D.h., trink immer genau, was du grad denkst, ja.
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lundi, juin 18, 2007
samedi, juin 09, 2007
Nach Fontainebleau (inkl.: Die Wahrheit über Schwäne)
Gestern war Kulturabhaken am und im rund 70 Kilometer von Paris entfernten Schloss von Fontainebleau angesagt. Mit dabei: Nadine und Amelie (die Ausflugsimpulsgeberinnen), Amelies Besuche Inga und Heiko, unsere Kommilitonin Christina, und ich. Ja, ich war dabei. Das konnte lustig werden!
Ticketkauf: Mal wieder zeigt sich in Frankreich an einem Schalter oder einer Kasse* der am klarsten ersichtliche Unterschied zwischen dem, was wir haben und dem, was die haben. Wenn bei uns schon fehlende Servicementalität beklagt wird, ist das wirklich immer noch Jammern auf ausgesprochen hohem Niveau. Wir bekamen gestern bei unserer Besetzung von sechs Leuten drei verschiedene Tickettypen, davon einer garantiert nicht existent, wie die Christina und mich bedienende RATP-Mitarbeiterin sehr glaubwürdig zu versichern wusste. Fürs Protokoll: Ich erhielt die konservative Variante, einmal Paris - Fontainebleau hin und zurück (15,20 EUR), stringent, eindeutig, ohne Freiheitsgrade. so wie ichs auch in manch anderem Gebiet öfters mal gebrauchen könnte (mit etwas Glück krieg ich die Hausarbeit übrigens noch heute oder morgen fertig!). Christina bekam die flexible Variante fürs schnelle, moderne Leben: Sechs-Zonen-Ticket, Ziel egal, dafür nur einen Tag gültig (15,60 EUR). Amelie und Anhang hatten die unmögliche Variante, das sogenannte "Ticket Jeune", ebenfalls für den ganzen Tag und auf der ganzen Île-de-France (9,80 EUR). Aber das gabs ja wie gesagt gar nicht. Wäre ja auch in der Tat n bisschen sehr günstig gewesen.
Es war wirklich angenehm, aus einer engen Stadt wie Paris mal nach ausserhalb zu kommen. Wo man zur Fortbewegung nicht ständig durch Urinwolken gehen muss, die durch potthässliche Tunnel miteinander verbunden sind, sondern wo auch echte Natur gar nicht mal weit, nur einen vielleicht besonders stark geworfenen Stein entfernt ist. Auch für unser Tagesziel brauchte es nach kurzer Busfahrt nicht mehr als einen beherzt geworfenen Kiesel.
Im Schloss wurde wirklich für jedermann was geboten, also auch für den einfach veranrlagten Touristen, der, an Disneyland gewöhnt, erst einmal in flacher Progression an geschichtsträchtigere, reifere Orte herangeführt werden muss:
Das sollte übrigens eigentlich n Foto werden. Aber manche können mit Technik eben nicht so, da kann man machen was man will. Mal übrigens drauf achten, dass ich in dieser Anordnung als Marie Antoinette posiere und Inga als Ludwig XVI. Jaja, der neue androgyne Tourismus. Dass aber auch jeder Trend einmal die Massen erreichen muss. Marie Antoinette passte aber glaub ich ganz gut zu mir, auch weil ich ja diese Affinität zum Glamour habe.
Gleich danach ließen wir uns - früh ausgelaugt von der SNCF und ihrer eigenartig kurvenverliebten, brüsken Fahrweise - auf einem freundlich uns heranwinkenden Steg am Schlossteich nieder, zur Erledigung einer kleinen Mahlzeit (danke auch nochmal für das Baguette!) und das Nachempfinden adeligen Idyllengenusses. Womit wir nicht rechneten: Das elektrisierte die ansässige Wasservogelwelt! Nevermind the Schwan, sagt ja auch der Volksmund. Von wegen! Mind bitte ab jetzt aber sowas von diese schrecklichen weissen Vögel! Wie Schulhofbullys, die schwächere Kinder einschüchtern und ihnen ihr Pausenbrot wegnehmen, kamen Herr und Frau Schwan mitsamt ihren mißratenen Blagen angepaddelt und forderten aggressiv die Herausgabe etwaiger Brotvorräte, und zwar alles bitte möglichst pronto und ohne groß Aufsehen zu erregen. Denkste, dachten wir da zunächst noch, hier spottet nämlich nur einer über den anderen, und das ist ja wohl seit Ewigkeiten immer noch der Mensch über die Natur! Doch weil wir diese Rechnung ohne den Schwan gemacht hatten, kam es in der Folgeviertelstunde auch immer wieder zu kleinen Meinungsverschiedenheiten zwischen Fauna und zivilisierter Weltsphäre, die wir am Ende, wenn auch mit einem Teilrückzug, knapp für uns entscheiden konnten.

Unser Waldspaziergang blieb, da unsere Arglosigkeit der Natur gegenüber verloren war, bloß eine kurze Episode. Aber schön ist das da wohl. Wald können die Franzosen auch echt gut, direkt nach dem Herstellen leckeren Essens!
Blieb ja zum Glück noch ein ganzes Schloss! Dank Audioguide weiss ich jetzt auch, was es damit überhaupt auf sich hat: Das war Napoleons Schloss! Wer hätte das gedacht - der große Korse, der rastlose Korse: Hier lebte er, hier liebte er, hier wirkte und dankte er er dankend ab. "Au Revoir les enfants!", und dann ins Exil nach St. Helena! Was für ein Mann! Ich weiss, das ist jetzt mal wieder unpopulär, aber ich hab schließlich noch nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenns darum ging, unbequeme Wahrheiten auszusprechen: So einen wie "Nap" bräuchten wir mal wieder ganz dringend. Und zwar für unsere Fußball-Nationalmannschaft! Der hat vielleicht Dinge gestemmt! Alter! Ballack hin, Frings her: So was gibt es heute gar nicht mehr!
--
* Am Abend war ich dann noch im Franprix einkaufen und bekam Geld zurück: 26 Cent, schön in Ein-Cent-Stücken. Da musste ich Lachen. Die Kassiererin lachte mit.
Ticketkauf: Mal wieder zeigt sich in Frankreich an einem Schalter oder einer Kasse* der am klarsten ersichtliche Unterschied zwischen dem, was wir haben und dem, was die haben. Wenn bei uns schon fehlende Servicementalität beklagt wird, ist das wirklich immer noch Jammern auf ausgesprochen hohem Niveau. Wir bekamen gestern bei unserer Besetzung von sechs Leuten drei verschiedene Tickettypen, davon einer garantiert nicht existent, wie die Christina und mich bedienende RATP-Mitarbeiterin sehr glaubwürdig zu versichern wusste. Fürs Protokoll: Ich erhielt die konservative Variante, einmal Paris - Fontainebleau hin und zurück (15,20 EUR), stringent, eindeutig, ohne Freiheitsgrade. so wie ichs auch in manch anderem Gebiet öfters mal gebrauchen könnte (mit etwas Glück krieg ich die Hausarbeit übrigens noch heute oder morgen fertig!). Christina bekam die flexible Variante fürs schnelle, moderne Leben: Sechs-Zonen-Ticket, Ziel egal, dafür nur einen Tag gültig (15,60 EUR). Amelie und Anhang hatten die unmögliche Variante, das sogenannte "Ticket Jeune", ebenfalls für den ganzen Tag und auf der ganzen Île-de-France (9,80 EUR). Aber das gabs ja wie gesagt gar nicht. Wäre ja auch in der Tat n bisschen sehr günstig gewesen.
Es war wirklich angenehm, aus einer engen Stadt wie Paris mal nach ausserhalb zu kommen. Wo man zur Fortbewegung nicht ständig durch Urinwolken gehen muss, die durch potthässliche Tunnel miteinander verbunden sind, sondern wo auch echte Natur gar nicht mal weit, nur einen vielleicht besonders stark geworfenen Stein entfernt ist. Auch für unser Tagesziel brauchte es nach kurzer Busfahrt nicht mehr als einen beherzt geworfenen Kiesel.
Im Schloss wurde wirklich für jedermann was geboten, also auch für den einfach veranrlagten Touristen, der, an Disneyland gewöhnt, erst einmal in flacher Progression an geschichtsträchtigere, reifere Orte herangeführt werden muss:
Das sollte übrigens eigentlich n Foto werden. Aber manche können mit Technik eben nicht so, da kann man machen was man will. Mal übrigens drauf achten, dass ich in dieser Anordnung als Marie Antoinette posiere und Inga als Ludwig XVI. Jaja, der neue androgyne Tourismus. Dass aber auch jeder Trend einmal die Massen erreichen muss. Marie Antoinette passte aber glaub ich ganz gut zu mir, auch weil ich ja diese Affinität zum Glamour habe.
