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jeudi, juin 14, 2007

Welcome to Techno-Hansaland:
The 360º Experience

Mein derzeitiger zwischen Torschlusspanik-Tourismus und Hausarbeit oszillierender Zustand verkürzt Entscheidungsfindungen bisweilen drastisch: Als ich also zu Nadine, meinte, ja klar würde ich gerne in La Géode mitkommen, schwebten neben dem Wunsch, einmal eine Dreiviertelstunde in einer futuristischen Silberkugel zu verbringen, vor allem solche Bilder vor meinem geistigen Auge, die infantil assoziierende junge Männer eben manchmal so entwickeln, wenn ein Schlagwort wie "360°-Imax-3D-Kino" unerläutert im Raum stehen bleibt.

Unser Weg in die hostende Cité des Sciences et de l'industrie war weit, und wir waren nicht willkommen: Die Servicekraft in der Billetterie verdiente sich keinen Bestandteil ihres berufsanzeigenden Kompositums wirklich, vor allem brachte sie nicht die Kraft auf, immer in ihr Mikrofon zu sprechen, wenn man sie mal wieder erneut um Rat zu bitten musste. Müssen ja auch komische Käuze sein, die extra so n weiten Weg machen nur um sich überdimensionale Bildschirmschoner mit Saurier- oder Tiefsee-Motiv anzuschauen. Vielleicht war ihre Laune aber auch als eine Art vorweggenommener Zorn Gottes auf kleinere Sünden zu lesen. Denn ich konnte sie bezüglich meines wahren Alters täuschen und mir ein Billet für unter 25jährige ergaunern! Ja, ab und an mal irgendwo zwei Euro schinden zu können, das macht mich glücklich!

Wir nahmen die Tiefsee-Variante; der Film hiess "Deep Sea" und zeigte das bizarre und irgendwie doch wieder disneyaffin peppige Leben am pazifischen Meeresgrund. Seltsamerweise spielten sprechende Schwämme und griesgrämige Tintenfische darin keine exponierten Rollen, aber ich sag ja immer, lasst diese Filmemacher mal nur machen! Der Film wurde im englischen Original übrigens erzählt von Johnny Depp und irgendeiner dieser berühmten Hollywood-Torten, deren Namen mir nie im rechten Moment einfallen wollen. Gezeigt wurde natürlich die französische Version.

"360 Grad", muss man wissen, bedeuten bei "360°-Kinos" selbstverständlich keinen totalen Rundum-Flash. Die 360° verteilen sich recht bieder auf die drei uns bekannten Raumdimensionen und mussten sich ganz schön abmühen, um überhaupt mal unser Blickfeld einigermassen vollzukriegen. Die auf Aushängen im Eingangsbereich angeberisch angepriesene 21000-Watt-Anlage hatte sich derweil offensichtlich auf 12000 Watt verkleinert.

Die eigentliche und beinahe tragische Komik dieser Hightech-Kinos liegt meiner Meinung nach vor allem darin, dass sie geradezu symbiotisch mit total drögen Dino- oder Tiefsee-Dokus verbandelt sind, die zudem meist noch (denn IMAX-Kameras produzieren angeblich einen höllischen Lärm) herzerweichend schlecht nachvertont sind - ich denke da vor allem an die kreischenden Muscheln, die vor einem sich zum Tiefseehorst machenden unförmigen Unterwasser-Blob fliehen. Da spielts gar keine Rolle mehr, ob 12000 oder 21000 - der Wurm lag halt nicht im Watt begraben (höhö!)! Auch die alles volle Kanne auf Riesenhaftigkeit setzende optische Überzeugungsstrategie schlug bei mir nicht an. Ob sies vor zwanzig Jahren getan hätte, weiss ich nicht.

Fazit: Das Prinzip Jahrmarktsschausteller des 19. Jahrhunderts wirkt ganz unvermutet in den 3-D-Kinos des 21. Jahrhunderts fort. Beworben als ästhetische Grenzerfahrung und gar listig der seriösen "Cité de la Science" angeschlossen (n Wissenschafts- und Technikmuseum, in das will ich auch noch unbedingt!), ists doch eigentlich nur Kirmes. Nur wird diese heutzutage eben nicht mehr in einem Zelt, sondern in nem grossen Silberball versteckt. Im Kern ists aber das gleiche: Die gespannte Erwartung und Hoffnung ob dem so forsch angekündigten Erlebnis wird fast zwangsläufig aufgelöst in Enttäuschung! Fast so wie damals bei mir mit der Götterspeise. Wegen genau sowas werden wir doch überhaupt erst zynisch!

Was ich in diesen 45 Minuten ausserdem noch gelernt habe, ist, dass ich meine Tierliebe wohl zukünftig besser ausschliesslich auf Landtiere konzentrieren werde. Für die unfreundlichen, teils hässlichen und einander nur hinterfotzig übers Ohr hauenden Tiefseewesen ist in meinem Herzen jedenfalls eher kein Platz. Die Tür zu meiner Zuneigung stand weit offen. Doch wo warst du nur, Nemo - wo?

dimanche, juin 10, 2007

Am Freitag übrigens bei einer spontan anberaumten Louvre-Tour entdeckt: Da ist doch tatsächlich Herr Becker, mein Religionslehrer in der fünften und sechsten Klasse, auf nem Bild verewigt:

samedi, juin 09, 2007

Nach Fontainebleau (inkl.: Die Wahrheit über Schwäne)

Gestern war Kulturabhaken am und im rund 70 Kilometer von Paris entfernten Schloss von Fontainebleau angesagt. Mit dabei: Nadine und Amelie (die Ausflugsimpulsgeberinnen), Amelies Besuche Inga und Heiko, unsere Kommilitonin Christina, und ich. Ja, ich war dabei. Das konnte lustig werden!

Ticketkauf: Mal wieder zeigt sich in Frankreich an einem Schalter oder einer Kasse* der am klarsten ersichtliche Unterschied zwischen dem, was wir haben und dem, was die haben. Wenn bei uns schon fehlende Servicementalität beklagt wird, ist das wirklich immer noch Jammern auf ausgesprochen hohem Niveau. Wir bekamen gestern bei unserer Besetzung von sechs Leuten drei verschiedene Tickettypen, davon einer garantiert nicht existent, wie die Christina und mich bedienende RATP-Mitarbeiterin sehr glaubwürdig zu versichern wusste. Fürs Protokoll: Ich erhielt die konservative Variante, einmal Paris - Fontainebleau hin und zurück (15,20 EUR), stringent, eindeutig, ohne Freiheitsgrade. so wie ichs auch in manch anderem Gebiet öfters mal gebrauchen könnte (mit etwas Glück krieg ich die Hausarbeit übrigens noch heute oder morgen fertig!). Christina bekam die flexible Variante fürs schnelle, moderne Leben: Sechs-Zonen-Ticket, Ziel egal, dafür nur einen Tag gültig (15,60 EUR). Amelie und Anhang hatten die unmögliche Variante, das sogenannte "Ticket Jeune", ebenfalls für den ganzen Tag und auf der ganzen Île-de-France (9,80 EUR). Aber das gabs ja wie gesagt gar nicht. Wäre ja auch in der Tat n bisschen sehr günstig gewesen.

