt er mich höchstpersönlich an der Tür, ebenso wie er mich bereits am Vortag beim telefonischen Erstkontakt dadurch verwirrte, dass er höchstselbst am Apparillo war. Eine Sprechstundenhilfe, normalerweise das erste und das siebte Siegel, die eigentliche Schutzschicht zwischen weisser Arzt- und schmutziggrauer Patientensphäre, zu häufig Symbol des gebrochenen Verhältnisses beider, fehlt hier. N bisschen wie Telefonieren mit Gott. Das Wartezimmer bietet Wohnzimmer-Atmosphäre: Kamin (allerdings geschlossen), keine billigen Frauenjournale, sondern jede Menge Kunstbildbände sowie eine schön dick mit Stuck glasierte Decke. Viel zum Gucken. Aber dann kommt endlich der Safran an den Kuchen!

Der Einstieg in die Sprechstunde ist einfach: Kinderkrankheiten aufzählen! Leichtigkeit! Ich war doch ein Sanostol-Kind, entgegne ich selbstbewusst und schaue ihm dabei in seine listig funkelnden Allgemeinmediziner-Augen. Das das zähe Ringen zwischen Arzt und Patient ist damit eröffnet. Die zweite Hürde: Was ich in Paris so triebe und wie es mir gefiele. Ohne zu Zögern schnüre ich ein von öliger Rhetorik zusammengehaltenes Paket Satzhülsen aus dem ERASMUS-Leitfaden zusammen, das von "Interkulturalität", "wertvollen Erfahrungen", nicht zuletzt aber auch dem "globalen Zusammenwachsen" gespickt ist, was ich postwendend mit sterilen Wendungen über die Schönheiten der Stadt Paris heimgezahlt bekomme. Ausserdem, so seine weitere medizinische Expertise, solle ich mir mal ein Radio kaufen, denn fremde Sprachen lürnen*** sich am besten, wenn man permanent in den Sprachflow reingetunkt ist. Bei der Erwähnung der aktuellen Krankheitssymptome schlägt dann meine große Stunde: Gänsehaut evozierend erzeuge ich mit meiner am Blog und von den vielen Fachgesprächen über z.B. Literatur geschliffenen Sprache eine eindringliche verbale Repräsentation meines Leidens. Eine kurze Untersuchung im Neonlicht des angeschlossenen Untersuchungsraums, und die Diagnose ist klar: krank! Ich bekomme ne Menge eines seltsamen weissen Pulvers verschrieben, so viel, dass ich mir über eine evtl. aufkommende Knappheit an weissem Pulver zunächst mal keine Sorgen zu machen brauche. Das reicht bestimmt für n Monat oder so. Ich solle es, so Dr. Adlers Rat, in St. Denis oder Clichy-sous-bois**** verkaufen und mir davon mal was Ordentliches zu essen leisten, dann würds auch schon wieder besser werden alles. Um einen Moment später auf eine Weise mit der flachen Hand auf seinen Schreibtisch zu schlagen, die unwiderstehlich signalisiert: Sprechstunde vorbei jetzt!

Achja, eines noch: Auf dem Weg zurück zur Tür fällt mir dann noch ein, dass eine wesentliche Sache noch nicht geklärt war. Ob es hier in Frankreich nicht üblich sei, gleich direkt beim Arztbesuch seinen Obolus zu zahlen, frage ich ihn, worauf er abwinkt und mir bloß erwidert: Ja, normalerweise zwar schon. Aber er hätte so den Eindruck gewonnen, ich wäre finanziell nun nicht allzusehr auf Rosen gebettet und so, und das wäre schon in Ordnung: "Gehen Sie stattdessen mal ins Museum!" Stunning! Und in Deutschland, mit Verlaub, irgendwie nur schwer vorstellbar. Vielleicht hol ich mir von den gesparten Kröten dann später noch n bisschen mehr von diesem weissen Pulver. Das ist aber auch wirklich zu weiss!