Gleich danach ließen wir uns - früh ausgelaugt von der SNCF und ihrer eigenartig kurvenverliebten, brüsken Fahrweise - auf einem freundlich uns heranwinkenden Steg am Schlossteich nieder, zur Erledigung einer kleinen Mahlzeit (danke auch nochmal für das Baguette!) und das Nachempfinden adeligen Idyllengenusses. Womit wir nicht rechneten: Das elektrisierte die ansässige Wasservogelwelt! Nevermind the Schwan, sagt ja auch der Volksmund. Von wegen! Mind bitte ab jetzt aber sowas von diese schrecklichen weissen Vögel! Wie Schulhofbullys, die schwächere Kinder einschüchtern und ihnen ihr Pausenbrot wegnehmen, kamen Herr und Frau Schwan mitsamt ihren mißratenen Blagen angepaddelt und forderten aggressiv die Herausgabe etwaiger Brotvorräte, und zwar alles bitte möglichst pronto und ohne groß Aufsehen zu erregen. Denkste, dachten wir da zunächst noch, hier spottet nämlich nur einer über den anderen, und das ist ja wohl seit Ewigkeiten immer noch der Mensch über die Natur! Doch weil wir diese Rechnung ohne den Schwan gemacht hatten, kam es in der Folgeviertelstunde auch immer wieder zu kleinen Meinungsverschiedenheiten zwischen Fauna und zivilisierter Weltsphäre, die wir am Ende, wenn auch mit einem Teilrückzug, knapp für uns entscheiden konnten.

Unser Waldspaziergang blieb, da unsere Arglosigkeit der Natur gegenüber verloren war, bloß eine kurze Episode. Aber schön ist das da wohl. Wald können die Franzosen auch echt gut, direkt nach dem Herstellen leckeren Essens!
Blieb ja zum Glück noch ein ganzes Schloss! Dank Audioguide weiss ich jetzt auch, was es damit überhaupt auf sich hat: Das war Napoleons Schloss! Wer hätte das gedacht - der große Korse, der rastlose Korse: Hier lebte er, hier liebte er, hier wirkte und dankte er er dankend ab. "Au Revoir les enfants!", und dann ins Exil nach St. Helena! Was für ein Mann! Ich weiss, das ist jetzt mal wieder unpopulär, aber ich hab schließlich noch nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenns darum ging, unbequeme Wahrheiten auszusprechen: So einen wie "Nap" bräuchten wir mal wieder ganz dringend. Und zwar für unsere Fußball-Nationalmannschaft! Der hat vielleicht Dinge gestemmt! Alter! Ballack hin, Frings her: So was gibt es heute gar nicht mehr!
--* Am Abend war ich dann noch im Franprix einkaufen und bekam Geld zurück: 26 Cent, schön in Ein-Cent-Stücken. Da musste ich Lachen. Die Kassiererin lachte mit.
mercredi, juin 06, 2007
Kurzer Auftakt zum langen Abschied
Mein mutmaßlich letzter Kaffee aus dem verdammt nochmal besten Kaffeeautomaten Frankreichs:
Ich helf mal nach: der steht in der Cafeteria des Centre Malesherbes, da wo immer immer meine Kurse stattfanden. Heute Morgen hatte ich im Centre nämlich meine allerletzte Seminarssitzung, "Comique & Violence" bei Mme Peiter (nachdem das Semester offiziell bereits seit Freitag um ist), die mir auch zugleich noch meinen letzten intra-seminären (und von der Autorität zum Glück unbemerkten bzw. einfach übergangenen) Lachflash bescherte. Es ist aber auch ziemlich schwer die Haltung zu bewahren, wenn die Dozentin bei der Besprechung eines Holocaust-Romans statt "Auschwitz" konstant "Ausschwitz" sagt (hat sie allerdings angeblich schon seit der ersten Sitzung getan; sie ist übrigens Deutsche!). Zumal noch in einem Seminar, das das Nebeneinander und Zusammenwirken von Komik und Gewalt behandelt.
Ansonsten blüht Melancholie allenthalben. Auch das Grün an den Bäumen. War das jetzt poetisch?
Dann gings noch in den einen Katzensprung entfernten Parc Monceau. Also der ist auch ganz gut.
Und: Dreieinhalb Wochen noch.
Ich helf mal nach: der steht in der Cafeteria des Centre Malesherbes, da wo immer immer meine Kurse stattfanden. Heute Morgen hatte ich im Centre nämlich meine allerletzte Seminarssitzung, "Comique & Violence" bei Mme Peiter (nachdem das Semester offiziell bereits seit Freitag um ist), die mir auch zugleich noch meinen letzten intra-seminären (und von der Autorität zum Glück unbemerkten bzw. einfach übergangenen) Lachflash bescherte. Es ist aber auch ziemlich schwer die Haltung zu bewahren, wenn die Dozentin bei der Besprechung eines Holocaust-Romans statt "Auschwitz" konstant "Ausschwitz" sagt (hat sie allerdings angeblich schon seit der ersten Sitzung getan; sie ist übrigens Deutsche!). Zumal noch in einem Seminar, das das Nebeneinander und Zusammenwirken von Komik und Gewalt behandelt.
Ansonsten blüht Melancholie allenthalben. Auch das Grün an den Bäumen. War das jetzt poetisch?
Dann gings noch in den einen Katzensprung entfernten Parc Monceau. Also der ist auch ganz gut.
Und: Dreieinhalb Wochen noch.
mardi, mai 29, 2007
lundi, mai 28, 2007
Neuer Besuch; abgehakt: Eiffelturm, Arc de Triomphe, Montmartre
Stephan und Kristen waren zu Besuch! Stephan aus Schönwohld und Kristen aus Orlando, Florida! Extra von so weit dahergekommen, extra um Paris zu sehen, die alte schöne Stadt, und dennoch noch Zeit für mich, den alten Lars! Ja wie finde ich denn das? Super finde ich das!
Machte daher fast gar nix, dass ich dafür ne Dreiviertelstunde unterm Eiffelturm warten musste. S&K, ich wusste es zu der Zeit noch nicht, wollten diesen vorher nämlich unbedingt noch mal erklettern, bloß war da oben vor den Aufzügen, komisch eigentlich, ne wirklich lange Schlange - richtig viele Touristen sollen da gewesen sein! So n Ding aber auch! Auch das unterdessen vor meinen Augen vor und um Paris aggressiv funkelnd Stellung beziehende Unwetter beobachtete ich zu dem Zeitpunkt noch mit einer Mischung aus Sorglosigkeit und aufrichtigem Interesse. Später kippte sich meine ungezwungene Gemütslage zwar noch auf ein gesundes Maß zurecht, aber da Stephan und Kristen da auch schon unten waren, hatten wir Glück und haben wir die Métro gewissermaßen noch in der letzten Sekunde vor Einsetzen der alles vernichtenden Regenfälle erreicht. Hier ein Film aus der Ligne 6 heraus zu ungefähr der Zeit. Ich hab auch extra acht gegeben auf biblisch-apokalyptische Inszenierung (hört man eigentlich bei den Vollbremsungen die quietschenden Métro-Gummibereifungen?):
Und hier noch einige Worte zum Gruß, von Stephan und Kristen für Euch:
Dann spielte in der Cité-U-Mensa eine antillische Band, irgendsonen abgeschmackten karibischen Gute-Laune-Beat, gerade als wir uns zum Verzehr leckerer Antillen-Spezialitäten (wie zB Huhn und Reis!) niedergelassen haben, so laut, dass man sein eigenes Wort nicht verstehen konnte. Naja, wenn man wie ich eh nix weiss, kann das ja auch manchmal ganz gut sein. Des war auch das letzte, was wir an dem Abend erlebt haben.
Der nächste Tag war eine exakte Kopie. Also, nu von nix Konkretem, sondern ersma überhaupt. Jedenfalls kam er mir so bekannt vor auf ne ganz un-déjàvuige Weise, und schliesslich kommt doch alles wieder, nich nur die Trends, sondern eben auch die ganz normalen Tage. Wir machten einige nette Bekanntschaften vor dem Arc de Triomphe und am Montmartre und hätten ihnen auch beinahe einige schöne typische Pariser bunte Fäden abgekauft, die man sich ums Handgelenk wickeln kann und die schon ihre Vorfahren so in Handarbeit zusammengewickelt und nichtsahnenden Touristen vergangener Zeitalter verkauft oder einfach für sich selbst behalten haben. Aber irgendwie sind wir nie so richtig ins Gespräch miteinander gekommen und redeten ständig aneinander vorbei. Schade, hätte gerne so Bindfäden gekauft, auch gerne zu jedem Preis und so.