Es war wirklich angenehm, aus einer engen Stadt wie Paris mal nach ausserhalb zu kommen. Wo man zur Fortbewegung nicht ständig durch Urinwolken gehen muss, die durch potthässliche Tunnel miteinander verbunden sind, sondern wo auch echte Natur gar nicht mal weit, nur einen vielleicht besonders stark geworfenen Stein entfernt ist. Auch für unser Tagesziel brauchte es nach kurzer Busfahrt nicht mehr als einen beherzt geworfenen Kiesel.

Im Schloss wurde wirklich für jedermann was geboten, also auch für den einfach veranrlagten Touristen, der, an Disneyland gewöhnt, erst einmal in flacher Progression an geschichtsträchtigere, reifere Orte herangeführt werden muss:



Das sollte übrigens eigentlich n Foto werden. Aber manche können mit Technik eben nicht so, da kann man machen was man will. Mal übrigens drauf achten, dass ich in dieser Anordnung als Marie Antoinette posiere und Inga als Ludwig XVI. Jaja, der neue androgyne Tourismus. Dass aber auch jeder Trend einmal die Massen erreichen muss. Marie Antoinette passte aber glaub ich ganz gut zu mir, auch weil ich ja diese Affinität zum Glamour habe.

Gleich danach ließen wir uns - früh ausgelaugt von der SNCF und ihrer eigenartig kurvenverliebten, brüsken Fahrweise - auf einem freundlich uns heranwinkenden Steg am Schlossteich nieder, zur Erledigung einer kleinen Mahlzeit (danke auch nochmal für das Baguette!) und das Nachempfinden adeligen Idyllengenusses. Womit wir nicht rechneten: Das elektrisierte die ansässige Wasservogelwelt! Nevermind the Schwan, sagt ja auch der Volksmund. Von wegen! Mind bitte ab jetzt aber sowas von diese schrecklichen weissen Vögel! Wie Schulhofbullys, die schwächere Kinder einschüchtern und ihnen ihr Pausenbrot wegnehmen, kamen Herr und Frau Schwan mitsamt ihren mißratenen Blagen angepaddelt und forderten aggressiv die Herausgabe etwaiger Brotvorräte, und zwar alles bitte möglichst pronto und ohne groß Aufsehen zu erregen. Denkste, dachten wir da zunächst noch, hier spottet nämlich nur einer über den anderen, und das ist ja wohl seit Ewigkeiten immer noch der Mensch über die Natur! Doch weil wir diese Rechnung ohne den Schwan gemacht hatten, kam es in der Folgeviertelstunde auch immer wieder zu kleinen Meinungsverschiedenheiten zwischen Fauna und zivilisierter Weltsphäre, die wir am Ende, wenn auch mit einem Teilrückzug, knapp für uns entscheiden konnten.


Unser Waldspaziergang blieb, da unsere Arglosigkeit der Natur gegenüber verloren war, bloß eine kurze Episode. Aber schön ist das da wohl. Wald können die Franzosen auch echt gut, direkt nach dem Herstellen leckeren Essens!

Blieb ja zum Glück noch ein ganzes Schloss! Dank Audioguide weiss ich jetzt auch, was es damit überhaupt auf sich hat: Das war Napoleons Schloss! Wer hätte das gedacht - der große Korse, der rastlose Korse: Hier lebte er, hier liebte er, hier wirkte und dankte er er dankend ab. "Au Revoir les enfants!", und dann ins Exil nach St. Helena! Was für ein Mann! Ich weiss, das ist jetzt mal wieder unpopulär, aber ich hab schließlich noch nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenns darum ging, unbequeme Wahrheiten auszusprechen: So einen wie "Nap" bräuchten wir mal wieder ganz dringend. Und zwar für unsere Fußball-Nationalmannschaft! Der hat vielleicht Dinge gestemmt! Alter! Ballack hin, Frings her: So was gibt es heute gar nicht mehr!

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* Am Abend war ich dann noch im Franprix einkaufen und bekam Geld zurück: 26 Cent, schön in Ein-Cent-Stücken. Da musste ich Lachen. Die Kassiererin lachte mit.

Ausflug!

Heute fahrn wir nach Fontainebleau. Dort jibbet n Schloß und nen Wald! Das erste Mal Natur, seit ich in Paris bin. Beileibe nicht das erste Mal Schloß bzw. Museum, seit ich in Paris bin. Dennoch: Bin vielleicht mal sowas von gespannt! Bis später!

samedi, juin 02, 2007

Gesucht: Partymaschine mit ü (sieben Buchstaben):

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Der Rätsels Lösung: hier. Aha.

jeudi, mai 24, 2007

Bärtige Männer, Bilder und Beinfreiheit (keine)

Am besten waren dann doch die Bilder, und das gilt sowohl als auch:
1. Da der Film auf Französisch lief, mussten wir uns zum Verfolgen der Handlung vor allem auf die optischen Aspekte unserer Wahrnehmung beschränken. Die sichtfeldfüllende Leinwand im Grand Rex kamen dem, genau wie unsere Balkonplätze zweite Reihe, zum Glück sehr entgegen. Im übrigen folgten wir dann einfach den emotionalen Cues, die uns die Reaktionen der uns gleichsam massiv ringförmig flankierenden Einheimischen legten. 2. Nadine und Amelie fanden es ziemlich witzig, sich wie Piraten zum bemalen und zu verkleiden! Ja, und ich mach ja, ihr kennt mich, gerne jeden sog. "Scheiss" mit. War zwar glaub ich mit meinem blauen, pyjamastreifigen Hemd und dem Schal um den Kopf, den ich bei H&M im Winter gekauft, aber seitdem fast gar nicht benutzt habe (wurstet sich am Hals immer so auf), nicht unbedingt eine authentisch diesseitige Spiegelung des Leinwandcontents. Aber mit Kajal könnte ich jedenfalls noch gut Freund werden, ich sah aus wie ne Mischung aus Jack Sparrow, Tokio und Hotel, nur eben besser, weil ich ja eben halt noch meinen eigenen Style hab. Und da gibts auch Bilder von (s. Bild). Und die waren am besten.



