jeudi, novembre 16, 2006

Christoph Hein in der Cité U

Vorgestern abend war der große Christoph Hein zur Lesung aus „Landnahme“ (2004, Suhrkamp) im Maison Heinrich Heine der Cité U! Eintritt, wie immer, logisch, natürlich frei. Sehr lohnend und unterhaltsam, sowohl Text als auch Lesung waren echt gut! Genaugenommen war es eine deutsch-französische "lecture-rencontre": Er selbst las den Originaltext, seine Übersetzerin aus der gerade erst im Oktober erschienenen französischen Übersetzung (Editions Métailié; hat auch schon irgendeinen Preis gewonnen oder ist zumindest nominiert). Christoph Hein sah zwar ein wenig aus wie der Nasenbrillenmann (graue Haare und ganz dunkler Schnurrbart plus irgendwie unpassende Brille) und redete auch ganz nasal, war aber sehr sympathisch, so ein wenig mit dem Charme eines gebildeten Oberstudienrats (was sich an einem Autor seines Ranges irgendwie ganz gut macht).

Schade und einziger Kritikpunkt war bloß, dass keine alkoholischen Freigetränke gereicht wurden; der ironisch leichte Tonfall des Heinschen Duktus hätte so sicherlich noch besser mit den eher bildungsbürgerliche Bedürfnisse befriedigenden ernsteren Passagen kontrastiert. Aber nun gut. Dann eben ohne; ging ja.

PS: Zur Unterstützung sowohl des Studienrat- wie auch Nasenbrillenaspektes eignet sich das Bild in seinem Wikipedia-Eintrag sehr gut.

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