Noch am selben Abend befolge ich einen weiteren Rat und kaufe mir im Sonderangebot des Franprix für nur einen Euro nen Mini-FM-Radioempfänger mit dem wilden Namen "Fureur" (inklusive Batterien und Kopfhörern)!! Naja, und noch zwei Ein-Euro-DVDs: "Interceptor", ein vermutlich holzdoofer Actionthriller mit Jürgen Prochnow, und "Boucle d'Or", ne französische Trickfilminterpretation des Goldlöckchen-Themas. Zum Französisch gucken, Staunen und Lernen! Wenns halt rockt.

Demnächst dann mutmaßlich in diesem Blog: Französische Medikamente - wie sie helfen, wann sie schaden (und wem). Ein Bericht am eigenen Körper.

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* Liegt daran, dass das französische Gesundheitssystem - nach französischer Ansicht im übrigen "das beste der Welt" - es Medizinern erlaubt, sich völlig frei dort anzusiedeln, wo sie wollen. Was zur Folge hat, dass in Paris in Ärzten erstickt, während eher ländliche Regionen tendenziell unter Ärztemangel leiden.
** Doofes Wort, wollt ich aber einfach mal verwenden. Tut mir leid.
*** frei erfundene, stark gebeugte Konjunktiv-Form von "lernen".
**** Pariser Problem-Banlieues, s. z.B. hier oder hier. Wo vor 1,5 Jahren die Autos brannten!

jeudi, mars 22, 2007

(Immer noch krank in) Paris

Guter Songtitel eigentlich. Oder?

Aber eigentlich wollte ich erzählen, dass ich es nach nun schon beinahe oder gar mehr als vierwöchiger Gesundheitsflaute doch mal probieren will mit den Pariser Ärzten: Hab morgen um 13 Uhr einen Termin beim (deutschsprachigen, darunter gings einfach nicht!) "Dr. Pierre Adler" in der einigermassen nahen Avenue de Général Leclerc. Und wenn der so diagnostiziert wie er heisst, dann bin ich ja schon mal in guten Händen und mutmasslich in einer Welt, die nur Happy Ends kennt. Bin auch mal gespannt, wie teuer das wird* und ob und wie viel meine deutsche Versicherung da Bock hat sich dran zu beteiligen. Die Zuzahlungen sind jedenfalls angeblich deutlich höher als bei uns. Und ach ja: In Frankreich kassiert der Arzt angeblich direkt bei der Sprechstunde bar ein. Gut fürs Vertrauensverhältnis Arzt-Patient, nehm ich mal an. Meinen Fünfziger, den ich, das kann ich jetzt ja verraten, vorher an keinem geheimeren Ort als zwischen meinen MP3-DVDs versteckt hielt, hab ich jedenfalls schon mal eingesteckt.

A propos: Mein mexikanischer Nachbar, dem ich gestern abend noch von meinen Plänen erzählt hab, erzählte mir übrigens heute morgen unbeschwert, er hätte geträumt, ich müsste ins Krankenhaus. Na, das wolln wa doch mal sehn! Mehr dazu später an (in etwa) dieser Stelle (wohl n paar Zentimeter höher)!

Und dann klappts vielleicht auch bald wieder mit Sonne reinlassen (s. "Agenda")!

PS: "santé et bien-être" - neues Label!!!!
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* 25 EUR für den Allgemeinmediziner, hab ich mir sagen lassen.

mercredi, mars 21, 2007

Der virtuelle Touri

Und weil ich grad immer noch nix zu sagen hab, mal noch n Video: Fahrt mit der Linie 6, einer der wenigen schönen Linien mit oberirdischem Streckenabschnitt. Da bekommt man allerlei von Paris zu sehen! Bevor sich jedoch bei der Überquerung der Seine über den Pont de Bir-Hakeim schiesslich das opulente Eiffelturm-Panorama ins Blickfeld wuchten kann, muss natürlich zuerst noch kitischige Akkordeon-Musik her. Et voilà!