Der grosse Saal des Grand Rex ist übrigens wirklich alleine den Besuch wert. Das war zwar immer so dunkel da, deswegen hab ich kein richtiges Foto machen können. Aber ich kann ja beschreiben: Orientalische Kulisse an den Aussenseiten und nachtblaue Decke mit künstlichem Sternenzelt, ne richtige Traumfabrik. Dazu ne riesige Leinwand, die im dramaturgisch richtigen Moment runtergefahren wird. Kritik übe ich, aber das kann man den Franzosen wohl in hundert Jahren nicht abgewöhnen, allerdings am an Verschaukelung angrenzenden Mangel an Beinfreiheit (das ist auch in den Hörsälen der Sorbonne teils einfach no-no!). Ehrlich, ungefähr zur Hälfte der Spielzeit dachte ich, ich wäre jetzt lieber in einem dieser Busse von Gulliver (Hamburg-Paris und zurück jeweils zwölf Stunden), denn mein linkes Bein tat zunehmend weh, und in den Bussen kann man wenigstens noch ein wenig die Beine unter den Sitz des Vordermanns runterstrecken. Ist das Rex-Defizit noch alleine mit der unterdurchschnittlichen Körpergrösse des durchschnittlichen Franzosen zu erklären oder steckt da irgendne unantastbare Tradition dahinter? Wo stellt der Pierre bloss seine Beine ab?

Das Beste am Abend war wohl aber, dass ich jetzt zwar "Fluch der Karibik 3" gesehen habe, aber trotzdem noch gar nicht weiss, ob er überhaupt gut ist. Ich bin schon jetzt ganz gespannt auf eine Erklärung dieser speziellen beinahe dreistündigen Abfolge bunter Bilder. Und warum z.B. genau da diese eine Sache mit den Piraten jetzt so war. Vielleicht läufts ja nach meiner Rückkehr sogar noch im Cinemaxx, der zwar deutlich armseligeren und flairloseren, dafür aber bestimmt deutlich beinfreieren Kieler Entsprechung zum Grand Rex.

So, und jetzt checkt den kostenlos von mir zu euch getragenen Trailer für ein Videogame aus, das, glaub ich, "Speedermann 3" oder so heisst. Da war die große Leinwand des Grand Rex übrigens noch nich losgelassen.

mercredi, mai 23, 2007

Müssen wohl Männer mit Bärten sein

Heute abend gehts denn endlich doch mal ins Grand Rex. Gesichtet wird: Der Fluch der Karibik drei, der, holla, ja auch gerade jetzt heute überhaupt anläuft!! Um uns vorzubereiten haben wir gestern abend extra noch mal Fluch der Karibik zwei gesehen. Was ist denn eigentlich überhaupt falsch an dem? Also ich fand den sehr lustig und musste daher auch mehrmals lachen. Ich mein, vielleicht ist er manchmal ein bisschen unrealistisch an manchen Stellen. Aber von derlei Schwächen abgesehen ein eindringliches und spannungsgeladenes Portrait, wie unsere Vorfahren mal gelebt haben. Weiss gar nicht, wie das heute abend zu toppen gehn soll. Hoffentlich nich so kommerziell und Mainsteram, jetzt wo man mal die Chance hat, eine etwas grössere Öffentlichkeit zu erreichen. Aber man wird sehen, spätestens morgen (oder sagen wir ma: übermorgen) wird euch ja mein Bericht Aufschluss über die wichtigsten Fragen geben.

mardi, mars 27, 2007

Für lau dank ERASMUS (bzw. Europa): Konzertabend in der Maroquinerie

Als wüchsen uns hier nicht sowieso schon die Trauben ziemlich lässig in den Mund hinein, gabs vorgestern Abend für uns ERASMUS-Studenten noch n Extra-Schmanki: Kombi-Event zum 50. Geb. des Römer Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft sowie dem 20. des Erasmus-Programms, ein Gratis-Konzertabend! Danke!

Die erste Band waren die "Elderberries", so ne Art französische Hellacopters-Kopie. Schaut mal, der Sänger ist ganz klein, wie ein Mini-Me von David Lee Roth! Sie rockten wirklich ganz ordentlich, aber an den Anblick konnte ich mich nur schwer gewöhnen. An diesem Abend verfestigte sich mein Eindruck, nach dem Franzosen allgemein große Probleme mit dem Meistern des Konzeptes "Bandoptik" haben.

Danach spielten die deutschen "Mardi Gras.bb", die vor ein paar Jahren unserlandes einen moderaten Bekanntheitsgrad besaßen (und, ich weiss es nicht genau, womöglich sogar jetzt noch besitzen). Auch wenn sie durchaus n bisschen was Helmut-Zerlett-Studiomuckermäßiges hatten, sie unterhielten fein und nicht ganz unsympathisch mit ihren ganzen Bläsern und so, sogar nen Plattenjockey hatten se. Höhepunkt waren die drei letzten Zugaben, für die sich die akustische Fraktion (also Blasmänner & Perkussionisten, s. Video) nach den eigentlichen Zugaben einfach zum Jammen ins Publikum begab, während der Rest schon mal die Bühne für die dritte Band leerräumte. Die wir uns dann aber nicht mehr reintaten. Ehrlich mal, s war ja inzwischen auch schon fast halb zehn!

Einziger Wermutstropfen des Abends: das Bier. Ich, von allen guten Geistern verlassen, genehmigte mir nämlich gleich zwei "Kro"* (pro Becher drei Euro!!). Und des war, vermutlich in Anlehnung an Général de Gaulle, ziemlich schal.

Und hier noch ausschnittsweise die Elderberries und Mardi Gras.bb, per Bild zu euch (entschuldigt den abrupten Übergang, also: im Video)!!!


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* "Kro": legeres Szenesprech für "Kronenbourg", ein elsässisches, nicht allzu starkes, nicht allzu gutes Bier.

jeudi, mars 08, 2007

Goin' to where tha flavor is

Und yeah! Le weekend gehts, jedenfalls wenn die französische Post, die mir meine Eintrittskarte zuschickten soll, es zulässt*, str8 in2 Eurodisney! Nur trente** Euros, offre spéciale!! Das ist gut. Weil ich hab eh noch n paar Worte mit Mickey Mouse zu bereden. N paar Takte, wenn ihr versteht was ich meine.