Dann war auch die Zeit reif. Der Zug rief, und schneller als der Wind sie in die Stadt hineingeblasen hatte, waren se dann auch wieder verschwunden, denn es handelte sich um den Thalys, den legendären Schnellzug! Bis dann, bis zum nächsten Mal! Das nächste Mal funktioniert die Funiculaire auch bestimmt wieder und wir schaffens auf den Berg rauf!
Le Lars Parisien
Machte daher fast gar nix, dass ich dafür ne Dreiviertelstunde unterm Eiffelturm warten musste. S&K, ich wusste es zu der Zeit noch nicht, wollten diesen vorher nämlich unbedingt noch mal erklettern, bloß war da oben vor den Aufzügen, komisch eigentlich, ne wirklich lange Schlange - richtig viele Touristen sollen da gewesen sein! So n Ding aber auch! Auch das unterdessen vor meinen Augen vor und um Paris aggressiv funkelnd Stellung beziehende Unwetter beobachtete ich zu dem Zeitpunkt noch mit einer Mischung aus Sorglosigkeit und aufrichtigem Interesse. Später kippte sich meine ungezwungene Gemütslage zwar noch auf ein gesundes Maß zurecht, aber da Stephan und Kristen da auch schon unten waren, hatten wir Glück und haben wir die Métro gewissermaßen noch in der letzten Sekunde vor Einsetzen der alles vernichtenden Regenfälle erreicht. Hier ein Film aus der Ligne 6 heraus zu ungefähr der Zeit. Ich hab auch extra acht gegeben auf biblisch-apokalyptische Inszenierung (hört man eigentlich bei den Vollbremsungen die quietschenden Métro-Gummibereifungen?):
Und hier noch einige Worte zum Gruß, von Stephan und Kristen für Euch:
Dann spielte in der Cité-U-Mensa eine antillische Band, irgendsonen abgeschmackten karibischen Gute-Laune-Beat, gerade als wir uns zum Verzehr leckerer Antillen-Spezialitäten (wie zB Huhn und Reis!) niedergelassen haben, so laut, dass man sein eigenes Wort nicht verstehen konnte. Naja, wenn man wie ich eh nix weiss, kann das ja auch manchmal ganz gut sein. Des war auch das letzte, was wir an dem Abend erlebt haben.
Der nächste Tag war eine exakte Kopie. Also, nu von nix Konkretem, sondern ersma überhaupt. Jedenfalls kam er mir so bekannt vor auf ne ganz un-déjàvuige Weise, und schliesslich kommt doch alles wieder, nich nur die Trends, sondern eben auch die ganz normalen Tage. Wir machten einige nette Bekanntschaften vor dem Arc de Triomphe und am Montmartre und hätten ihnen auch beinahe einige schöne typische Pariser bunte Fäden abgekauft, die man sich ums Handgelenk wickeln kann und die schon ihre Vorfahren so in Handarbeit zusammengewickelt und nichtsahnenden Touristen vergangener Zeitalter verkauft oder einfach für sich selbst behalten haben. Aber irgendwie sind wir nie so richtig ins Gespräch miteinander gekommen und redeten ständig aneinander vorbei. Schade, hätte gerne so Bindfäden gekauft, auch gerne zu jedem Preis und so.
Dann war auch die Zeit reif. Der Zug rief, und schneller als der Wind sie in die Stadt hineingeblasen hatte, waren se dann auch wieder verschwunden, denn es handelte sich um den Thalys, den legendären Schnellzug! Bis dann, bis zum nächsten Mal! Das nächste Mal funktioniert die Funiculaire auch bestimmt wieder und wir schaffens auf den Berg rauf!
Le Lars Parisien
mardi, mai 15, 2007
Like A Hurricane (Smells Like Melting Sitzfleisch)
Ja hallo zu den Bildern brauch ich ja wohl nix mehr hinzufügen! Die Scorpions rockten heut nachmittag zur besten Tea Time im Virgin Megastore dermaßen Klartext, dass dessen Grundfeste nunmehr wohl besser als nich mehr ganz so fest wie vorher bezeichnet werden sollten. Da war wirklich Schluss mit lustig, und ich denk ma jetz is auch dem letzten Franzosen klar geworden wie der Zucker an den Crêpe kommt und wieso das alles in die Fresse gehört. "Etwas statische Bühnenshow" wurde zwar hier und da gemunkelt, "Playback" und "Mineralwasser-Rocker" anderenorts geargwohnt, aber ich glaub, die das sagen haben keine Ahnung und sind auch nur neidisch. Die Scorpions sind det Beste, seit sich "Rudolf Schenker" auf "Rock'n'Roll" reimt! Still alive!
mercredi, mai 09, 2007
Tief in den 80ern (Meine Abenteuer in Kiel, Teil 3)
Was für ein Genuss: Alte ALF-Folgen goutiert, und dazu die gute, nein: tolle 80er-Werbung. Bei der verstand man wenigstens noch irgendwie, was die von einem wollte. Nicht so n postmoderner Quatsch wie heute eben. Damals nannte man es wohl auch noch "Tricktechnik" und noch nicht "Computeranimation".
PS "Crédit Lyonnais": Das Video ist zusammengeschnitten; unmittelbar vor meinem begeisterten Ausruf lief ein Werbespot der "bfg Bank" (gibts die überhaupt noch?), die zur "Gruppe Crédit Lyonnais" gehörte, jene Bank, bei der ich hier in Paris ein Konto innehabe. Da drehn bei mir, verständlich, natürlich schon mal die Sicherungen durch!
PS "Crédit Lyonnais": Das Video ist zusammengeschnitten; unmittelbar vor meinem begeisterten Ausruf lief ein Werbespot der "bfg Bank" (gibts die überhaupt noch?), die zur "Gruppe Crédit Lyonnais" gehörte, jene Bank, bei der ich hier in Paris ein Konto innehabe. Da drehn bei mir, verständlich, natürlich schon mal die Sicherungen durch!
dimanche, mai 06, 2007
Wenn die Könige einen Zwischenstopp einlegen
Der 2.5.: ein aufregender Tag. Zunächst mal machte Steffi auf ihrem Weg nach Pamplona einen Zwischenstopp in Paris, was für mich bedeutete: Besuch - Gelegenheit, meine Hometown, mein Paris vorzustellen! Da Besuch für mich König ist, stellte ich für den Tag einen recht komplizierten Aktivitäten-Plan auf, der selbstverständlich eine moderierte Begleitung (also: mich!) durch den gesamten Tag beinhaltete. Ich nahm sie also morgens knapp nach neun am Gare du Nord in Empfang. Die Lok ihres Zuges hatte eine echt komische Form, und sie selbst trug eine schwarze Trainingshose und graue Sporttreter von Adidas* mit einem mäßig eingängigen Streifenarrangement drauf. Das nur fürs Protokoll.
Mit Baguettes und Croissants vom besten Bäcker von Paris bei Nadine und Amelie um die Ecke sowie dem tollen "Ail & fines herbes"-Frischkäse vom Franprix konnte ich ihr gleich ma demonstrieren, wie sich der perfekte Start in den Tag auf Pariserisch buchstabiert. A propos Nadine und Amelie: Diese spielten bei der ganzen Sache eine durchaus lobend zu erwähnende, wenn auch keinesfalls unnötig groß zu redende Nebenrolle, indem sie Steffi in ihrem sympathisch schratigen HQ am Place Gambetta (mitten im Herzen des "20.") zu beherbergen so nett waren. Da fällt mir ein: Erstere, also Nadine, äusserte übrigens auch die "Ansicht", dass ich mich in meinem Blogeintrag zum Basilique-de-Saint-Denis-Ausflug im Vergleich zu meinen drei Begleiterinnen oder, ich möchte fast sagen: Hosts (denn der Ausflug war deren Idee), arg in den Vordergrund schiebe. Nun gut, wir sind ja in einem "demokratischen" Medium. Ich kann mir darüber kein Urteil bilden. Ausserdem bin ich zu faul, jetzt gerade noch mal den betreffenden Post nachzuschlagen und zu beweisen, dass natürlich das schiere Gegenteil der Fall ist.
Auf das Vergnügen folgte die Arbeit: Es ging los mit dem Touri-Nerv-Teil! Ich versuchte, den Ball zunächst ma flach zu halten und zeigte ihr auf dem Père Lachaise mal, wie das ungefähr so aussieht, wenn man Jim Morrison oder Oscar Wilde heisst und tot ist: Recht eintönig, was aber die ausserhalb des goldenen Käfigs Stehenden keinesfalls davon abhält, einem weiterhin mit Fotoapparaten und aufmunternden Blumensträussen nachzustellen. Tja, wenn der Rock'n'Roll-Lifestyle in biederem Steinmetz-Hackwerk und dem Sound künstlicher Klick-Sounds der Digitalkameras endet, da muss man sich wohl doch mal fragen, obs wirklich besser war auszubrennen als so wegzufaden, wa?