lundi, mars 19, 2007

Nach Null in der Großstadt

Nach fünf im Urwald is noch gar nix. Viel besser is, wenn in der Métro die Bürgersteige hochgeklappt werden:



PS: Und wie immer bei hochkant aufgenommenen Videos gilt auch hier: Irgendwie geht das bei youtube mittem Format nich so recht. Tut mir leid! Werd mich aber noch zumindest um provisorische Abhilfe bemühen, irgendwie. Tipps sind immer willkommen!

samedi, mars 17, 2007

Frühling in Paris II

Eine einzelne schöne Laterne macht noch lange keinen Sonnenschein:

Frühling in der Stadt der Liebe

Aber eben noch nicht ganz. Schade, hatte sich die eine Taube doch extra richtig schick gemacht!

jeudi, mars 15, 2007

Vier Deutsche und eine Mission:
Unser Ausflug ins Disneyland Resort Paris

Am Sonntag dann also im Disneyland gewesen und Frankreich mal n gutes Land gewesen sein lassen! Was eine angenehme Abwechslung: auf französischem Terrain, und es ist mal nicht jede zweite Straße nach einem General, Heiligen oder Gastronomen(!)* benannt. Das amüsante europäische Drehkreuz der Familienkirmes präsentierte sich passend zu unserer** Anwesenheit zudem in fotogener Postkartenlaune und war gedippt in Sonnenschein. Doch davon liessen wir uns nicht blenden. Schließlich, das vergaß ich zu erklären, waren wir nämich nicht aus dem reinem Trieb hier, entertaint zu werden, sondern aus gemeinsam geteilter Sorge. Denn die Welt, so unser Eindruck, ist mittlerweile viel zu kommerzialisiert - eine Entwicklung, die auch vor dem Disneyland Resort Paris nicht Halt gemacht zu haben scheint. Diese unangenehme Wahrheit wollten wir nun dem versammelten Team hier mal geradeheraus ins Gesicht sagen. Die durch den Impuls unserer Direktheit gerissenen Lücken sollten daraufhin schonungslos für die Eröffnung eines produktiven Dialogs für eine bessere Zukunft ausgenutzt werden.

Es ging gleich los mit ner großen Nummer, bei der Autogrammstunde von Winnie Puuh, die gleich am Morgen zwischen zehn und zwölf stattfand. Winnie konnte leider nicht mehr tun als uns zu versichern, dass auch er über die Entwicklung ausgespochen beunruhigt sei. Nur leider läge eben vieles ausserhalb seiner Macht. Er würde sich aber auf jeden Fall für uns einsetzen. Toller Typ, Winnie Puuh: superentspannt, überhaupt keine Allüren! Ließ sich total unkompliziert mit allen fotografieren, auch den Kindern, hatte für jeden ein Lächeln übrig! Er meinte übrigens noch, dass ich alle Leser von "le blog" ganz herzlich grüßen soll. Und dass diese so weiter machen sollten wie bisher.


Bis zur Chance, auf der Prinzessinnen-Parade ein paar andere hochrangige Figuren abzupassen, testeten wir u.a. die drehenden Tassen des verrückten Hutmachers und die Indiana-Jones-Achterbahn. Leider sahen wir unsere Befürchtungen bestätigt und mussten feststellen: Beide sind total durchkommerzialisiert! Peter-Pan-Nimmerlandbahn und Fluch-der-Karibik-Bootstour gingen gerade mal eben so, wobei, da will ich mich nicht entscheiden. Aber die waren auch ganz schön mau.