Dafür müssen sich zwar wahrscheinlich die Jungens von der Philosophischen Fakultät des Wunderlandes noch ein wenig länger gedulden, mich mal als Gast zu haben, aber was macht das schon, wenn man dafür eine mutmaßlich authentische Nachstellung des tatsächlichen Wunderlandes zu sehen bekommt! Nicht wahr? Oder? Gibt ansonsten ausserdem sicher noch ne Menge sehenswerter Konzerte vorm endgültigem Abflug, hab ja zum Glück ne immer eins a Quelle.
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* Post in Paris rechtzeitig: keine Selbstverständlichkeit! Mein Adventskalender war erst im Januar da. Was letztlich noch ging, denn ich konnte ihn ja im Februar gut zum Geburtstags-Countdown gebrauchen.
** trente = dreissig; Fortsetzung meines Französischkurses für Blogleser mit flacher Lernkurve; normal kostet Eurodisney fünfundvierzig (= quarante cinq).

lundi, février 26, 2007

Geburtstag vorgestern

Was ich euch desweiteren weder vorenthalten will noch kann, sind diese Ausschnitte aus der französischen Knight-Rider-Folge, die wir uns nach dem (wie ich meine) auch unter Schneider-Freunden etwas unterschätzten "Texas" und dem entnervenden Beginn der "César"-Verleihungen (französischer Filmpreis, der den Oscar nachstellt; u.a. bekam Jude Law von Juliette Binoche einen Preis für - wies schien - Anwesenheit und die Beantwortung der Frage, wofür er den französischen Film so sehr schätzt) ebenfalls reintaten.

Danke übrigens überhaupt noch für die vielen Glückwünsche, hat mich sehr gefreut! Alle Karten sind mittlerweile durchgelesen und korrigiert, die Ergebnisse erhaltet ihr zeitnah.

dimanche, février 25, 2007

Geburtstag gestern

Und hier das erste Bild meiner zünftigen Geburtstagsfeier gestern! Ich trag mal wieder meine geschmacklich umstrittene Zwei-Hemd-Kombi (doppelt Wärme -> noch krank!) und versuche ansonsten, noch einmal an mein längst überwunden geglaubtes Führerscheinbild 1997 anzuknüpfen.

vendredi, février 23, 2007

Kandinsky plus Dimension vier

Hallo alle, ich war im Centre Pompidou und dachte dort, man soll Bilder nicht immer fotografieren, man kann auch filmen, auf Fotos geht ja immer so viel verloren.
Bei Kandinsky "Mit dem schwarzen Bogen" (1912) setz ich einfach mal 33 Sekunden Betrachtungsdauer voraus, inklusive Anmoderation. Viel Spaß!


PS: Ich hab ja heute auch Geburtstag. Wie findet ihr das?
PPS: Ich finds gut, dass wir die Dimensionen durchnumeriert haben, das macht sie menschlich und irgendwie begreiflich.

jeudi, février 22, 2007

Une visite guidée à la Sorbonne
(oder: Ein Kreis schliesst sich dank einer mehr als nur langweiligen Überschrift)

Und am Samstagmorgen waren wir dann mal unsere eigene Universität besichtigen. Jaja richtig, hier geht das, das alte Sorbonne-Gebäude hat sich eine historische Abgehangenheit und veritable Musealität bewahrt, der mit der plumpen Nennung von Jahreszahlen sicher nur unzureichend Genüge getan werden würde. Ich sach trotzdem mal: 1257. Daher war sich dann von uns auch keiner zu schade, bereits um zehne in der Früh auf dem Hof der Sorbonne bereit zu stehen, um sich hier mal nach allen Regeln der Kunst durchführen zu lassen. Zumal noch angekündigt war, dass bei der Führung auch Räume in die Besichtigung integriert werden würden, die nicht zum alltäglichen Kanon des durchschnittlichen Sorbonne-Benutzers gehören. "Eigentlich verboten", das klang doch gut, denn das reizte mich schon als Kind am meisten. Das roch nach Kammer des Schreckens und nach Bernsteinzimmern, vollständig mit Schokolade glasiert! Und der Clou: Für Sorbonne-Studenten, also damit mein ich uns ureigene Eigengewächse, wars auch noch umsonst!

Mit Abenteuer oder Schoki lief dann aber doch nix, die Franzosen hatten sich wohl im letzten Augenblick für die biedere Variante entschieden. Diejenige, die einen entlang an wenig meisterlichen, aber dafür ordentlich großen Gemälden, durch Gänge und Treppenhäuser mit Fleures de Lys und teils auch weniger offensichtlichen Verzierungen führen sollte, begleitet von jeder Menge abgehangener Schnurren rund um die Zeit des Zweiten Weltkriegs und, natürlich: der Französischen Revolution! Vorgetragen (auf Französisch!) von einem Mann, der in Bartwuchs, Kopfform und Frisur entfernt, aber dennoch irritierend an Kurt Beck erinnerte. Sicher, sicher, war auch so nich so ganz schlecht, das alles, ginge schlimmer. Aber es hätte eben auch ganz anders sein können. Wieso bloß ist es niemals anders, wieso?! Wessen Gesetz und Befehl ist es, dass die Selbstdefinition des Erwachsenseins die fundamentale Ernüchterung der Kindheit zu sein scheint?

Posh dann allerdings schon das "Grand Amphithéathre*" (s. Foto; Draufklicken, ums groß zu sehen!). Dort, liebe Freunde der Sonne, wurde wirklich ganze Arbeit geleistet, kein Quadratzentimeter blieb ungenutzt! Wo es nicht protzte, da prunkte es eben, wo nicht die Blicke der steinernen Universitätsväter ruhten, da war eben noch Platz für eine Trikolore oder das Abfeiern der Wissenschaft im Allgemeinen! Herkömmliche Vorlesungen finden dort allerdings schon lange nicht mehr statt - das "Grand Amphithéatre" ist gleichsam die Galauniform der Sorbonne und wird genutzt für Examensverabschiedungen, Empfänge, Konzerte und Konferenzen. Und so weiter natürlich. Rund 1300 Menschen fasst der Saal in Vollbesetzung! Nur halb so groß wie das Grand Rex, mag da vielleicht manch ein Kenner dieses Blogs vorschnell denken. Jaja, schon wahr, schon richtig! Aber auch 1300, auch das ist Holz, auch da muss man ja nun mal überhaupt hinkommen!


Auch die abschliessend besuchte Universitätskapelle "Ste. Ursule", erbaut 1635 in Auftrag Kardinal Richelieus, war OK. Sie ist im übrigen zugleich Wahrzeichen und Wappen der Sorbonne; auch ich hab auf meiner Carte d'Étudiant oben rechts die charakteristische Fassade mit dem schönen Kuppeldach! Innen gabs neben der inversen Kuppel und dem recht eindrucksvollen Grabmal Richelieus dann zumindest für meinen Laienblick nicht mehr allzu viel zu sehen, was sicherlich auch den anscheinend gerade halbwegs intensiv** betriebenen Restaurations- und Reparaturarbeiten gezollt war.


