lundi, mai 28, 2007

A Rough Guide To Laissez Faire

Lasst die Franzosen tun, was die Franzosen am besten können. Ich also am Mittwoch beim Mineralwassereinkauf im Franprix. Kaufe ja mein Mineralwasser immer in Sixpacks, weil das erstens jenen Muskel des rechten Armes, den dieser zum Heben schwererer Gegenstände benötigt, z.B. Sixpacks, trainiert (für den linken muss ich mir noch irgendeine Lösung einfallen lassen) und zweitens weils nämlich auch billiger ist als Einzel-Bouteilles. Es sei denn Frankreich will nich.

Frankreich verfleischlichte sich an jenem Nachmittag in Gestalt eines Franprix-Kassierers, seine sechs Buchstaben* unauflösbar dem Kassiererstuhl verbunden, den Schalk einer ganzen Grande Nation im Nacken, der es einfach nicht hinkriegte, mein Chantereine-Eau-de-Source-Ensemble als Einheit einzuscannen und daher (anstatt etwa ein paar Schritte in den Laden zurückzugehen und nachzuschauen) mir also einfach sechs einzelne Flaschen auf die Rechnung setzte, so als wärs die selbstverständlichste Sache der Welt. Es ging nicht um viel, aber immerhin doch zwanzig Cent! Meine anfangs noch wortgewaltigen Proteste schlugen jedoch nicht an, gingen an ihrer eigenen argumentativen Verstiegenheit zugrunde und verflachten in etwa so schnell wie die Brandung an der Ostsee, denn ich sah an der Weise, mit der der Mann mit stoischem Gesicht meinen Ausführungen folgte: Erklärungen zwecklos, das hier folgt keiner Argumentationslogik, es geht hier um andere Dinge, wie Selbstverständnis und kulturelle Identität. Laissez-Faire! Nicht Bosheit, sondern diese kulturell geschützte Chuzpe, dass einen einfach mal alles mal total kann, auch König Kunde, der sich heute mal in Gestalt eines notorisch den Schalk im Nacken habenden deutschen Stylers mit diesen irgendwie toll glimmenden Augen auf die Weltoberfläche projiziert hat. Davon sind wir Deutschen einfach noch voll weit entfernt! Ich find ja sowieso, wir könnten uns von den Franzosen manchmal noch mal ne ganze Menge Scheiben abschneiden. Und das soll für Fritz aus der Fußgängerzone genau so gelten wie für "Herr Oliver Schwoch, Marktleiter" des Kieler SKY in der Holtenauer Straße. Ende der Durchsage.
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* fesses, (f., pl.) - der Popo (steht jedenfalls so auf leo.org)

3 commentaires:

Anonyme a dit…

...kollege, ich bin auch ein sixpackwasserkäufer. und weißt du was ich letztens gemacht habe? ZWEI sixpacks gekauft. krasser vorrat UND krasse armmuskeln. auf BEIDEN seiten! ----- cool, wa?

daniela a dit…

Der Marktleiter des Sky in der Holtenauer heißt Marc Hielscher - der hat nämlich mit mir Abi gemacht.

Es hat sich viiiiiel verändert, seit Du weg bis - hoffentlich findest Du Dich auch wieder zurecht?!

LaHzz a dit…

Hm, vielleicht ist Herr Schwoch ja auch nur stellvertretender Marktleiter oder so. Der Blonde mit der Vokuhila-Oliba eben. Den hab ich doch erst Ostern noch gesehen. Mein ich doch. Oder?