vendredi, février 02, 2007

Zusammenfassung #2:
Einige meiner schönsten Ferienerlebnisse

Wie es weiterging in Hamburg: Ich hatte in Teil eins meiner Jahreswechsel-Zusammenfassung ja bereits ausführlich dargelegt, wie ich es auf intelligente Weise schaffte, mich einerseits meines Gepäckes zu entledigen und gleichzeitig die Lufthansa zu überlisten und dazu zu zwingen, mir mein Gepäck am folgenden Tag nach Hause zu liefern. In diesem Post werde ich nun die Zeitspanne zwischen List und Lieferung näher thematisieren:

Es galt, in den folgenden Stunden:

a) Kathi in der Stadt Hamburg zu treffen, mit ihr Kaffee in einem Café zu trinken (um vom Kuchen essen mal gar nicht zu reden!) und dennoch wenig später bei Saturn in überlanger Kassenschlange zu stehen, gelöst und munter, das jährliche Geschenketableau um eine weitere Facette bereichernd SOWIE

b) Sara, die Weihnachtsfrau in höllisch engem Dress vorm Phonehouse in dem, was sich auf neumünsteranisch "Fußgängerzone" nennt, zu stippvisiten UND DANN NOCH

c) Jenne, Thomas, Carina und dingens (die Ex-Mitbewohnerin von Carina - solltest du das jemals lesen: es tut mir leid!!!) auf den Weihnachtsmarkt auf etwas zu treffen, was wir in Deutschland unter einem Glühwein verstehen, VORHER ABER NOCH

d) einen schicken grünen Pullover zu einem lächerlich geringen Preis bei H&M zu kaufen. Wie ich das alles unter einen Hut kriegte? Abwarten.


a) Hamburg:

Noch zwischen Flughafengebäude und Flughafenbus bemerkte ich ein erstes Kratzen in meinem Hals. Ich führte sofort einige einfache Untersuchungen an mir durch, die nur eine Diagnose zuließen: Halsschmerzen! Mich hatte es wieder erwischt. Es musste schnell gehen: Nichts wie zum Bahnhof mit dem Flughafenbus, mir blieb grad noch die Zeit zum Meditonsin kaufen. Mordsteuer, aber ich hatte keine Wahl. Meditonsin, beim ersten Kratzen im Hals! Schon holte mich Kathi an einem mönckebergstraßennahen Eingang des Hauptbahnhofs ab. Sie war im Vergleich zu früher kaum verändert, daher hatte ich keine Schwierigkeiten, sie allein nach äußeren Merkmalen aus dem Mob herauszudifferenzieren.

Es war kalt, daher hatte auch keiner von uns ein Problem damit, in der Fußgängerzone nach einem beliebigen Innenraum zum Kaffee trinken zu suchen. Kathi spielte mir auf dem Weg auf ihrem mp3-Player eine aus eigener Feder stammende Reportage vor, die als Arbeitsprobe einer Volontariats-Bewerbung beizulegen geplant war. Sie war sehr gut, muss man sagen, dochdoch: das hatte Kathi wirklich toll gemacht!

Wir wurden fündig: Das nach einem dicken kaffeesüchtigen französischen Autoren benannte "Balzac" irgendwo nahe der Mönckebergstraße bot einen guten Kompromiss zwischen Déjà Vu und Annehmlichkeit. So liess sichs leben: mit schwerem, kosmopolitisch benanntem Käsekuchen (weiss nicht, was da jetzt genau der Zusammenhang mit New York sein soll, aber gut) und einer von Sahne gekrönten Kakaospezialität. Wir waren fit fürs Weihnachtsgetümmel, das sich in Hamburg im Vergleich zu Paris freilich lachhaft ausmachte (ich glaub, diese Vergleiche hatten wir ja schon), aber aus Respekt vor den Gefühlen der Einheimischen hielt ich mich mit meinen Einschätzungen zurück.