Übrigens, das wichtigste und coolste Fact fällt mir erst ganz zum Schluss ein: Wenn man in Frankreich über die Sorbonne spricht, sagt man nicht etwa "à la Sorbonne", wie mans eben bei jeder anderen beliebigen Feld-Wald'n'Wiesen-Universität machen würde, sondern man sagt: "en Sorbonne". Und damit besteht ab jetzt nicht nur ein unterirdischer linguistischer Geheimtunnel zwischen Gelsenkirchen und Paris, sondern schliesst sich auch noch ganz wunderbar ein Kreis, der ganz oben bei der zugegebenermaßen für sich alleine schnarchöden Überschrift begann. So, und jetzt muss ich aus dem Zimmer, wird gleich saubergemacht hier.


PS: Trotz Paris hier, Paris da - wichtiger ists, zur heutigen Leselounge in Kiel zu gehen! Das findet auch die diese organisierende Daniela.
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* Amphithéatre: frankophon für "Hörsaal".
** In Frankreich täuscht der äussere Schein da manchmal; es sah eben ein wenig aus wie auf ner Baustelle, teils abgesperrt, teils verklebt bzw. abgedeckt. Eben so, als stünden umfassende Reparaturen und Restaurationen unmittelbar bevor. Andererseits sahen einige zur Abdeckung verwendete Pappen bereits besorgniserregend intensiv durchgerottet aus.

jeudi, février 15, 2007

Von nun an gehts bergab:
Bergfest mit Nadine & Amelie

Halbe Zeit Paris jetzt rum - das sind so Gefühle, wo man nur schwer beschreiben kann. Die zugehörige Feier am gestrigen Abend hingegen ist schnell und unkompliziert auf eine einfache Formel gebracht: Abwechselnd immer wieder die beiden größten Hits von "Toto" gehört, dann "Get rich or die trying" mit und ich glaub auch von 50 Cent gesehen.

"Toto", das ist, ich würd sagen, Heroic Keyboard Softrock von dicken gealterten Muckern, die ihren Stil allerdings selbst gerne als "Adult Oriented Rock" euphemisieren. "Toto" zeichnen verantwortlich für Welthits wie "Rosanna", "Hold The Line" und "Africa" (letztere beide auf unserer Tracklist!), nicht zuletzt aber auch "Stop Loving You". Ich möchte mich an dieser Stelle übrigens einmal explizit gegen die diskriminierende Defacto-Ausgrenzung des Soft Rock aus dem Kanon der zeitgenössischen Popkultur aussprechen, und mich, nun wo das erledigt ist, auch noch einmal an die Band selbst wenden: "Adult Oriented Rock", liebe "Toto" - ehrlich, das klingt doch wie ein anderes Wort für Porno-Mucke. Sprecht es doch aus wie es ist: Soft Rock. Das tut gut! Lord Voldemort. Ficken. So soll es sein! "Toto" spielen am 26. März 2007 übrigens im Pariser Zenith, und ich glaub, es gibt noch Karten.

"Get Rich Or Die Trying" danach war ein wichtiger Film, denn er zeigte uns, dass es im Leben in echt immer vor allem um eins gehen muss: Respekt. Das, muss ich nun zugeben, hat uns zuerst doch etwas auf dem falschen Fuß erwischt. Inzwischen können wir uns aber, und ich spreche da wohl für uns alle, einigermassen gut mit dieser Wahrheit arrangieren.

Am Ende bleibt also nur noch die Frage: Kann man ein Bergfest nicht auch schöner verbringen als mit Musik von "Toto" und einem 50-Cent-Film? Die Antwort lautet: Weissgott, ja! Aber: Wieso sollte man eigentlich?

Und hier ein weiterer wichtiger Film:

mardi, février 06, 2007

Zusammenfassung #3:
So wars in etwa bis ca. Silvester

Da die letzte Zusammenfassung viel zu lang war und sich irgendwie seltsam las, versuch ichs jetzt mal n bisschen kürzer:

Und zwar war ich Heiligabend und den ersten Weihnachtstag in Bordesholm, bei der Familie. Auf dem Foto sieht man, auf vielfachen Wunsch auch mal fotografiert, den Familienhund meiner Schwester. Er ist schätzungsweise wahrscheinlich einer der elf coolsten Hunde der Welt, so n richtiger Snoop Dogg. Nichts was nicht von ihm umgerannt würde, wenn er sich denn überlegt: Ich glaub, das renn ich jetzt einfach mal um! Keine Hündin, die vor ihm sicher wäre, wäre er nicht schon seit mehreren Monaten kastriert. Doch er ist zugleich auch wohl der freundlichstmögliche und zuvorkommendste Hund der Welt, von edelstem Gemüt, der nur ein wenig Auslauf braucht und, ja, eigentlich tatsächlich auch nur Spielen möchte. Und zwar ständig. Selbst die Katze sieht das mittlerweile ein.














Ansonsten aß ich viel, was ich in Paris aus finanziellen Erwägungen ja kaum tue. Gut, dass meine Familie in Bordesholm wohnt. Was hätte ich dieses Heiligabend über nur ohne sie gemacht in Bordesholm?

Wofür ich Bordesholm neben Familie, dem See und dem vielen Grün übrigens ausserdem mag, sind Plakate wie dieses:


Ich vertrau der FDP darin auf jeden Fall vollkommen!

Am 2. Weihnachtstag besuchte ich mit Jenne & Joana, nachdem ich auf dem Weg dorthin so getan hatte als wüde ich sie fotografieren, während ich sie in Wirklichkeit filmte, das "Cup & Cino". An Vieles kann ich aber mich nicht mehr erinnern, da ich noch an Krankheit litt und mein Gedächtnis in solchen Fällen immer die Aufzeichnung meiner Leidenszeit verweigert. Ich will ja mal auf ein fröhliches, unbeschwertes Leben zurückblicken später - doch nicht immer nur all das Leiden! Naja, aber dass es ein recht leckeres Kakaogetränk war, soviel ist noch klaro. Und dass unsere Pläne, Silvester zusammen zu feiern, dort noch unangegriffen Bestand hatten. Das war eine Vorausdeutung.

Ein tolles Weihnachtsfest unter Freunden wurde am folgenden Tag, dem 27. Dezember,durchgeführt. Sara, Jenne, Joana und ich schenkten uns lauter tolle Sachen und schmiedeten Pläne für den nahenden Silvestertag, der, soviel war schonmal mindestens klar, auf jeden Fall gemeinsam verbracht werden musste! Tjaja, was für seltsamen Verformungen unterziehen sich Pläne und Gedanken doch unter dem Einfluss der vorüberfließenden Zeit. Das war übrigens eine Andeutung!