Bei der Prinzessinnen-Parade am Nachmittag war es schwieriger als erwartet, an die "Stars" heranzukommen. Keiner war so touchy und locker wie noch Winnie Puuh am Morgen. Hier präsentierte sich eine größtenteils neuere Figurengeneration mit einem ganz anderem Selbstverständnis, was das Verhältnis zur Öffentlichkeit angeht. Kaum jemand wollte sich die Blöße geben und wagte es, aus der anonym-amorphen Parademasse herauszutreten, alles dancte nur so an uns vorbei. Zusätzlich erschwert wurde es noch durch die große Menge der schaulustigen Kinder, die schonungslos den Weg dichtmachten. Frustriert zogen wir von dannen, nicht jedoch ohne dabei auch unsere Ellenbogen einzusetzen.



Auf dem Weg zurück ins Adventureland, der u.a. über das Dornröschenschloss führte, schauten wir noch mal bei den sieben Zwergen vorbei. Das war recht hübsch, dunkler Wald, bunte Bilderwelt, ganz gutes Kino. Nur die Hexe machte mir ein wenig Angst.
Der Big Thunder Mountain, eine lustige Bergbahn, überraschte angenehm durch nur wenig Komemrzialität. Nur die Schlangen waren ätzend lang. Den Star-Wars-Simulatur später, es war bereits Abend, hab ich gefressen, weil da ist mir mein Handy abhanden gekommen. Da ich aus diesem Grund etwas befangen bin, möchte ich fairerweise hier lieber keinen Kommentar zum Punkt "Kommerzialisierung" abgeben.

Später am Abend - es wurde dunkel, das Dornröschenschloss in buntes Licht getaucht, für die Muzak-Dauerbeschallung die Tangoplatten ausgepackt - waren wir abschliessend noch shoppen in der sog. "Main Street", a whole lotta shops, kann ich nur sagen! Doch trotz der großen Menge an lizensierten und beileibe nicht billigen Disney-Produkten wurden wir ausgerechnet hier angenehm überrascht: Eine Verkäuferin konnte uns versichern, dass von Kommerzialisierung hier keine Rede sein konnte! So blieb am Ende wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer, der wie ein Regenbogen über den dunklen Wolken des Kommerz stand.

Abschliessend kann ich nur sagen, dass ich hier mal mit eigenen Augen sehen konnte, dass es gar nicht so leicht ist, der immer wetiter zunehmenden Kommerzialisierung effektiv entegegenzuwirken. Zu oft wird man von dem donquichottesken Gefühl beschlichen, alleine, zu zweit, zu dritt oder auch - wie wir - zu viert, keine Chance zu haben. Moral: Wer gegen Windmühlenflügel kämpft, der ist oft wohl einfach besser beraten, gleich die ganze Mühle zu zerstören. Doch das kann nur funktionieren, wenn wir alle zusammenhalten. Nur dann haben wir noch eine Zukunft. Das ist jetzt sehr pessimistisch. Doch das denke jedenfalls ich. Für einen flammenderen Appell vermisse ich mein Handy leider zu sehr. Lars Austen aus Marne-le-Vallée (proche Paris, Zone 5).

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* Na gut, hab ich zugegebenermaßen nur einmal gesehen bisher. Aber das musste ich einfach erwähnen.
** wir, das waren neben mir: Nadine & Amelie aus Kiel, sowie Debbie, auch aus Kiel (aber zugereist)

jeudi, mars 08, 2007

Goin' to where tha flavor is

Und yeah! Le weekend gehts, jedenfalls wenn die französische Post, die mir meine Eintrittskarte zuschickten soll, es zulässt*, str8 in2 Eurodisney! Nur trente** Euros, offre spéciale!! Das ist gut. Weil ich hab eh noch n paar Worte mit Mickey Mouse zu bereden. N paar Takte, wenn ihr versteht was ich meine.