Der Saturn war proppenvoll - also, für Hamburger Verhältnisse. Mit meinem technischen Fachwissen konnte ich Kathis Webcamsuche um ein entscheidendes Stück verkürzen und mein Kompetenzprofil um eine Nuance erweitern. Ich selbst musste noch ne CD besorgen, die in der - das muss man bei aller Abneigung gegen Kommerzialisierung, Globalisierung et al. doch zugeben - respektabel sortierten Saturn-Abteilung auch schnell gefunden war. Auch über die lange Kassenschlange hab ich mich doch n wenig gefreut, dabei weniger der Länge selbst wegen, sondern weil in Deutschland im Vergleich zu Frankreich nämlich schätzungsweise doppelt und einhalbmal so schnell kassiert wird. Ein Faktum, dass im übrigen sicherlich nicht ausschließlich mit bestimmten (wenn auch nicht gänzlich falschen) Lebensart-etc-Klischees erklärbar ist, sondern unter anderem seinen Grund auch darin hat, dass die Kassierer in Deutschland nicht alle fünf Minuten* ihren Arbeitsplatz verlassen müssen, um neue Kleingeldrollen zu holen. Hier im Franprix bei mir um die Ecke gibts aus diesem Grund nicht selten regelrechte Kleingelddeals zwischen den Anstehenden. Mir wurden mal von einem Mann, der vor mir dran war, zwei Cent ausgegeben. Dafür an dieser Stelle noch einmal vielen Dank!

Danach begann unser Abschied auf Raten. Zunächst mal liess ich mir von Kathi im Budnikowski ein seltsames Kombucha-Erfrischungsgetränk für die Heimfahrt andrehen (nee im Ernst: war lecker!), um mich dann von ihr am mordskalten, weil zu beiden Seiten weit offenen Bahnhof Hamburg-Dammtor absetzen zu lassen. Dammtor und nicht Hauptbahnhof, weil: Der Dammtor war eher in ihrer Richtung. Nun gut. Bis denne also mal wieda, alde!

b) mit dem Zug nach Neumünster:

Der Zug war proppenvoll - also, für schleswig-holsteinische Regionalexpress-Verhältnisse. Einen Sitzplatz gabs für mich erst in Elmshorn. Ich hatte übrigens in den Situationen, in denen ich mal aus Versehen gegen wen stiess oder an jemandem vorbei musste, immer noch das französische "pardon" einprogrammiert. Ist vielleicht keine aussergewöhnliche Geschichte, aber ich fands trotzdem süss.

Es war gar nicht bedeutend mehr Zeit vergangen als führe man mit der Métro irgendwo hin, schon hielt der Zug in Neumünster, im sogenannten "Hauptbahnhof". Man hätte sicherlich irgendwie sagen können, dass sich nun auf irgendeine Weise ein Kreis geschlossen hätte, wäre ich nicht am gleichen Abend noch weiter gefahren. Denn Neumünster ist ja meine Geburtsstadt. Da ich aber nach meinem Treffen mit Sara möglichst schnell wieder weiter nach Kiel wollte, kann man das leider nicht so sagen. Ich hab die Stadt nämlich in Wirklichkeit recht schnell, wenn nun auch nicht direkt fluchtartig wieder verlassen. Doch wenigstens das Potential für so nen Kreis hab ich nun mal angedeutet. Ich verleugne doch meine Wurzeln und meine Kreise nicht!

Ohne die letzten fünf Jahre in Neumünster gewesen zu sein, war ich innerhalb von zehn Minuten im sogenannten "Stadtzentrum". Das geht so: Vom Bahnsteig runter, nach links und aus dem Gebäude raus, Strasse überqueren, wieder nach links, wenns nicht mehr weitergeht nach rechts, sieben Minuten geradeaus - da! Der Weihnachtsmarkt war aber schon schön. Da ich Sara vor dem Phonehouse zunächst nicht antraf, nutzte ich die Gelegenheit, noch einmal durch die Fussgängerzone zu stromern und sogar in die legendären Passagen "Holstenpassage" und "Alte Post Passage" auf jeweils kurzen Besuch hereinzuschauen.

Danach dann Erfolg, Sara da. Eine Weihnachtsfrau, die sich sexy Kleidung auf der Strasse Passanten, ja sogar Kindern anbiedern muss - das ist nicht mehr die Welt, in die ich mal hineingeboren wurde. Aber ich deutete das ja bereits in Teil eins an.