Am nächsten Tag traf ich mich dann nochmal mit Jenne & Joana in Kiel, um im exlex eins dieser tollen Heissgetränke zu trinken, die dort immer angeboten werden. Und mit denen man sich, siehe Foto, selbst dann nicht unbedingt langweilen muss, wenn sie bereits ausgetrunken sind, man muss bloß die Möglichkeiten erkennen. Das hat in diesem Falle allerdings Joana und nicht etwa ich; ich hab bloß immer überall die Kamera hingehalten und war sonst zu nichts nütze. Weil die exlex-Asis ausserdem keinen Toast mehr gegen den kleinen Hunger hatten, war ich dazu gezwungen, Kuchen zu essen - mega-fascho!! Hier in Frankreich sind für solche Dinger ja schon welche unter der Guillotine gelandet, aber in Kiel gibts da sogar noch n Trinkgeld für. In was für einer visionslosen Softdemokratie leben wir eigentlich? Und dann verkündete Jenne noch, sie würde dann wohl Silvester doch nich dabei sein können, sie habe bessere und größere Pläne, die unsere Anwesenheit leider ausschlössen. Ich mein: Hallo! Aber wir sahens am Ende dann wohl ein. Dafür hatten Joana und ich noch ne top Idee, wie wir wenigstens zu dritt noch n gutes Silvesterfest begehen können, ne todsichere gute, die auf jeden Fall auch ohne Jenne ein überragendes Silvester garantiert hätte!! Aber gut geplant is eben nich immer so gut wie gewonnen. Ach ja: Auch das war jetzt ne Andeutung.


Ich hab da jetzt irgendwie ne Gedächtnislücke, ich weiss auch nicht, wie das kommt, vielleicht war ich ja die nächsten beiden Tagen auch noch wieder krank, jadoch, das könnte eine Erklärung sein. Ja, das muss es sein. Jedenfalls, irgendwie muss Sara dann auch noch was dazwischen gekommen sein. Das einzige, was ich jedenfalls noch weiss, ist, dass Joana und ich uns am Ende zum "Sille"-Feiern mit ihrer Schwester zusammengetan haben. Auch der Plan war gut: Lecker essen, schön Film schauen und später noch raus, ins neue Jahr!! Und diesmal ging eigentlich alles auf. Danja hat schliesslich ne überragende Wohnung mit großem Fernseher, großer Auswahl an Filmen und zwei Katzen, eine davon sehr, sehr dick. Joana tat zwar kaputtes Haselnuss-Öl ins Essen und zerkochte die Nudeln bis an die maximale Grenze, aber wenn man die Luft anhielt, gings. Ausserdem war jede Menge Rotwein da, mit dem man das Zeugs runterspülen konnte. Sogar so viel, dass ichs mir erlauben konnte, während des Films (ein illegaler Mitschnitt von "Nachts im Museum"; war so, wie man ihn etwa erwartet, würd ich sagen, aber auf jeden Fall gut unterhaltend!) ein fast volles Glas auf den Teppich umzuschmeissen, und es war immer noch genug da. PS: Ich hab übrigens erst dieses Jahr kapiert, dass das Ende von Dinner for one, also, ja schon ganz schön faustdick zweitdeutig is aber. Wahrscheinlich von dem ganzen trockenen englischen Humor! Deswegen lieben die Leute das so! Damals, als Kind, als ich sowas noch geguckt hab, war ich auf derlei ausgeklammerte Rede ja noch nicht so sensibilisiert.

Und dann weiss ich noch, dass sowohl Pumpe als auch Nachtcafé und Schaubude nachts um drei noch Eintritt haben wollten, weil Silvesterfeierpack eben arme Schweine sind. Die Schaubude war mit drei Euro noch am günstigsten, weshalb diese auch der Ort wurde, an dem Joana sich zuerst ein Jever Fun kaufte, weil sie hoffte, damit ihren Alkoholpegel zu erhöhen, und später einigen Leuten, die es verdient hatten, unangenehme Wahrheiten aufzutischen gezwungen war, die man nüchtern zu überbringen meist nicht das Rückgrat ist. Nach Hause musste sie dagegen den halben Weg geschoben werden. Dann kam mein Taxi nicht, und ich musste, eine erwähnenswert schwere Sporttasche auf dem Rücken, durch halb Kiel zurück zu Sara, meiner Behelfsunterkunft. Und halb Kiel, das ist, ich ewähnte es ja bereits, gar nicht mal ohne.

lundi, février 05, 2007

Minus 1x großes Kino

War dann heut doch nix mit Big Rex. Erstens sollte der Film doch auf Französisch sein, was den generellen Egalo-Status entscheidend relativierte, zweitens war die allgemeine Stimmung eh grad etwas gedämpft, so dass wir uns am Ende drauf einigten, den Riesensaal mal mitzunehmen, wenn auch entsprechend leichte Filmkost die Sprachbarriere zunichte macht.

Dafür kann ich dann heute abend schön Wäschewaschen und vielleicht auch in meiner Suche nach einem Hausarbeitsthema entscheidend vorankommen. Oder aber meine Zeit im Internet verbummeln. Mal sehen. Bis zur Schlafenszeit fließen ja noch einige Liter Wasser die Seine herunter.

2x Großes Kino

War am selbigen Katakomben-Abend* dann übrigens noch mit den beiden Nadines im "Leben der Anderen" (resp. "La vie des autres", aber auf deutsch mit französischem Untertext) und fand den überraschenderweise doch echt ziemlich gut! Beste Wünsche für die Oscarverleihung auf jeden Fall! Irgendwie ein wenig doof, dass aus Deutschland immer nur** so komisch Nachdenkliches, entweder mit drittem Reich oder DDR Rumhantierendes nominiert wird, aber den Film hier fand ich dann doch prima! Wollte mir den im Nachhinein zwar anhand einiger vermeintlich kitschiger oder allzu mechanischer Szenen noch schlecht reden, aber das ist bloß zynisches Papperlapapp. Viel Glück, Florian Henckel von Donnersmarck***!

