Heimfahrt
Als Konsequenz unserer Weigerung, mit dem Pöbel auf der mautpflichtigen Autobahn-Mainstream-Welle mitzuschwimmen, verfransen wir uns hoffnungslos auf dem französischen Land. Doch auch dieser Abstecher hat seine interessanten Aspekte. Weiss jetzt aber grad nicht, welche. Vielleicht später.
Auf den restlichen vielleicht 800 km wagen es nur noch wenige Staus, sich uns in den Weg zu werfen. Vor allem zwischen Köln und Duisburg. Wir flutschen so mir nichts dir nichts in vielleicht bloß elf Stunden nach Kiel durch: Das Gefühl, als sich die Kieler Skyline, angeführt vom Fernsehturm (dem Eiffelturm Kiels!), am Horizont aufbaut, lässt sich mit nichts vergleichen. Nur wenig anders kann die Apollo-11-Crew angesichts des sich nähernden Mondes empfunden haben! Die Pommes in Belgien waren echt lecker!
Scheinheilig positioniere ich mich an Saras Haustür in der Holtenauer Straße 92 und überrasche die Überraschte nach allen Regeln der Kunst! Ich nutze ihre Verdutztheit gnadenlos aus und lade mich an ihren und Nils' Abendbrottisch ein – es muss ja auch was in den Magen. Es gibt Möhren-Curry-Suppe, das einzige Essen, das Sara kann. Floskeln mit Wiedersehensthematik wechseln den Besitzer. Nachdem Sara und Nils den Tisch abgeräumt haben, während ich ihnen frei erfundene Paris-Geschichten als authentisch verkaufte, kann mich Nils auch zum Bahnhof fahren. Undankbar knall ich ihm die Autotür ins Schloss und hetze zum Bahnsteig. Zuhause erwartet mich bereits ein frischgezogenes Bett und noch mehr zu Essen. Und eine Badewanne. Eine Badewanne!!
samedi, octobre 28, 2006
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