Dafür müssen sich zwar wahrscheinlich die Jungens von der Philosophischen Fakultät des Wunderlandes noch ein wenig länger gedulden, mich mal als Gast zu haben, aber was macht das schon, wenn man dafür eine mutmaßlich authentische Nachstellung des tatsächlichen Wunderlandes zu sehen bekommt! Nicht wahr? Oder? Gibt ansonsten ausserdem sicher noch ne Menge sehenswerter Konzerte vorm endgültigem Abflug, hab ja zum Glück ne immer eins a Quelle.
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* Post in Paris rechtzeitig: keine Selbstverständlichkeit! Mein Adventskalender war erst im Januar da. Was letztlich noch ging, denn ich konnte ihn ja im Februar gut zum Geburtstags-Countdown gebrauchen.
** trente = dreissig; Fortsetzung meines Französischkurses für Blogleser mit flacher Lernkurve; normal kostet Eurodisney fünfundvierzig (= quarante cinq).

mardi, mars 06, 2007

Ein Zug mit Namen EWOK

Gestern morgen mal was ganz Wahnsinniges gemacht, was ich sonst realiter wie prinzipiell niemals mache: mich in einen vollbesetzten RER*-Zug reingequetscht! Weil ehrlich, da fühlt man sich plötzlich nur noch wie zweitrangig als Lebewesen auf dieser Welt irgendwie. Ein Gefühl, dass ich anderen ja gern mal über den Weg gönne, aber ich selbst muss das nicht unbedingt ertragen. Dass ichs dennoch gemacht hab, liegt daran, dass mein Zug nämlich den geilen Namen "EWOK" trug und ich spontan dachte, das wär ja was, worüber man im Blog mal berichten könnte. Und es klingt ja zugegebenermaßen eher mau, wenn man so sagt: "Fuhr eben EWOK an mir vorbei, ich liess passieren. Lustiger Name, wa?" Und da ich ja eh schon seit geraumer Zeit versuche, mir den Ruf einer Art Pariser embedded Action-Reporters zu erwerben, ich seh mich da so in der Tradition von Kisch oder Hemingway, gab es für mich nur eins: Nichts wie rein mitten in die Scheisse! (Ging auch gut ab da!)

Wer jetzt denkt, EWOK ist sicher ganz alleine auf der Welt, irrt: Es gibt ja auch noch ETUI, PEPE, LADY und nicht zuletzt aber ROMI, JILL und SARA**. Wo ich gestern morgen über Herkunft und Bedeutung der lustigen Namen nur rätseln konnte, bin ich heute abend dank Internet-Recherche aufgeräumt, cool, relaxt und: informiert! Es ist nämlich so: Die RER (Réseau Express Régional) ist ja sowas wie ne S-Bahn, deren Linien, wo die Métro kaum über die Stadtgrenzen kommt, weit ins Pariser Umland hinausreichen und somit auch das bevorzugte Transportmittel der zahlreichen Pendler ist. Zweite Eigenschaft: Wo innerhalb der Stadtgrenzen noch relative linienimmanente Einigkeit besteht, beginnt in der Regel spätestens ab Zone 3 der Linienspliss, der sich in wilden, irrationalen Gabelungen, atemberaubenden Kurven und konterkariert zueinander geführten Strecken ausdrückt. Der Pendler an sich muss ja aber nun, damit nicht alles in Verwirrung aufgeht, seinen Zug als den richtigen unter den im Fünfminutentakt einfahrenden Zügen der selben Linie identifizieren können. Daher bekamen die Züge von den RATP*** Namen in Form vierstelliger Codes, wobei der erste Buchstabe den Zielbahnhof anzeigt und der zweite Hinweis auf den Linienverlauf gibt (bezüglich genauerer Begründungen gaben sich meine Quellen leider sehr bedeckt). Die letzten beiden Buchstaben sind hingegen rein phonetische Ergänzungen, um den Code aussprechbar und eingängig für diwie betreffenden Fahrgäste zu machen. Gute Idee einerseits, find ich, andererseits aber auch irgendwie umständlich. Typisch Französisch halt. Mehr zum Thema RER und Codes (und auch mal wieder meine Quelle) hier.