A propos Rock'n'Roll Lifestyle: Besonderes Schmankerl des Steffi-Guide-Tags war natürlich ein anderer königlicher Zwischenstopp, nämlich das von den Veranstaltern geschmackvoll Richtung Ende des Tages angesetzte Konzert von The Whitest Boy Alive, dem aktuellen Projekt von Erlend Oye, strange guy of brutalstem Kings-Of-Convenience-Fame, Chill-Titan und akustischer Halbgott!! Zu allem dekadenten Überfluss obendrein noch mit Tourbegleitung Kommode, dem aktuellen Projekt von Eirik Glambek Boe, der zweiten KoC-Hälfte, der sein Klingelschild ebenfalls am Pantheon des Akustik-Songwriterwesens hat. Lieu de la spectacle était dabei der ganz in Nadine & Amelies Nähe gelegene ehemalige Bahnhof "Flèche d'Or", nun Indie-Kabuff der feinsten Sorte.
Doch bevor dieser eher angenehme Teil des Abends endlich anvisiert werden konnte, mussten wir noch eine endlos langweilige Wanderung an der Seine entlang über die Champs-Elysees (Wegbeschreibung schon ungefähr hier) bis zum ätzenden Arc de Triomphe hinter uns bringen. Einzig der Crepestand bei jedoch schon ungefähr drei Vierteln der Strecke vermochte uns für fünf Minuten aus unserer Apathie zu reissen. Auch Steffi findet, glaub ich, so die primären Tourismus-Attraktionen jetzt eher doof, geilo Sichtachse zwischen Arc de Triomphe und La Defense mal hin bzw. her. Gut war vielleicht noch das abenteuerlich rasante 9-km/h-Rollband im Gare Montparnasse, auf dem wir all die 6km/h-Trottel doch ziemlich hinter uns ließen und mondän den Fahrtwind um die Ohren sausen lassen konnten (s. auch u.). Wobei das, genaugenommen, auch schon wieder auf dem Rückweg war.
Aber unserer Laune konnte das nichts mehr, denn ich vergaß zu erwähnen: Bereits am Vormittag, ein gutes Zeichen, lief uns Nahe Place Gambetta ein mit roter Mütze bedeckter und von bonbonblauem T-Shirt bekleideter Erlend Oye über den Weg, so dicht, dass er, hätte ich fünfzig Zentimeter weiter links gestanden, krass in mich reingerannt wäre und in der Folge wahrscheinlich folgender Dialog entstanden wäre:
E: "Oh, excuse me please Mr." (will eigtl weitergehen, aber guckt noch mal genauer, überlegt es sich dann anders)
E: "You're lookin pretty cool man! Do you want to play with me in a band?"
Ich dann (ehrlich überrascht): "Oh, I'm sorry, I mean, I would like to but you're so famous and cool and I am a nothing! And also I don't play any instrument."
Und dann E: "No, I am a nothing. YOU are cool!"
schließlich ich: "Am I? I'm not sure. Not really. Or? You're kidding me."
E: "No, not at all. You're one of the coolest guys I've ever met. Do you want to join the 'Kings Of Convenience', a small group I play in? I'll fire Eirik, my co-musician. He's ugly and an idiot!"
I: "Yes, that would be nice perhaps."
E: "OK, so we're in a band from now on!" (geht ab; ich bleibe bescheiden zurück, ehrlich überrascht, dass ich anscheinend wirklich so cool bin; während ich noch überlege, arrangiert sich um mich herum ein ausgesuchtes Assortement attraktiver französischer Indie-Girls; Fadeout)
Doch manchmal nimmt das Schicksal eben doch andere Abbiegungen als vorgesehen. Butterfly Effect - ihr kennt das.
Nach der Champs-Elysees-Episode gings noch mal zu Nadine und Amelie zum Ausruhen, Stärken (mit lecker Pizza, Erdbeeren, Salat, so Zeugs und Tiramisu), bis wir dann alle gemeinsam Richtung Flèche d'Or losgingen und uns den Weg dorthin mit Vorfreude auf Erlend (ähm, und natürlich auch den Rest der Band) verkürzten.
Und das Konzert war dann auch nur einfach nur geilo und machte sehr, sehr glücklich: Erlend sah genau so aus wie Erlend auf all seinen Plattencovern, was ja schon mal die halbe Miete ist. WBA spielten ihr (allerdings kaum einstündiges) Konzert wie ein DJ-Set, liessen Song in Song übergehen, improvisierten mehr oder weniger ausschweifend und gaben in ihren vielleicht zwei, drei Ansagen zwischendrin eine sympathische und gutgelaunte Figur ab. Das ist oben auch ganz gut in dem etwas längeren Zusammenschnitt zu verfolgen. Was ich, Konzert umsonst hin oder her, jedoch als ein wenig asi anzuprangern mich gezwungen fühle ist, dass das Flêche d'Or anscheinend grundsätzlich keine Zugaben spielen lässt: Nach dem letzten Song wurde rabiat der Vorhang vorgezogen, und nur wenige Sekunden später startete, noch unter dem "Zugabe"-Skandieren des links vor der Bühne stehenden, anscheinend vor allem aus Deutschen bestehenden Flügels, das zynische Indie-Gedudel der Hausanlage. Wenig später kam auch die Band von der Bühne und begann, nächster Programmpunkt, höchstselbst unter eigener Anwesenheit das Verticken von WBA-CDs und -Shirts.
Auch der zweite King of Convenience, Eirik hing noch weiter im Flêche d'Or rum, hielt schüchtern ein Glas in der Hand und schaute, soweit ich ihn im Blick hatte, vor allem schnuffig und lieb in der Gegend herum. Seine Band hatten wir leider verpasst, weil wir, noch essend und slouchend, unmöglich glauben mochten, dass die Prominenz gleich als erstes spielt und die Staffage dann den Rest des Abends (geschweige denn dass es rechtzeitig losgeht). Aber genau so war es dann gekommen. Schadeschade, aber eben nicht zu ändern, und WBA waren ja auch allein schon das Kommen wert (ich mein, es war ja umsonst, erwähnte ich das eigentlich schon?).
Natürlich war der Reiz, von Erlend Oye persönlich ne WBA-CD zu kaufen, zu groß um ernsthaft zu erwägen, ihm zu widerstehen. Ich bekam sogar noch einen Button dazu, und er gab mir zum Abschied die Hand!!! Dann machte ich mich, abschliessend, noch zum Horst, indem ich mich, euphorisiert durch den Abend, den glatt über die Bühne gegangenen Plattenkauf und nicht zuletzt durch die vom Akustik-Titan geschüttelte Hand, noch zu folgendem nervösem Satz hinreissen ließ und glatt darlegte: "Thank you for the great concert!". Fucking Groupie-Shit irgendwie, wa? Ich erkannte mich selbst nicht wieder. Dennoch wankte ich beglückt nach Hause (bzw. war es, bei den Bierpreisen, doch eher noch ein strammes und ausgesprochen kontrolliertes Flanieren). Erlend Hand gegeben: Das musste ich allen meinen Freunden erzählen! Ach PS: Und die CD signiert hat er mir auch noch. Groß, groß, das, alta!
Und jetzt mal ehrlich: Bei DEM Tag verkommt DAS hier doch zur bloßen Lappalie, oder? (aber hinschauen musste ich dann doch)

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* oder so ner Firma
Mit Baguettes und Croissants vom besten Bäcker von Paris bei Nadine und Amelie um die Ecke sowie dem tollen "Ail & fines herbes"-Frischkäse vom Franprix konnte ich ihr gleich ma demonstrieren, wie sich der perfekte Start in den Tag auf Pariserisch buchstabiert. A propos Nadine und Amelie: Diese spielten bei der ganzen Sache eine durchaus lobend zu erwähnende, wenn auch keinesfalls unnötig groß zu redende Nebenrolle, indem sie Steffi in ihrem sympathisch schratigen HQ am Place Gambetta (mitten im Herzen des "20.") zu beherbergen so nett waren. Da fällt mir ein: Erstere, also Nadine, äusserte übrigens auch die "Ansicht", dass ich mich in meinem Blogeintrag zum Basilique-de-Saint-Denis-Ausflug im Vergleich zu meinen drei Begleiterinnen oder, ich möchte fast sagen: Hosts (denn der Ausflug war deren Idee), arg in den Vordergrund schiebe. Nun gut, wir sind ja in einem "demokratischen" Medium. Ich kann mir darüber kein Urteil bilden. Ausserdem bin ich zu faul, jetzt gerade noch mal den betreffenden Post nachzuschlagen und zu beweisen, dass natürlich das schiere Gegenteil der Fall ist.
