Es ging gleich los mit ner großen Nummer, bei der Autogrammstunde von Winnie Puuh, die gleich am Morgen zwischen zehn und zwölf stattfand. Winnie konnte leider nicht mehr tun als uns zu versichern, dass auch er über die Entwicklung ausgespochen beunruhigt sei. Nur leider läge eben vieles ausserhalb seiner Macht. Er würde sich aber auf jeden Fall für uns einsetzen. Toller Typ, Winnie Puuh: superentspannt, überhaupt keine Allüren! Ließ sich total unkompliziert mit allen fotografieren, auch den Kindern, hatte für jeden ein Lächeln übrig! Er meinte übrigens noch, dass ich alle Leser von "le blog" ganz herzlich grüßen soll. Und dass diese so weiter machen sollten wie bisher.

Bis zur Chance, auf der Prinzessinnen-Parade ein paar andere hochrangige Figuren abzupassen, testeten wir u.a. die drehenden Tassen des verrückten Hutmachers und die Indiana-Jones-Achterbahn. Leider sahen wir unsere Befürchtungen bestätigt und mussten feststellen: Beide sind total durchkommerzialisiert! Peter-Pan-Nimmerlandbahn und Fluch-der-Karibik-Bootstour gingen gerade mal eben so, wobei, da will ich mich nicht entscheiden. Aber die waren auch ganz schön mau.
Bei der Prinzessinnen-Parade am Nachmittag war es schwieriger als erwartet, an die "Stars" heranzukommen. Keiner war so touchy und locker wie noch Winnie Puuh am Morgen. Hier präsentierte sich eine größtenteils neuere Figurengeneration mit einem ganz anderem Selbstverständnis, was das Verhältnis zur Öffentlichkeit angeht. Kaum jemand wollte sich die Blöße geben und wagte es, aus der anonym-amorphen Parademasse herauszutreten, alles dancte nur so an uns vorbei. Zusätzlich erschwert wurde es noch durch die große Menge der schaulustigen Kinder, die schonungslos den Weg dichtmachten. Frustriert zogen wir von dannen, nicht jedoch ohne dabei auch unsere Ellenbogen einzusetzen.
Auf dem Weg zurück ins Adventureland, der u.a. über das Dornröschenschloss führte, schauten wir noch mal bei den sieben Zwergen vorbei. Das war recht hübsch, dunkler Wald, bunte Bilderwelt, ganz gutes Kino. Nur die Hexe machte mir ein wenig Angst.
Der Big Thunder Mountain, eine lustige Bergbahn, überraschte angenehm durch nur wenig Komemrzialität. Nur die Schlangen waren ätzend lang. Den Star-Wars-Simulatur später, es war bereits Abend, hab ich gefressen, weil da ist mir mein Handy abhanden gekommen. Da ich aus diesem Grund etwas befangen bin, möchte ich fairerweise hier lieber keinen Kommentar zum Punkt "Kommerzialisierung" abgeben.
Später am Abend - es wurde dunkel, das Dornröschenschloss in buntes Licht getaucht, für die Muzak-Dauerbeschallung die Tangoplatten ausgepackt - waren wir abschliessend noch shoppen in der sog. "Main Street", a whole lotta shops, kann ich nur sagen! Doch trotz der großen Menge an lizensierten und beileibe nicht billigen Disney-Produkten wurden wir ausgerechnet hier angenehm überrascht: Eine Verkäuferin konnte uns versichern, dass von Kommerzialisierung hier keine Rede sein konnte! So blieb am Ende wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer, der wie ein Regenbogen über den dunklen Wolken des Kommerz stand.
Abschliessend kann ich nur sagen, dass ich hier mal mit eigenen Augen sehen konnte, dass es gar nicht so leicht ist, der immer wetiter zunehmenden Kommerzialisierung effektiv entegegenzuwirken. Zu oft wird man von dem donquichottesken Gefühl beschlichen, alleine, zu zweit, zu dritt oder auch - wie wir - zu viert, keine Chance zu haben. Moral: Wer gegen Windmühlenflügel kämpft, der ist oft wohl einfach besser beraten, gleich die ganze Mühle zu zerstören. Doch das kann nur funktionieren, wenn wir alle zusammenhalten. Nur dann haben wir noch eine Zukunft. Das ist jetzt sehr pessimistisch. Doch das denke jedenfalls ich. Für einen flammenderen Appell vermisse ich mein Handy leider zu sehr. Lars Austen aus Marne-le-Vallée (proche Paris, Zone 5).
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* Na gut, hab ich zugegebenermaßen nur einmal gesehen bisher. Aber das musste ich einfach erwähnen.
** wir, das waren neben mir: Nadine & Amelie aus Kiel, sowie Debbie, auch aus Kiel (aber zugereist)


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