1. Da der Film auf Französisch lief, mussten wir uns zum Verfolgen der Handlung vor allem auf die optischen Aspekte unserer Wahrnehmung beschränken. Die sichtfeldfüllende Leinwand im Grand Rex kamen dem, genau wie unsere Balkonplätze zweite Reihe, zum Glück sehr entgegen. Im übrigen folgten wir dann einfach den emotionalen Cues, die uns die Reaktionen der uns gleichsam massiv ringförmig flankierenden Einheimischen legten. 2. Nadine und Amelie fanden es ziemlich witzig, sich wie Piraten zum bemalen und zu verkleiden! Ja, und ich mach ja, ihr kennt mich, gerne jeden sog. "Scheiss" mit. War zwar glaub ich mit meinem blauen, pyjamastreifigen Hemd und dem Schal um den Kopf, den ich bei H&M im Winter gekauft, aber seitdem fast gar nicht benutzt habe (wurstet sich am Hals immer so auf), nicht unbedingt eine authentisch diesseitige Spiegelung des Leinwandcontents. Aber mit Kajal könnte ich jedenfalls noch gut Freund werden, ich sah aus wie ne Mischung aus Jack Sparrow, Tokio und Hotel, nur eben besser, weil ich ja eben halt noch meinen eigenen Style hab. Und da gibts auch Bilder von (s. Bild). Und die waren am besten.
Der grosse Saal des Grand Rex ist übrigens wirklich alleine den Besuch wert. Das war zwar immer so dunkel da, deswegen hab ich kein richtiges Foto machen können. Aber ich kann ja beschreiben: Orientalische Kulisse an den Aussenseiten und nachtblaue Decke mit künstlichem Sternenzelt, ne richtige Traumfabrik. Dazu ne riesige Leinwand, die im dramaturgisch richtigen Moment runtergefahren wird. Kritik übe ich, aber das kann man den Franzosen wohl in hundert Jahren nicht abgewöhnen, allerdings am an Verschaukelung angrenzenden Mangel an Beinfreiheit (das ist auch in den Hörsälen der Sorbonne teils einfach no-no!). Ehrlich, ungefähr zur Hälfte der Spielzeit dachte ich, ich wäre jetzt lieber in einem dieser Busse von Gulliver (Hamburg-Paris und zurück jeweils zwölf Stunden), denn mein linkes Bein tat zunehmend weh, und in den Bussen kann man wenigstens noch ein wenig die Beine unter den Sitz des Vordermanns runterstrecken. Ist das Rex-Defizit noch alleine mit der unterdurchschnittlichen Körpergrösse des durchschnittlichen Franzosen zu erklären oder steckt da irgendne unantastbare Tradition dahinter? Wo stellt der Pierre bloss seine Beine ab?
Das Beste am Abend war wohl aber, dass ich jetzt zwar "Fluch der Karibik 3" gesehen habe, aber trotzdem noch gar nicht weiss, ob er überhaupt gut ist. Ich bin schon jetzt ganz gespannt auf eine Erklärung dieser speziellen beinahe dreistündigen Abfolge bunter Bilder. Und warum z.B. genau da diese eine Sache mit den Piraten jetzt so war. Vielleicht läufts ja nach meiner Rückkehr sogar noch im Cinemaxx, der zwar deutlich armseligeren und flairloseren, dafür aber bestimmt deutlich beinfreieren Kieler Entsprechung zum Grand Rex.
So, und jetzt checkt den kostenlos von mir zu euch getragenen Trailer für ein Videogame aus, das, glaub ich, "Speedermann 3" oder so heisst. Da war die große Leinwand des Grand Rex übrigens noch nich losgelassen.


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