Auf das Vergnügen folgte die Arbeit: Es ging los mit dem Touri-Nerv-Teil! Ich versuchte, den Ball zunächst ma flach zu halten und zeigte ihr auf dem Père Lachaise mal, wie das ungefähr so aussieht, wenn man Jim Morrison oder Oscar Wilde heisst und tot ist: Recht eintönig, was aber die ausserhalb des goldenen Käfigs Stehenden keinesfalls davon abhält, einem weiterhin mit Fotoapparaten und aufmunternden Blumensträussen nachzustellen. Tja, wenn der Rock'n'Roll-Lifestyle in biederem Steinmetz-Hackwerk und dem Sound künstlicher Klick-Sounds der Digitalkameras endet, da muss man sich wohl doch mal fragen, obs wirklich besser war auszubrennen als so wegzufaden, wa?
A propos Rock'n'Roll Lifestyle: Besonderes Schmankerl des Steffi-Guide-Tags war natürlich ein anderer königlicher Zwischenstopp, nämlich das von den Veranstaltern geschmackvoll Richtung Ende des Tages angesetzte Konzert von The Whitest Boy Alive, dem aktuellen Projekt von Erlend Oye, strange guy of brutalstem Kings-Of-Convenience-Fame, Chill-Titan und akustischer Halbgott!! Zu allem dekadenten Überfluss obendrein noch mit Tourbegleitung Kommode, dem aktuellen Projekt von Eirik Glambek Boe, der zweiten KoC-Hälfte, der sein Klingelschild ebenfalls am Pantheon des Akustik-Songwriterwesens hat. Lieu de la spectacle était dabei der ganz in Nadine & Amelies Nähe gelegene ehemalige Bahnhof "Flèche d'Or", nun Indie-Kabuff der feinsten Sorte.
Doch bevor dieser eher angenehme Teil des Abends endlich anvisiert werden konnte, mussten wir noch eine endlos langweilige Wanderung an der Seine entlang über die Champs-Elysees (Wegbeschreibung schon ungefähr hier) bis zum ätzenden Arc de Triomphe hinter uns bringen. Einzig der Crepestand bei jedoch schon ungefähr drei Vierteln der Strecke vermochte uns für fünf Minuten aus unserer Apathie zu reissen. Auch Steffi findet, glaub ich, so die primären Tourismus-Attraktionen jetzt eher doof, geilo Sichtachse zwischen Arc de Triomphe und La Defense mal hin bzw. her. Gut war vielleicht noch das abenteuerlich rasante 9-km/h-Rollband im Gare Montparnasse, auf dem wir all die 6km/h-Trottel doch ziemlich hinter uns ließen und mondän den Fahrtwind um die Ohren sausen lassen konnten (s. auch u.). Wobei das, genaugenommen, auch schon wieder auf dem Rückweg war.
Aber unserer Laune konnte das nichts mehr, denn ich vergaß zu erwähnen: Bereits am Vormittag, ein gutes Zeichen, lief uns Nahe Place Gambetta ein mit roter Mütze bedeckter und von bonbonblauem T-Shirt bekleideter Erlend Oye über den Weg, so dicht, dass er, hätte ich fünfzig Zentimeter weiter links gestanden, krass in mich reingerannt wäre und in der Folge wahrscheinlich folgender Dialog entstanden wäre:
E: "Oh, excuse me please Mr." (will eigtl weitergehen, aber guckt noch mal genauer, überlegt es sich dann anders)
E: "You're lookin pretty cool man! Do you want to play with me in a band?"
Ich dann (ehrlich überrascht): "Oh, I'm sorry, I mean, I would like to but you're so famous and cool and I am a nothing! And also I don't play any instrument."
Und dann E: "No, I am a nothing. YOU are cool!"
schließlich ich: "Am I? I'm not sure. Not really. Or? You're kidding me."
E: "No, not at all. You're one of the coolest guys I've ever met. Do you want to join the 'Kings Of Convenience', a small group I play in? I'll fire Eirik, my co-musician. He's ugly and an idiot!"
I: "Yes, that would be nice perhaps."
E: "OK, so we're in a band from now on!" (geht ab; ich bleibe bescheiden zurück, ehrlich überrascht, dass ich anscheinend wirklich so cool bin; während ich noch überlege, arrangiert sich um mich herum ein ausgesuchtes Assortement attraktiver französischer Indie-Girls; Fadeout)
Doch manchmal nimmt das Schicksal eben doch andere Abbiegungen als vorgesehen. Butterfly Effect - ihr kennt das.
Nach der Champs-Elysees-Episode gings noch mal zu Nadine und Amelie zum Ausruhen, Stärken (mit lecker Pizza, Erdbeeren, Salat, so Zeugs und Tiramisu), bis wir dann alle gemeinsam Richtung Flèche d'Or losgingen und uns den Weg dorthin mit Vorfreude auf Erlend (ähm, und natürlich auch den Rest der Band) verkürzten.
Und das Konzert war dann auch nur einfach nur geilo und machte sehr, sehr glücklich: Erlend sah genau so aus wie Erlend auf all seinen Plattencovern, was ja schon mal die halbe Miete ist. WBA spielten ihr (allerdings kaum einstündiges) Konzert wie ein DJ-Set, liessen Song in Song übergehen, improvisierten mehr oder weniger ausschweifend und gaben in ihren vielleicht zwei, drei Ansagen zwischendrin eine sympathische und gutgelaunte Figur ab. Das ist oben auch ganz gut in dem etwas längeren Zusammenschnitt zu verfolgen. Was ich, Konzert umsonst hin oder her, jedoch als ein wenig asi anzuprangern mich gezwungen fühle ist, dass das Flêche d'Or anscheinend grundsätzlich keine Zugaben spielen lässt: Nach dem letzten Song wurde rabiat der Vorhang vorgezogen, und nur wenige Sekunden später startete, noch unter dem "Zugabe"-Skandieren des links vor der Bühne stehenden, anscheinend vor allem aus Deutschen bestehenden Flügels, das zynische Indie-Gedudel der Hausanlage. Wenig später kam auch die Band von der Bühne und begann, nächster Programmpunkt, höchstselbst unter eigener Anwesenheit das Verticken von WBA-CDs und -Shirts.
Auch der zweite King of Convenience, Eirik hing noch weiter im Flêche d'Or rum, hielt schüchtern ein Glas in der Hand und schaute, soweit ich ihn im Blick hatte, vor allem schnuffig und lieb in der Gegend herum. Seine Band hatten wir leider verpasst, weil wir, noch essend und slouchend, unmöglich glauben mochten, dass die Prominenz gleich als erstes spielt und die Staffage dann den Rest des Abends (geschweige denn dass es rechtzeitig losgeht). Aber genau so war es dann gekommen. Schadeschade, aber eben nicht zu ändern, und WBA waren ja auch allein schon das Kommen wert (ich mein, es war ja umsonst, erwähnte ich das eigentlich schon?).
Natürlich war der Reiz, von Erlend Oye persönlich ne WBA-CD zu kaufen, zu groß um ernsthaft zu erwägen, ihm zu widerstehen. Ich bekam sogar noch einen Button dazu, und er gab mir zum Abschied die Hand!!! Dann machte ich mich, abschliessend, noch zum Horst, indem ich mich, euphorisiert durch den Abend, den glatt über die Bühne gegangenen Plattenkauf und nicht zuletzt durch die vom Akustik-Titan geschüttelte Hand, noch zu folgendem nervösem Satz hinreissen ließ und glatt darlegte: "Thank you for the great concert!". Fucking Groupie-Shit irgendwie, wa? Ich erkannte mich selbst nicht wieder. Dennoch wankte ich beglückt nach Hause (bzw. war es, bei den Bierpreisen, doch eher noch ein strammes und ausgesprochen kontrolliertes Flanieren). Erlend Hand gegeben: Das musste ich allen meinen Freunden erzählen! Ach PS: Und die CD signiert hat er mir auch noch. Groß, groß, das, alta!
Und jetzt mal ehrlich: Bei DEM Tag verkommt DAS hier doch zur bloßen Lappalie, oder? (aber hinschauen musste ich dann doch)

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* oder so ner Firma
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mardi, mars 27, 2007
Für lau dank ERASMUS (bzw. Europa): Konzertabend in der Maroquinerie
Als wüchsen uns hier nicht sowieso schon die Trauben ziemlich lässig in den Mund hinein, gabs vorgestern Abend für uns ERASMUS-Studenten noch n Extra-Schmanki: Kombi-Event zum 50. Geb. des Römer Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft sowie dem 20. des Erasmus-Programms, ein Gratis-Konzertabend! Danke!