Und dann geht ich heut noch mit der Kieler Nadine I in ein großes Kino, das "Le Grand Rex". In den großen Saal, der rund 2500 Leute fasst, und in dem gerade "Blood Diamond" läuft. Wobei der Film superegal ist, wir wollten bloß mal in den großen Saal. A propos "Blood Diamond": Findet ihr nicht auch, dass Leonardo Di Caprio auf dem Plakat irgendwie aussieht wie ein junger Jack Nicholson? Hatte jedenfalls den sehr zwiespältigen Eindruck, dass Leo, so lang er noch einigermaßen jung ist, immer aussehen wird wie ein ewig junger Milchbart. Um dann irgendwann plötzlich so zu altern, dass er so aussehen wird wie einer, der (wenn auch vital) irgendwie schon immer das Alter in sich trug. Wenn ihr wisst, was ich meine. Ist aber auch egal. Vielleicht isses ja auch nur Quatsch. Ich freu mich jedenfalls auf den Film.

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* Katakomben-Abend: 1. Februar.
** "immer nur": gefühlter Wert. Eigentlich weiss ich ausserdem nur noch von "Sophie Scholl".
*** Das muss man einfach mal ausschreiben, was für ein Name! Den stell ich mir jetzt ungefähr so vor wie Gert Fröbe in dem Film mit den fliegenden Kisten. Hoffentlich werd ich bloß nicht enttäuscht!

Der schattigste Platz von Paris:
Die Katakomben

Und dann gingen wir* nach ganz tief unten. Ein unscheinbarer Eingang mit der Aufschrift "Entrée Catacombes" führte uns nahe des Place Denfert-Rochereau** zunächst einmal bloß zum Kassenhäuschen, dann aber nach wenigen einfachen Abwicklungen letztlich doch in den Untergrund der Stadt Paris. Denjenigen, die, wie ich, weder unter 27 noch ein Mitglied des kunsthistorischen oder archäologischen Instituts der Université de Paris sind, kann ich ein Lied singen, das sie vielleicht schon kennen. Es heisst: "In dem Fall kostet es leider sieben Euro" (Melodie nach Engelbert Humperdinck und Radiohead).


Dann noch einmal eine generelle kurze Belehrung über Geschichte und Bedeutung der Katakomben (hab ich vom Catacombes-Flugblatt und wikipedia): Das unterirdische Stollennetz von Paris entstand im Laufe von insgesamt ca. zwei Jahrtausenden vor allem durch unterirdischen Kalksteinabbau. Der Kalkstein wiederum wurde zum grössten Teil in den Aufbau der Stadt Paris gesteckt. Die Zeit verging, und Paris wurde langsam zu der super Stadt, die es noch heute ist. Im 18. Jahrhundert stellten sich den Parisern dann zweierlei schwerwiegende Probleme, die einander allerdings ganz gut ergänzten: die zunehmende Überfüllung der Friedhöfe (durch Epidemien und Bevölkerungswachstum) und die stark fortgeschrittene Unterhöhlung der Stadt, die bereits zu Straßeneinstürzen geführt hatte. Der Rest ist ein etwas makabres Puzzle, für das man nicht so viel Phantasie benötigt: Durch die Exhumierung und Überführung der Toten in die Katakomben hatte man wieder Platz auf den Friedhöfen und füllte zudem die unterirdischen Gänge etwas auf. Heute befinden sich in den Katakomben die Überreste von ca. sechs Millionen Menschen. Geschichtslektion Ende.

Die zwanzig Meter Höhenunterschied zwischen Paris und Pariser Untergrund überwindet man durch eine sehr enge Wendeltreppe von exakt 83 Stufen*** Länge. Vorteil: Wer dort schwächelt, hat gar nicht richtig Platz für sämtliche Knochen im Leib gefährdende Stürze, sondern würde sich vermutlich eher kompliziert einklemmen. Das wäre vielleicht auch nicht angenehm, aber deutlich leichter für die Rettungskräfte.

Den ersten, den Spannungsbogen ohne große Mühe aufrechterhaltenden Abschnitt verbrachten wir vor allem in gespannter Erwartung der berühmten Knochensammlung und mit dem Ablaufen einiger schnurgerader, recht langweiliger Gänge und Info-Räume. Nachdem im finalen Info-Raum schliesslich noch einige guillotinierte Revolutionskinder thematisiert wurden, konnte das in bester Jason-Dark-Manier überschriebene "Empire de la mort" endlich betreten werden.


Ne Menge Holz: Links und rechts türmten sich die nächste Dreiviertelstunde fortan nichts anderes als kubikmeter- und tonnenweise pedantisch gestapelter Knochen in gruselig gemäßigtem Licht. Mal unterbrochen von in Stein gehauenen Bibelversen oder zur Abwechslung herz- oder kruzifixförmigen Anordnungen von Totenschädeln zwar, aber im Wesentlichen nichts anderes als massive Wände menschlicher Gebeine. Naja, und ein paar Gittertüren sowie Wächter, die wohl verhindern sollten, dass Knochen mitgenommen werden, man in die Gänge der "Banque de France"**** vordringt oder etwa mit Blitz fotografiert. Fotografieren nur ohne Blitz: Das hab ich nicht so wirklich verstanden, also wieso Schädel und Knochen, die in sichtlich ungünstigen klimatischen Bedingungen vor sich hin modern, an Kamerablitzen Schaden nehmen sollten. Sofern das die Begründung sein sollte jedenfalls. Die Totenruhe ists wohl hoffentlich nicht, denn so rücksichtsvoll im Hinblick auf die Würde der Toten ist es ja auch nicht, menschliche Knochen verschiedenster ehemaliger Individuen wie Zahnstocher übereinanderzustapeln und ab und zu mal mit Totenschädeln ästhetische Akzente zu setzen. Und überhaupt für Geld Leute hindurchzuschicken, die dann Fotos OHNE Blitz machen können. Für mich ist die Frage jedenfalls noch nicht beantwortet. Verkraftbar wars dennoch, denn irgendwie unterschieden sich die schwach beleuchteten auch nicht wesentlich von den lampennahen Knochenstapeln.

Schließlich endet auch der schönste Rundgang und man hat den letzten Knochen hinter sich gebracht. Interessant wars auf jeden Fall da unten, auch wenn der hohe Eintrittspreis durch die etwas alibimässige museale Aufbereitung nur mangelhaft gedeckt wurde. Es folgten noch einmal ein paar schnurgerade Gänge und zwei glockenförmige Höhlen, ehe eine weitere Wendeltreppe von 83 Stufen uns einem wundersamen, gleißenden Licht entgegenführte. Plötzlich befanden wir uns an einem ganz anderen Ort. Es war wunderschön!


