mardi, décembre 12, 2006

Meine Hood:
Das Centre Universitaire Malesherbes

Ich beim Verlassen der Uni heute um ca. 15.30 Uhr. Mein bis dato längster Film. Will euch ja auch mal was sehen lassen. Läuft punkt drei Minuten, länger drehte die Kamera einfach nicht (ist wohl so n internes Kameralimit).
Da, wo ich bin, da im Film, da studier ich, als grobe Ortsangabe. Boulevard Malesherbes, im 16. Arrondissement. Natürlich studier ich nicht direkt aufm Pausenhof des Centre Malesherbes, sondern vom Initial-POV aus gesehen meist etwas weiter oben links oder oben rechts hinter mir. In meinem Rücken liegt derweil die Cafeteria, in der du an Gemütlichkeit besser gar nicht erst denkst, weil sie 1) klein sehr klein und 2) der einzige überdachte Durchgang zwischen Flügel A und Flügel B des Gebäudes ist. Dort trinke ich, falls begleitet, mit dem oder der oder denen bisweilen nen Kaffee und tue meinem Schokoladenjieper mit nem "Chocolat Suisse" genüge.
Ein echtes Highlight gibts in dieser Schmalspurcafete aber schon: den "Point Propre", ein erstaunlicher Zwitter aus Mülleimer und Glücksspielautomaten. Wer seinen benutzten Kaffeebecher da hineinwirft, gewinnt, möglicherweise (Hervorhebung, das fand ich niedlich, vom Automatenbetreiber selbst): noch einen Kaffee! Abgesehen davon, dass ich noch niemals einen glücklichen Gewinner vom "Point Propre" habe zurückkehren sehen, hab ich mich da soweit selbst noch gut im Griff. Doch immer wieder hört man, herbeirumort freilich, und von obskuren, wenig vertrauenswürdig wirkenden Quellen auf dunklen Gassen und Hintertreppen kolportiert, auch andere Geschichten, dunkle Geschichten, deren Ausgänge mit Koffeinsucht und Studienabbruch noch stark geschönt zusammengefasst sind: Endstation Mittagspause, dieses Ticket gilt nur für eine Richtung.
Aber zurück zum Film: Es handelt sich dabei um eine Art spartanischen Roadmovie, eine neue Kurzform, die ich selbst erfunden habe, ad hoc, gerade mal so eben, weil die Welt eigentlich nicht oft genug upside down gestellt und um neue künstlerische Ausdrucksformen ergänzt werden kann. Das Setting ist auf den ersten Blick recht linear: Ich gehe vom Hof des Centre Malesherbes bis zur Métro-Station Malesherbes, Amelie, die nicht auf dem Film sein will, es aber dennoch ist, im Schlepptau (oder andersrum). Die Geschichte endet am Ticket-Validator. Dazwischen erlebe ich zwei, drei kleinere Abenteuer. Z.B. stolpere ich auf dem Weg zum Ausgangstor über so ein metallenes Automobil-Stoppding. Schlimme Sache das, wollte ich eigentlich rüberhüpfen. Dann kommt auch noch irgendwas. Unter anderem jede Menge Tiefenebenen, die der scheinbaren Linearität des Plots spotten. Ich sag auch noch ein paar doofe Sachen und denke jedes Mal aufs Neue, dass das witzig ist, wie zuhause auch immer. Schmankerl!

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