Die erste Band waren die "Elderberries", so ne Art französische Hellacopters-Kopie. Schaut mal, der Sänger ist ganz klein, wie ein Mini-Me von David Lee Roth! Sie rockten wirklich ganz ordentlich, aber an den Anblick konnte ich mich nur schwer gewöhnen. An diesem Abend verfestigte sich mein Eindruck, nach dem Franzosen allgemein große Probleme mit dem Meistern des Konzeptes "Bandoptik" haben.
Danach spielten die deutschen "Mardi Gras.bb", die vor ein paar Jahren unserlandes einen moderaten Bekanntheitsgrad besaßen (und, ich weiss es nicht genau, womöglich sogar jetzt noch besitzen). Auch wenn sie durchaus n bisschen was Helmut-Zerlett-Studiomuckermäßiges hatten, sie unterhielten fein und nicht ganz unsympathisch mit ihren ganzen Bläsern und so, sogar nen Plattenjockey hatten se. Höhepunkt waren die drei letzten Zugaben, für die sich die akustische Fraktion (also Blasmänner & Perkussionisten, s. Video) nach den eigentlichen Zugaben einfach zum Jammen ins Publikum begab, während der Rest schon mal die Bühne für die dritte Band leerräumte. Die wir uns dann aber nicht mehr reintaten. Ehrlich mal, s war ja inzwischen auch schon fast halb zehn!
Einziger Wermutstropfen des Abends: das Bier. Ich, von allen guten Geistern verlassen, genehmigte mir nämlich gleich zwei "Kro"* (pro Becher drei Euro!!). Und des war, vermutlich in Anlehnung an Général de Gaulle, ziemlich schal.
Und hier noch ausschnittsweise die Elderberries und Mardi Gras.bb, per Bild zu euch (entschuldigt den abrupten Übergang, also: im Video)!!!
--
* "Kro": legeres Szenesprech für "Kronenbourg", ein elsässisches, nicht allzu starkes, nicht allzu gutes Bier.
Die erste Band waren die "Elderberries", so ne Art französische Hellacopters-Kopie. Schaut mal, der Sänger ist ganz klein, wie ein Mini-Me von David Lee Roth! Sie rockten wirklich ganz ordentlich, aber an den Anblick konnte ich mich nur schwer gewöhnen. An diesem Abend verfestigte sich mein Eindruck, nach dem Franzosen allgemein große Probleme mit dem Meistern des Konzeptes "Bandoptik" haben.
Danach spielten die deutschen "Mardi Gras.bb", die vor ein paar Jahren unserlandes einen moderaten Bekanntheitsgrad besaßen (und, ich weiss es nicht genau, womöglich sogar jetzt noch besitzen). Auch wenn sie durchaus n bisschen was Helmut-Zerlett-Studiomuckermäßiges hatten, sie unterhielten fein und nicht ganz unsympathisch mit ihren ganzen Bläsern und so, sogar nen Plattenjockey hatten se. Höhepunkt waren die drei letzten Zugaben, für die sich die akustische Fraktion (also Blasmänner & Perkussionisten, s. Video) nach den eigentlichen Zugaben einfach zum Jammen ins Publikum begab, während der Rest schon mal die Bühne für die dritte Band leerräumte. Die wir uns dann aber nicht mehr reintaten. Ehrlich mal, s war ja inzwischen auch schon fast halb zehn!
Einziger Wermutstropfen des Abends: das Bier. Ich, von allen guten Geistern verlassen, genehmigte mir nämlich gleich zwei "Kro"* (pro Becher drei Euro!!). Und des war, vermutlich in Anlehnung an Général de Gaulle, ziemlich schal.
Und hier noch ausschnittsweise die Elderberries und Mardi Gras.bb, per Bild zu euch (entschuldigt den abrupten Übergang, also: im Video)!!!
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* "Kro": legeres Szenesprech für "Kronenbourg", ein elsässisches, nicht allzu starkes, nicht allzu gutes Bier.
mercredi, mars 21, 2007
Der virtuelle Touri
Und weil ich grad immer noch nix zu sagen hab, mal noch n Video: Fahrt mit der Linie 6, einer der wenigen schönen Linien mit oberirdischem Streckenabschnitt. Da bekommt man allerlei von Paris zu sehen! Bevor sich jedoch bei der Überquerung der Seine über den Pont de Bir-Hakeim schiesslich das opulente Eiffelturm-Panorama ins Blickfeld wuchten kann, muss natürlich zuerst noch kitischige Akkordeon-Musik her. Et voilà!
lundi, mars 19, 2007
Nach Null in der Großstadt
Nach fünf im Urwald is noch gar nix. Viel besser is, wenn in der Métro die Bürgersteige hochgeklappt werden:
PS: Und wie immer bei hochkant aufgenommenen Videos gilt auch hier: Irgendwie geht das bei youtube mittem Format nich so recht. Tut mir leid! Werd mich aber noch zumindest um provisorische Abhilfe bemühen, irgendwie. Tipps sind immer willkommen!
PS: Und wie immer bei hochkant aufgenommenen Videos gilt auch hier: Irgendwie geht das bei youtube mittem Format nich so recht. Tut mir leid! Werd mich aber noch zumindest um provisorische Abhilfe bemühen, irgendwie. Tipps sind immer willkommen!
samedi, mars 17, 2007
Frühling in der Stadt der Liebe
Aber eben noch nicht ganz. Schade, hatte sich die eine Taube doch extra richtig schick gemacht!
jeudi, mars 15, 2007
Vier Deutsche und eine Mission:
Unser Ausflug ins Disneyland Resort Paris
Am Sonntag dann also im Disneyland gewesen und Frankreich mal n gutes Land gewesen sein lassen! Was eine angenehme Abwechslung: auf französischem Terrain, und es ist mal nicht jede zweite Straße nach einem General, Heiligen oder Gastronomen(!)* benannt. Das amüsante europäische Drehkreuz der Familienkirmes präsentierte sich passend zu unserer** Anwesenheit zudem in fotogener Postkartenlaune und war gedippt in Sonnenschein. Doch davon liessen wir uns nicht blenden. Schließlich, das vergaß ich zu erklären, waren wir nämich nicht aus dem reinem Trieb hier, entertaint zu werden, sondern aus gemeinsam geteilter Sorge. Denn die Welt, so unser Eindruck, ist mittlerweile viel zu kommerzialisiert - eine Entwicklung, die auch vor dem Disneyland Resort Paris nicht Halt gemacht zu haben scheint. Diese unangenehme Wahrheit wollten wir nun dem versammelten Team hier mal geradeheraus ins Gesicht sagen. Die durch den Impuls unserer Direktheit gerissenen Lücken sollten daraufhin schonungslos für die Eröffnung eines produktiven Dialogs für eine bessere Zukunft ausgenutzt werden.
Es ging gleich los mit ner großen Nummer, bei der Autogrammstunde von Winnie Puuh, die gleich am Morgen zwischen zehn und zwölf stattfand. Winnie konnte leider nicht mehr tun als uns zu versichern, dass auch er über die Entwicklung ausgespochen beunruhigt sei. Nur leider läge eben vieles ausserhalb seiner Macht. Er würde sich aber auf jeden Fall für uns einsetzen. Toller Typ, Winnie Puuh: superentspannt, überhaupt keine Allüren! Ließ sich total unkompliziert mit allen fotografieren, auch den Kindern, hatte für jeden ein Lächeln übrig! Er meinte übrigens noch, dass ich alle Leser von "le blog" ganz herzlich grüßen soll. Und dass diese so weiter machen sollten wie bisher.

Bis zur Chance, auf der Prinzessinnen-Parade ein paar andere hochrangige Figuren abzupassen, testeten wir u.a. die drehenden Tassen des verrückten Hutmachers und die Indiana-Jones-Achterbahn. Leider sahen wir unsere Befürchtungen bestätigt und mussten feststellen: Beide sind total durchkommerzialisiert! Peter-Pan-Nimmerlandbahn und Fluch-der-Karibik-Bootstour gingen gerade mal eben so, wobei, da will ich mich nicht entscheiden. Aber die waren auch ganz schön mau.
Bei der Prinzessinnen-Parade am Nachmittag war es schwieriger als erwartet, an die "Stars" heranzukommen. Keiner war so touchy und locker wie noch Winnie Puuh am Morgen. Hier präsentierte sich eine größtenteils neuere Figurengeneration mit einem ganz anderem Selbstverständnis, was das Verhältnis zur Öffentlichkeit angeht. Kaum jemand wollte sich die Blöße geben und wagte es, aus der anonym-amorphen Parademasse herauszutreten, alles dancte nur so an uns vorbei. Zusätzlich erschwert wurde es noch durch die große Menge der schaulustigen Kinder, die schonungslos den Weg dichtmachten. Frustriert zogen wir von dannen, nicht jedoch ohne dabei auch unsere Ellenbogen einzusetzen.