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* wir: Nadine II und ein mit ihr befreundeter Archäologie-Student
** Da wohn ich in gar nicht mal so großer Entfernung von. Ausserdem sowieso irgend n berühmter Platz.
*** Nachgezählt habe ich nicht, sondern verlasse mich mal völlig auf die Korrektheit der am Eingang angeschlagenen Angaben.
**** Die bewahrt einen Teil der französischen Goldvorräte in - allerdings dann doch weiter entfernten und sicher abgeriegelten - Teilen der Katakomben. Trotzem, irgednwie eine tolle Panzerknacker-Geschichte.

jeudi, décembre 14, 2006

Fackdz about today

1. Hab heute Nosferatu in der Cinémathèque Francaise gesehen und fand ihn gut und muss dafür, gemäß Absprache, nicht zum La-Grande-Sophie*-Konzert gehen. Mein Vorschlag: Mehr Filme wie den machen. Ich werd gleich ma Sönke Wortmann mailen.

2. Ich hab jetzt meine Bankkarte! Es ist eine Carte Bancaire! Schaut nur her, wie schön sie ist:
Das ölig glitzernde Hologramm rechts stellt den Planeten Erde und sein berühmtes Ringsystem dar. Nach dem Mond sucht man vergeblich. Man muss mit den Franzosen manchmal etwas nachsichtig sein, die sind wie die Kinder. Das Emblem darunter symbolisiert sowas wie ein Ying und Yang. Aber nur ein ganz zaghaftes!

3. Morgen soll ich ein kleines Mini-Referat halten. Ich weiss ehrlich gesagt immer noch nicht, obs nun über fünf oder zehn Minuten gehen soll. Und hab auch noch nicht so viel vorbereitet. Aber es ist ja erst um neune. Wünscht mir toi toi toi!

4. Auch meinen CAF**-Antrag hab ich heute eingereicht. Damit ist das urgentste thing before Winterpause erstmal erledigt. Nun kann ich auch mal aufatmen und mich den angenehmen Dingen des Lebens widmen, wie z.B. dem Referat!

5. Und zur Belohnung gibts hier noch einen kleinen Cafetenfilm. Es passiert nicht viel, aber das Schlussbild ist zumindest bemerkenswert.


* irgendso n französischer Star
** französisches Wohngeld; kann man auch als ausländischer Student beantragen

dimanche, décembre 03, 2006

Eine Métro, ein Computer, ein Mann (und noch ein Mann)

Mein (echter! also Desktop-) Computer ist jetzt auch da! Ich hab ihn mir selbst per Hand von der Métro-Station Gallieni - da parkte Fabian, der ihn aus Kiel mitgenommen hat - ganz aus dem Westen von Paris bis hier nach unten in die Cité U transportiert, ganz alleine und alles auf einmal!!* Eine Sporttasche und ein Rucksack randvoll, und den Tower hab ich in den Armen getragen. Ein ganzer Strom von Franzosen floss in dieser Zeit an mir vorüber. Man steigt niemals zweimal in dieselbe U-Bahn.


PS: Und der totale Clou an dem Foto ist, falls noch nicht bemerkt: Ich schreib da gerade diesen Blogeintrag!! (ich gebe zu, vielleicht kann man das auch gar nicht erkennen)

PS II: Achja: War jetzt auch in "Borat", eigentlich grad gestern. Vielleicht schreib ich da auch noch mal was zu. Falls es sich lohnt, denn ich hab irgendwie so das Gefühl, also, dass das hier alles eigentlich gar keiner so richtig liest. Oder? Also dann vielleicht nur kurz: Ich fand "Borat" ziemlich lustig. Und dass es lediglich um die Spiegelung gewisser Vorurteile ging, war nicht schwer zu erkennen. Weiss allerdings nicht, ob ich ihn beim zweiten Mal noch genauso gut fände. Und dass die Kritik seitens derjenigen, die sich auf den Schlips getreten fühlten, andererseits irgendwie auch nicht so ganz falsch liegt, beweist ebenfalls der Film selbst am besten (Stichwort: Dissonanz Sender - Empfänger**). Und als letztes glaube ich noch, dass auch dieses wirklich mit Geschmack auserlesene amerikanische Tumbnasen-Best-Of nicht wirklich Aufschluss über irgendwelche tatsächlichen Zustände im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt***. So, Sendung Ende. Bis dann!****

* Wobei, das war mal wieder sehr ungenau formuliert: Métro und RER waren natürlich auch mit im Spiel. Aber glaubt mir, es war trotzdem noch genug, um meinem Fame keinen Abbruch zu tun.

** Also, was ich meine: die ironische Intention muss für Aussenstehende (die im Verarbeiten bestimmter zu bestimmten kulturellen Subsystemen gehörenden Signale nicht unbedingt kompetent sein müssen) ja nicht zwingend rüberkommen. Und natürlich finden einige jetzt sicher Kasachstan lustig, weils n unwichtiges Land mit m lustigen Namen ist, das ja bekanntermaßen n wenig rückständig ist (hat zB keine nennenswerten Beiträge zur internationalen Populärkultur geleistet)*****, und mit dem man sowas eben machen kann , auch ohne dass man den Film für bare Münze nimmt. Denn als Omega-Tier unter den Nationen ist es eigentlich schon per se ein wenig lustig. Sowas wurde ja auch in den Simpsons mal verwendet, als Homer, glaub ich, Albanien oder Armenien (das "oder" spricht eigentlich auch Bände) als "eines dieser Verliererländer" bezeichnet hat, Und auch "Borat" betreibt ja in diesem Sinn gewissermaßen Verliererland-Namedropping. Daher ist es vielleicht nicht ganz von ungefähr (wenn auch wenig souverän), dass die Vertreter des kasachischen Staates etwas verschnupft sind. Denn die wenigsten sozialen Aussenseiter, auch wenn sie drum wissen, werden gerne als solche beim Namen genannt, und wenns nur darum geht, die Arschlöcher als Dummköpfe zu demaskieren.

Ich bin aber trotzdem für den Film (und solche Filme), denn der ist einfach lustig und hilft eben auch ein bisschen bei der Selbstwahrnehmung!

*** Ich hatte das Gefühl, dass das alles so ein wenig als in den Kanon der grassierenden Amerika-Kritik einstimmend interpretiert wird. Ich find aber, dass unsereins (oder: "der Deutsche") sich derart überrumpelt häufig zumindest nicht wesentlich anders verhalten hätte. Es geht also eher um den allgemeinen Umgang mit Vorurteilen/Stereotypen als die spezifisch amerikanische Überheblichkeit.

**** Hoffe, das alles kommt nicht allzu klugscheisserisch rübber. Habt ihr den Film eigentlich schon gesehen?

***** Ähm, nur bevor diese Formulierung als arrogant aufgefasst wird oder so: Die is natürlich auch ironisch (fehlen bloß klare Ironiesignale, wie so oft).