PS: Was ich bisher noch verschwiegen hatte: Eigentlich hatte ich gestern morgen am Bahnsteig ja die Qual der Wahl, denn kurz vor EWOK fuhr auf der Gegenseite gerade der ULLE (mit Ziel: Laplace) ein. Doch eigentlich fiel die Wahl letztlich gar nicht so schwer, denn abgesehen davon, dass er von mir aus gesehen in die falsche Richtung fuhr, blieb ULLE wieder einmal hinter den Erwartungen zurück, wirkte langsam und schwerfällig. Soviel auch zum Thema Strapazierfähigkeit und Grenzen des Humor-Ansatzes "Wortwitz". Merkt euch das Beispiel gut und lernt, und jammert nicht an mir rum, seid lieber dankbar, denn so ne Bloßstellung gibt sich ja schließlich nicht jeder freiwillig!
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* RER: kongenialer Kompagnon der Métros - wird n paar Zeilen weiter unten noch ausschweifig genug erklärt!
** Sara: die im übrigen trotz zahlreicher Versprechungen immer noch nicht in Paris war und beklagenswert um dieses Thema herumdruckst.
*** RATP: "Régie Autonome des Transports Parisiens", also quasi die Pariser Verkehrsverbünde.

samedi, mars 03, 2007

Buch gekauft!

Prominente Unterstützung aus Amerika zur Konsolidierung meines Französisch eingeholt: Hab mir gestern im FNAC* "Anges et Démons" von Dan Brown gekauft und bin auch gleich mal gespannt, wie weit ich damit komme. Wurde dann doch nicht der anvisierte "Techno-Umwelt-Thriller" (O-Ton Agenda), aber Illuminaten sollte man ja auch nicht von der Bettkante stoßen. Und jemandem, der ein Buch mit Tom Hanks in der Hauptrolle geschrieben hat, auf jeden Fall Vertrauen schenken, oder nicht? Zumal, a propos Illuminaten: Wisst ihr, der wievielte gestern war? Hähäh ja, ne, da konnte ich ja nicht anders und musste einfach! Und dachte mir so: Techno hin, Umwelt her, Dan Brown egal - DAS ist es!
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* Wieder eine dieser Abkürzungen: steht für "Fédération Nationale d'Achats pour Cadres". Das hiesse zwar, wenn ichs richtig übersetze, dass da nur Führungskräfte einkaufen dürfen, aber ich glaube, das kann man ruhig ignorieren. Was Franzosen eben nicht alles so reden. Ist jedenfalls nichts viel Anderes als der französische Mediamarkt, minus Haushaltswaren und Oliver Pocher, und plus Bücher.

vendredi, mars 02, 2007

Bereits zu fast 73% Pariser

Passend zum im letzten Post angebrochenen Thema "Immersion in fremde Kulturen"* möchte ich an dieser Stelle mein Ergebnis des "Können Sie Pariserisch?"-Reisequiz von Spiegel Online vorstellen, dem ich mich heute morgen gestellt habe. In der Spiegel-Online-Redaktion einigte man sich auf eine Einordnung meiner Paris-Kenntnisse wie folgt:

"Sie haben 8 von 11 Punkten.

Félicitations, das war phantastique. Ihre Paris-Kenntnisse können sich sehen lassen – und hören. Am meisten lernt man ohnehin über eine Stadt, wenn man sich mit Einheimischen unterhält. Aber das wissen Sie ja längst. Oder Sie sind selbst einer."


Ja, oder eben so. Hihihi!

PS: Man schreibt es im übrigen "fantastique", seulement avec un f, ihr Spiegeltrottel!
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* Ursprünglich ja sogar mal als Thema des gesamten Blogs angelegt, aber inzwischen haben reine Schenkelklopfer-Posts und langweiligste Alltagsbetrachtungen dessen Platz eingenommen. Passt z.B. mal auf, was als Nächstes kommt!