Auf dem Weg zurück ins Adventureland, der u.a. über das Dornröschenschloss führte, schauten wir noch mal bei den sieben Zwergen vorbei. Das war recht hübsch, dunkler Wald, bunte Bilderwelt, ganz gutes Kino. Nur die Hexe machte mir ein wenig Angst.
Der Big Thunder Mountain, eine lustige Bergbahn, überraschte angenehm durch nur wenig Komemrzialität. Nur die Schlangen waren ätzend lang. Den Star-Wars-Simulatur später, es war bereits Abend, hab ich gefressen, weil da ist mir mein Handy abhanden gekommen. Da ich aus diesem Grund etwas befangen bin, möchte ich fairerweise hier lieber keinen Kommentar zum Punkt "Kommerzialisierung" abgeben.
Später am Abend - es wurde dunkel, das Dornröschenschloss in buntes Licht getaucht, für die Muzak-Dauerbeschallung die Tangoplatten ausgepackt - waren wir abschliessend noch shoppen in der sog. "Main Street", a whole lotta shops, kann ich nur sagen! Doch trotz der großen Menge an lizensierten und beileibe nicht billigen Disney-Produkten wurden wir ausgerechnet hier angenehm überrascht: Eine Verkäuferin konnte uns versichern, dass von Kommerzialisierung hier keine Rede sein konnte! So blieb am Ende wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer, der wie ein Regenbogen über den dunklen Wolken des Kommerz stand.
Abschliessend kann ich nur sagen, dass ich hier mal mit eigenen Augen sehen konnte, dass es gar nicht so leicht ist, der immer wetiter zunehmenden Kommerzialisierung effektiv entegegenzuwirken. Zu oft wird man von dem donquichottesken Gefühl beschlichen, alleine, zu zweit, zu dritt oder auch - wie wir - zu viert, keine Chance zu haben. Moral: Wer gegen Windmühlenflügel kämpft, der ist oft wohl einfach besser beraten, gleich die ganze Mühle zu zerstören. Doch das kann nur funktionieren, wenn wir alle zusammenhalten. Nur dann haben wir noch eine Zukunft. Das ist jetzt sehr pessimistisch. Doch das denke jedenfalls ich. Für einen flammenderen Appell vermisse ich mein Handy leider zu sehr. Lars Austen aus Marne-le-Vallée (proche Paris, Zone 5).
--
* Na gut, hab ich zugegebenermaßen nur einmal gesehen bisher. Aber das musste ich einfach erwähnen.
** wir, das waren neben mir: Nadine & Amelie aus Kiel, sowie Debbie, auch aus Kiel (aber zugereist)
Es ging gleich los mit ner großen Nummer, bei der Autogrammstunde von Winnie Puuh, die gleich am Morgen zwischen zehn und zwölf stattfand. Winnie konnte leider nicht mehr tun als uns zu versichern, dass auch er über die Entwicklung ausgespochen beunruhigt sei. Nur leider läge eben vieles ausserhalb seiner Macht. Er würde sich aber auf jeden Fall für uns einsetzen. Toller Typ, Winnie Puuh: superentspannt, überhaupt keine Allüren! Ließ sich total unkompliziert mit allen fotografieren, auch den Kindern, hatte für jeden ein Lächeln übrig! Er meinte übrigens noch, dass ich alle Leser von "le blog" ganz herzlich grüßen soll. Und dass diese so weiter machen sollten wie bisher.

Bis zur Chance, auf der Prinzessinnen-Parade ein paar andere hochrangige Figuren abzupassen, testeten wir u.a. die drehenden Tassen des verrückten Hutmachers und die Indiana-Jones-Achterbahn. Leider sahen wir unsere Befürchtungen bestätigt und mussten feststellen: Beide sind total durchkommerzialisiert! Peter-Pan-Nimmerlandbahn und Fluch-der-Karibik-Bootstour gingen gerade mal eben so, wobei, da will ich mich nicht entscheiden. Aber die waren auch ganz schön mau.
Bei der Prinzessinnen-Parade am Nachmittag war es schwieriger als erwartet, an die "Stars" heranzukommen. Keiner war so touchy und locker wie noch Winnie Puuh am Morgen. Hier präsentierte sich eine größtenteils neuere Figurengeneration mit einem ganz anderem Selbstverständnis, was das Verhältnis zur Öffentlichkeit angeht. Kaum jemand wollte sich die Blöße geben und wagte es, aus der anonym-amorphen Parademasse herauszutreten, alles dancte nur so an uns vorbei. Zusätzlich erschwert wurde es noch durch die große Menge der schaulustigen Kinder, die schonungslos den Weg dichtmachten. Frustriert zogen wir von dannen, nicht jedoch ohne dabei auch unsere Ellenbogen einzusetzen.
Auf dem Weg zurück ins Adventureland, der u.a. über das Dornröschenschloss führte, schauten wir noch mal bei den sieben Zwergen vorbei. Das war recht hübsch, dunkler Wald, bunte Bilderwelt, ganz gutes Kino. Nur die Hexe machte mir ein wenig Angst.
Der Big Thunder Mountain, eine lustige Bergbahn, überraschte angenehm durch nur wenig Komemrzialität. Nur die Schlangen waren ätzend lang. Den Star-Wars-Simulatur später, es war bereits Abend, hab ich gefressen, weil da ist mir mein Handy abhanden gekommen. Da ich aus diesem Grund etwas befangen bin, möchte ich fairerweise hier lieber keinen Kommentar zum Punkt "Kommerzialisierung" abgeben.
Später am Abend - es wurde dunkel, das Dornröschenschloss in buntes Licht getaucht, für die Muzak-Dauerbeschallung die Tangoplatten ausgepackt - waren wir abschliessend noch shoppen in der sog. "Main Street", a whole lotta shops, kann ich nur sagen! Doch trotz der großen Menge an lizensierten und beileibe nicht billigen Disney-Produkten wurden wir ausgerechnet hier angenehm überrascht: Eine Verkäuferin konnte uns versichern, dass von Kommerzialisierung hier keine Rede sein konnte! So blieb am Ende wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer, der wie ein Regenbogen über den dunklen Wolken des Kommerz stand.
Abschliessend kann ich nur sagen, dass ich hier mal mit eigenen Augen sehen konnte, dass es gar nicht so leicht ist, der immer wetiter zunehmenden Kommerzialisierung effektiv entegegenzuwirken. Zu oft wird man von dem donquichottesken Gefühl beschlichen, alleine, zu zweit, zu dritt oder auch - wie wir - zu viert, keine Chance zu haben. Moral: Wer gegen Windmühlenflügel kämpft, der ist oft wohl einfach besser beraten, gleich die ganze Mühle zu zerstören. Doch das kann nur funktionieren, wenn wir alle zusammenhalten. Nur dann haben wir noch eine Zukunft. Das ist jetzt sehr pessimistisch. Doch das denke jedenfalls ich. Für einen flammenderen Appell vermisse ich mein Handy leider zu sehr. Lars Austen aus Marne-le-Vallée (proche Paris, Zone 5).
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* Na gut, hab ich zugegebenermaßen nur einmal gesehen bisher. Aber das musste ich einfach erwähnen.
** wir, das waren neben mir: Nadine & Amelie aus Kiel, sowie Debbie, auch aus Kiel (aber zugereist)
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lundi, février 26, 2007
Geburtstag vorgestern
Was ich euch desweiteren weder vorenthalten will noch kann, sind diese Ausschnitte aus der französischen Knight-Rider-Folge, die wir uns nach dem (wie ich meine) auch unter Schneider-Freunden etwas unterschätzten "Texas" und dem entnervenden Beginn der "César"-Verleihungen (französischer Filmpreis, der den Oscar nachstellt; u.a. bekam Jude Law von Juliette Binoche einen Preis für - wies schien - Anwesenheit und die Beantwortung der Frage, wofür er den französischen Film so sehr schätzt) ebenfalls reintaten.
Danke übrigens überhaupt noch für die vielen Glückwünsche, hat mich sehr gefreut! Alle Karten sind mittlerweile durchgelesen und korrigiert, die Ergebnisse erhaltet ihr zeitnah.
Danke übrigens überhaupt noch für die vielen Glückwünsche, hat mich sehr gefreut! Alle Karten sind mittlerweile durchgelesen und korrigiert, die Ergebnisse erhaltet ihr zeitnah.
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vendredi, février 23, 2007
Kandinsky plus Dimension vier
Hallo alle, ich war im Centre Pompidou und dachte dort, man soll Bilder nicht immer fotografieren, man kann auch filmen, auf Fotos geht ja immer so viel verloren.
