Ich geh dann jetzt mal los zur Bibliothek, es ist eh schon lange Zeit. Denn eigentlich sollte ich ja schon seit ungefähr drei Wochen, spätestens aber zwei Wochen an meiner geplanten Hausarbeit* arbeiten. Bei allem, was man sonst so über die Uni hier sagen kann**: Ein benoteter Schein von der großen Sorbonne wär schon fein, bringt ja nun auch wirklich nicht jedermann aus Paris mit. Z.B. ihr nicht. Hähäh! Aber ihr seid ja auch nie hier. Das Thema sollte ungefähr heissen: "Fragmentarik und fragmentarische Sichtweisen in irgendnem beliebigen Werk, vorzugsweise Fragment, vorzugsweise von Hugo von Hofmannsthal oder irgendnem anderen verdammten Autor aus dem Wien oder Prag der Frühen Moderne". Klingt gut, wa? Und das beste ist: Ich habs mir selbst ausgedacht!
Doch nun: It's ole brothah Schlendrian again***! Weiss auch nicht, wie. Vielleicht ja immer noch der Frust durch Textverlust****. Seit Mitte Januar pausiert die Uni andererseits nun schon. Semesterferien bereits im Januar, werdet ihr jetzt sicher denken - überlegenes Modell Frankreich, alles schon gesagt in dreieinhalb Monaten! Doch nee, ganz so krass isses auch nich**. Denn Anfang nächster Woche gehts schon weiter mit dem Sommer- oder aber Frühjahrs-Semester - wg. Trimester-Aufteilung (glaub ich*****). Eigentlich wollt ich mir nach Semesterende bloss ne kleine Krankheitsauszeit nehmen, und dann noch ein wenig Zeit zum Ausspannen und Kulturangebote wahrnehmen. Die Geschichte mit der Krankheit ist mir mit einem grippalen Infekt, der anschliessend noch in Magen-Darm-Seuche hinüberglitt, glaub ich auch ganz gut gelungen. Und mit der Kultur funktionierte es anfangs auch ganz gut. Doch dann muss ich, ich weiss nicht mehr wo, irgendwie ausgeglitten sein und bin seither auch nicht mehr aufgestanden. Steckengeblieben im Freizeit-Sumpf Paris. Geht schlimmer, ich gebs ja zu. Wenigstens ragt noch der Eiffelturm in den grauen Himmel meiner Depression!
Was das alles mit Franz Kafka zu tun hat? Nun ja, ich lese ja auf meiner Suche nach einem geeigneten Text gerade zur Inspiration nen Aufsatz über Kafkas Fragmente und sehe zwischen dem Genie und mir durchaus Parallelen: große Pläne, ausladende, allumfassende Entwürfe, und am Ende läuft es nach Phasen ekstatischer Inspiration doch immer wieder auf Kapitulation vor der Größe der Aufgabe und das Hinterlassen von Text-Torsi hinaus. Ich bin ein Kafka der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft! Oder aber, wenn man vielleicht berücksichtigt, dass meinen Arbeiten das Kafkaeske größtenteils abgeht, zumindest: ein Franzmann der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft. Das wenigstens das kann mir keiner nehmen: Denn mit den Franzmännern kenn ich mich mittlerweile ja nun zur Genüge aus!
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* Nee, nicht auf Französisch - ich darf auf Deutsch!
** Das vermeintlich Rosige französischer Universitäten: demnächst kritischer im Blick in diesem Blog! Aber Hallo! In Zusammenfassung #4, oder #5, oder so.
*** Hello, ole Brothah Schlendrian!!
**** Ursprünglich wars ja nur Hofmannsthal & das "Andreas"-Fragment, doch dann brachte mich ein französischer Kommilitone mit einem brillanten, superausführlichen Referat in der letzten Seminarssitzung mich um ca. 50% meiner möglichen Thesen, und somit meinen Text. Gibt allerdings noch haufenweise andere Fragmente in der Moderne.
***** Zwischen Juli und Oktober gibts dann zwar erstmal keine geistige Nahrung mehr. Aber ich glaub, das haut trotzdem ungefähr hinne, denn: Dreiteilung schon eindeutig erkennbar wa?
jeudi, février 08, 2007
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