Sara war von meinem Überraschungsbesuch wie erwartet schon ziemlich überrascht! Wir machen uns ne lustige halbe Stunde, während der wir nicht einfach nur untätig umherstanden und die Zeit verplauderten, sondern u.a. den Geschäftsführer des benachbarten O2-Ladens nach Strich und Faden in unseren Spaß integrierten, dem humorlos der Kamm anschwoll. Ob man wohl bei O2 nach Neumünster versetzt werden kann, wenn man der höheren Geschäftsleitung irgendwie peinlich ist? Wahrscheinlich schon. Ich trank zum Aufwärmen einen Kaffee, den man in Frankreich irgendwie besser hinkriegt. Die Halsschmerz-Erreger lieferten sich in meinem Körper derweil einen stummen, verbissenen Kampf mit den vom Meditonsin wie entfesselt auftretenden Abwehrkräften. Ich verabschiedete schließlich mich von Sara. Man würde sich ja noch am Abend in Kiel sehen.

Und dann drehte ich noch einen Film bei der Annäherung an Bordesholm:



c) Weihnachstmarkt in Kiel

Ich kam gerade mal rechtzeitig genug, um die vereinbarte Weihnachtsmarkt-Verabredung mit Jenne, Thomas, Carina und deren ehemaliger Mitbewohnerin einzuhalten. Ein wenig rechtzeitiger sogar noch, und so blieb mir noch ausreichend Zeit, bei H&M mit etwas wärmenden Textilien zu liebäugeln. Denn die Kälte klirrte auch in Kiel vernehmlich, und meine Abwehrkräfte hatten - ich erwähnte es ja bereits - wahrlich andere Dinge zu tun als sich mit derlei banalen Schwulitäten aufzuhalten.

Doch zunächst widerstand ich noch kühlen Kopfes, die Zeit rann auch an meiner Textilbesichtigung nicht spurlos vorbei. Ich begab mich pünktlich am Treffpunkt und lud einfach die Versammelten dazu ein, vor dem Glühwein noch mal kurz gemütlich mit mir durch H&M zu bummeln.

Zwischenbemerkung:
So, ich hab jetzt grad nicht mehr viel Lust zu schreiben, ist eh viel zu lang geworden der Beitrag. Von jetzt an Beschränkung aufs Wesentliche und Einbiegen auf die Zielgerade:

d) Der grüne Pullover

Schöne Textilien gibts ja viele und solche wie solche. Aber kein Textil war so sehr König wie jener grüne Pullover mit braunen Streifen, der uns zwischen all den mehr oder minder gemeinen Anziehwaren ein attraktiv reduziertes Lächeln schenkte (-50%!!!). Das Geld war schnell zur Hand und auf dem Tisch. Ich zog den Pullover an, er wärmte auf der Stelle! Hier ein Foto von mir mit dem Pullover, dass ich grad schnell nochmal gemacht hab:


Und weiter mit dem Weihnachtsmarkt:

c) Weihnachtsmarkt in Kiel

Nach Strich und Faden kehrten wir zurück und tranken ein Bild von einem Glühwein, den wir Deutschen ja noch richtig mit Alkohol zu pimpen verstehen (da können die Franzosen ruhig mal ein wenig über den Zaun gucken!). Ich wurde geistreich und eloquent. Wir sprachen lustige und ernste Dinge, wies unter Freunden halt so ist. Wir gingen auseinander und ich kaufte mir gebrannte Mandeln. A propos: Das Meditonsin peitschte derweil ohne Unterlass meine versammelte Reserve an Abwehrkräften leidenschaftlich in Richtung Bazillen. Die still leidenden Helden sind letzlich doch die, die Erwähnung am meisten verdient haben.

Ich traf Sara, wir kauften ein, aßen Pizza (lecker Markenpizza!) und sahen fern. Es lief irgendson Quatsch. Ich bin so froh, dass es Fernsehen gibt! Später schlief ich dann wie ein Stein. Zu dem ich inzwischen auch geworden war. Es wurde Weihnachten. Ende des Kapitels.

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* alle fünf Minuten: überspitzte Darstellung; bewusste Übertreibung, um einen gezielten Akzent zu setzen

1 commentaire:

Anonyme a dit…

Lars, ich kann nich schlafen, und dann kann man ja ganz toll in Deinem Blog lesen, toll. Gut, dass der jetzt in der Lesezeichen-Menue-Leiste ist oder so.

Nachtschön...

Sarie