Bei Kandinsky "Mit dem schwarzen Bogen" (1912) setz ich einfach mal 33 Sekunden Betrachtungsdauer voraus, inklusive Anmoderation. Viel Spaß!
PS: Ich hab ja heute auch Geburtstag. Wie findet ihr das?
PPS: Ich finds gut, dass wir die Dimensionen durchnumeriert haben, das macht sie menschlich und irgendwie begreiflich.
Bei Kandinsky "Mit dem schwarzen Bogen" (1912) setz ich einfach mal 33 Sekunden Betrachtungsdauer voraus, inklusive Anmoderation. Viel Spaß!
PS: Ich hab ja heute auch Geburtstag. Wie findet ihr das?
PPS: Ich finds gut, dass wir die Dimensionen durchnumeriert haben, das macht sie menschlich und irgendwie begreiflich.
jeudi, février 15, 2007
Von nun an gehts bergab:
Bergfest mit Nadine & Amelie
Halbe Zeit Paris jetzt rum - das sind so Gefühle, wo man nur schwer beschreiben kann. Die zugehörige Feier am gestrigen Abend hingegen ist schnell und unkompliziert auf eine einfache Formel gebracht: Abwechselnd immer wieder die beiden größten Hits von "Toto" gehört, dann "Get rich or die trying" mit und ich glaub auch von 50 Cent gesehen.
"Toto", das ist, ich würd sagen, Heroic Keyboard Softrock von dicken gealterten Muckern, die ihren Stil allerdings selbst gerne als "Adult Oriented Rock" euphemisieren. "Toto" zeichnen verantwortlich für Welthits wie "Rosanna", "Hold The Line" und "Africa" (letztere beide auf unserer Tracklist!), nicht zuletzt aber auch "Stop Loving You". Ich möchte mich an dieser Stelle übrigens einmal explizit gegen die diskriminierende Defacto-Ausgrenzung des Soft Rock aus dem Kanon der zeitgenössischen Popkultur aussprechen, und mich, nun wo das erledigt ist, auch noch einmal an die Band selbst wenden: "Adult Oriented Rock", liebe "Toto" - ehrlich, das klingt doch wie ein anderes Wort für Porno-Mucke. Sprecht es doch aus wie es ist: Soft Rock. Das tut gut! Lord Voldemort. Ficken. So soll es sein! "Toto" spielen am 26. März 2007 übrigens im Pariser Zenith, und ich glaub, es gibt noch Karten.
"Get Rich Or Die Trying" danach war ein wichtiger Film, denn er zeigte uns, dass es im Leben in echt immer vor allem um eins gehen muss: Respekt. Das, muss ich nun zugeben, hat uns zuerst doch etwas auf dem falschen Fuß erwischt. Inzwischen können wir uns aber, und ich spreche da wohl für uns alle, einigermassen gut mit dieser Wahrheit arrangieren.
Am Ende bleibt also nur noch die Frage: Kann man ein Bergfest nicht auch schöner verbringen als mit Musik von "Toto" und einem 50-Cent-Film? Die Antwort lautet: Weissgott, ja! Aber: Wieso sollte man eigentlich?
Und hier ein weiterer wichtiger Film:
"Toto", das ist, ich würd sagen, Heroic Keyboard Softrock von dicken gealterten Muckern, die ihren Stil allerdings selbst gerne als "Adult Oriented Rock" euphemisieren. "Toto" zeichnen verantwortlich für Welthits wie "Rosanna", "Hold The Line" und "Africa" (letztere beide auf unserer Tracklist!), nicht zuletzt aber auch "Stop Loving You". Ich möchte mich an dieser Stelle übrigens einmal explizit gegen die diskriminierende Defacto-Ausgrenzung des Soft Rock aus dem Kanon der zeitgenössischen Popkultur aussprechen, und mich, nun wo das erledigt ist, auch noch einmal an die Band selbst wenden: "Adult Oriented Rock", liebe "Toto" - ehrlich, das klingt doch wie ein anderes Wort für Porno-Mucke. Sprecht es doch aus wie es ist: Soft Rock. Das tut gut! Lord Voldemort. Ficken. So soll es sein! "Toto" spielen am 26. März 2007 übrigens im Pariser Zenith, und ich glaub, es gibt noch Karten.
"Get Rich Or Die Trying" danach war ein wichtiger Film, denn er zeigte uns, dass es im Leben in echt immer vor allem um eins gehen muss: Respekt. Das, muss ich nun zugeben, hat uns zuerst doch etwas auf dem falschen Fuß erwischt. Inzwischen können wir uns aber, und ich spreche da wohl für uns alle, einigermassen gut mit dieser Wahrheit arrangieren.
Am Ende bleibt also nur noch die Frage: Kann man ein Bergfest nicht auch schöner verbringen als mit Musik von "Toto" und einem 50-Cent-Film? Die Antwort lautet: Weissgott, ja! Aber: Wieso sollte man eigentlich?
Und hier ein weiterer wichtiger Film:
Eine weitere Geschichte von vielen, die die Großstadt schrieb
Und das ist Franck, die rollende Colaflasche. Schon früh schien Franck ganz oben angekommen zu sein, doch dann ging es irgendwie nicht richtig weiter, und nun fühlt Franck sich leer und ausgebrannt. Die Bitterkeit seines ihm wie vorgefertigt erscheinenden Daseins blieb an ihm haften wie der Staub der Großstadt an den Krawatten der Chefetagen. Franck, Ausfallprodukt einer Kultur, die nicht mal mehr einen Teufel noch gibt. Franck, nur eine Colaflasche unter vielen. Ausgetrunken. Weggeworfen.
Nur eine Geschichte von vielen in einer großen Stadt
Das ist Lambert, das quietschende Rolltreppenlaufband der Station Gambetta. Lambert rollt und quietscht den ganzen Tag und regt sich wie wahnsinnig über die Gesellschaft und die Politiker auf, die immer alles kaputt machen müssen. Nur Dienstag- und Donnerstagabend, da geht Lambert in den Fight Club.
lundi, février 12, 2007
Wie man in die Toilette bei Starbucks, Boulevard St. Michel, hineinkommt
In den meisten Pariser Restaurants und Cafés der Systemgastronomie benötigt man für die Toilette nen Türcode, der einem nur gegen Kauf eines Kulinariums per Bon verraten wird. Heute morgen hab ich das exklusiv für euch, die Leser von "le blog", mal bei Starbucks, 13 Boulevard St. Michel gefilmt. Die Zahlenkombination lautet dort: 3525 5 (für den Fall, dass ihr in Paris mal müsst).
Und noch ein Insidertipp: Um die heiligen Hallen des Verdauungsabschlusses im McDonald's am Jardin de Luxembourg (ein paar hundert Meter weiter den Boulevard St. Michel hoch) zu betreten, gebt ihr einfach ein: 11111*. Jetzt ist es raus. Ob man mir dafür wohl was kann?
--
* fast wie bei Spaceballs; Starbucks, McDonald's, Spaceballs: alles das Gleiche!
Und noch ein Insidertipp: Um die heiligen Hallen des Verdauungsabschlusses im McDonald's am Jardin de Luxembourg (ein paar hundert Meter weiter den Boulevard St. Michel hoch) zu betreten, gebt ihr einfach ein: 11111*. Jetzt ist es raus. Ob man mir dafür wohl was kann?
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* fast wie bei Spaceballs; Starbucks, McDonald's, Spaceballs: alles das Gleiche!
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dimanche, février 11, 2007
Lustiges Frankreich (3)
Chevallier und Laspalès: das gegenwärtig beliebteste Komikerduo Frankreichs! Weil sie wieder auf Tour sind, sieht man ihre neunmallustigen Gesichter zur Zeit ständig herausfordernd von den Wänden runterschauen. Um euch auch daran teilhaben zu lassen, hab ich bei youtube mal n Video rausgesucht. Fragt mich bitte nicht, was die sagen oder obs lustig ist, ich versteh kein Wort (ausser "racisme"). Ich genieße es aber schon, zwei Menschen, deren Sprache ich nicht verstehe, das international gültige Gestik-Mimik-Rundum-Grundpaket der Komik auspacken zu sehen, und ab und zu lacht das Publikum mal mehr, mal weniger hysterisch.
Und noch eine Zusatzinformation: Der linke, also, ich vermute nach meinen Beobachtungen mal: "schlauere" Part des Duos, Chevallier macht neben seiner komischen Tätigkeit auch in erotischen Fotografien.
Und noch eine Zusatzinformation: Der linke, also, ich vermute nach meinen Beobachtungen mal: "schlauere" Part des Duos, Chevallier macht neben seiner komischen Tätigkeit auch in erotischen Fotografien.
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